{"id":2417,"date":"2011-11-07T15:26:26","date_gmt":"2011-11-07T13:26:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.china-by-bike.de\/blog\/?p=2417"},"modified":"2019-04-09T17:15:07","modified_gmt":"2019-04-09T15:15:07","slug":"tainan-dann-die-berge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2011\/11\/tainan-dann-die-berge\/","title":{"rendered":"Tainan, dann die Berge"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/china-by-bike.de\/touren\/tai.php\" target=\"blank\">Die Sch\u00f6ne Insel<\/a>, 21.10. bis 13.11.2011<\/strong><\/p>\n<p>Text heute \u2013 \u00fcber die letzten beiden Tage &#8211; von Monika (die aus der Gark\u00fcchen- und Auf-Jeden-Fall-Geher-Fraktion):<\/p>\n<p>\u201eFr\u00fchst\u00fcckskaffee zu bekommen ist eine zeitraubende Angelegenheit. Der Automat \u00fcberlegt lange bevor er eine halbe Tasse ausspuckt. Vielleicht doch ratsam, auf Tee umzusteigen. Deshalb steht heute auch eine Tee-Probe an. Aber erst einmal Tainan kennenlernen, erst einmal zu einem historischen Fort. Hier mussten sich im 16. Jahrhundert die Niederl\u00e4nder geschlagen geben. Um die Ecke liegt dann der Tempel des Kriegsgottes. Die vorwiegend m\u00e4nnlichen Besucher z\u00fcnden ganze B\u00fcschel von R\u00e4ucherst\u00e4bchen als Opfergaben an.<\/p>\n<p>Wir verabschieden uns von Jens, Jan bringt ihn zum Bahnhof und vertraut uns David an. Dieser hackt mit uns s\u00e4uberlich die n\u00e4chsten Programmpunkte ab. Der Konfuzius- Tempel und dann ein Stand mit frisch gepresstem Obstsaft. Der erste ist historisch und der zweite geschmacklich wertvoll.  Zufrieden traben wir David hinterher. Er hat uns noch einen Robin-Hood-Tempel ausgesucht. Gewidmet einem Wohlt\u00e4ter der die Reichen prellte und die Beute an Arme verteilte. Der konfuzianische Tempel war schlicht und museal, der letztere lebendig und fast kitschig. Ein gro\u00dfer Abakus h\u00e4ngt mitten im Hauptraum. An diesem k\u00f6nnen die S\u00fcnden der Besucher abgelesen werden. Leider nicht \u00f6ffentlich und f\u00fcr alle verst\u00e4ndlich. Weiter zum 7-Eleven \u2013 wir brauchen Getr\u00e4nke und haben Entzugserscheinungen nach der Eintrittsmelodie, dann bitte einen Bankomaten, Nudeln essen und in den Park wollen wir auch noch. Und bei drei M\u00e4nnern steht auch noch ein Friseurbesuch an.<\/p>\n<p>Zur Teeprobe erscheinen Ludwig, Eckhart und David frisch frisiert. Eckhart f\u00e4hrt sich durch die Haarstoppel \u2013 bisschen kurz geraten vielleicht? Nein \u2013 steht ihm gut. Der winzige Laden ist liebevoll ausgestaltet. Dicht gedr\u00e4ngt sitzen wir um das Tischchen und halten vorsichtig die zerbrechlichen kleinen Teeschalen in den H\u00e4nden. Die Besitzerin erkl\u00e4rt, Jan \u00fcbersetzt und wir kosten. Gekonnt jongliert unsere Teezeremonienmeisterin mit den verschiedenen Tees. Gr\u00fcn, halb fermentiert, schwarz. Erster Aufguss, zweiter Aufguss, hei\u00dfes, nicht so hei\u00dfes Wasser. Verschiedene Farben, milder, grasiger, herber Geschmack. Manche von uns verlieren die \u00dcbersicht. Ernst outet sich als Teekenner und h\u00e4lt ein kurzes flammendes Pl\u00e4doyer f\u00fcr gr\u00fcnen Tee .Er hat als einziger die Teesorten sorgf\u00e4ltig mitgeschrieben und muss jetzt seinen Zettel f\u00fcr Abschriften zur Verf\u00fcgung stellen.  Hans entdeckt vertrocknete Disteln, die ins hei\u00dfe Wasser geworfen werden,  aufbl\u00fchen und dann wie gro\u00dfe Seeigel aussehen und ebenfalls Tee ergeben. Wir erstehen unsere Mitbringsel, Jan vers<ucht unsere Eink\u00e4ufe zu strukturieren und wird fast wahnsinnig mit uns, denn zwischenzeitlich tauschen wir wie wild die h\u00fcbschen Teedosen. \n\nDann zerf\u00e4llt unsere gut funktionierende Gruppe in drei kulinarische Lager. Die Gourmet-Fraktion begibt sich in einen Sushi-Tempel zu Fisch, Austern und Krustentieren. Die europ\u00e4ische Fraktion bevorzugt Pizza und Pasta um das chinesische Essen wieder ordentlich w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen. Und die Gark\u00fcchen-Truppe will auf der Stra\u00dfe sitzen und authentisch mit St\u00e4bchen aus gemeinsamen Schalen essen. \n\nUnd dann doch wieder Nachtmarkt. Wir futtern uns durch. Frischer Papaya Saft, brennende Fleischb\u00e4llchen mit Wasabi, der Geruch von Stinketofu treibt uns einem Waffelb\u00e4cker in die Arme, oder doch lieber Kuchen in Pistolenform mit Erdnussf\u00fcllung? Jeder kauft etwas. Wir halten uns gegenseitig die Pappschachteln vor die Nase. Probier doch mal \u2026 Vorsicht scharf \u2026 oh, das schmeckt klasse \u2026 hast du Bier gesehen? Gro\u00dfe Gedr\u00e4nge vor dem Stand mit den H\u00fchnerf\u00fc\u00dfen \u2013 in Dreierreihen versuchen die Besucher die K\u00f6stlichkeiten zu erstehen. Wir schieben uns durch die G\u00e4nge \u2013 vorbei an iPhone-H\u00fcllen, Unterhosen  und Pailletten-T-Shirts in Richtung Spielst\u00e4nde und versuchen unser Gl\u00fcck. Nochmal beim Mahjong, werfen mit Dartpfeilen auf Wasserballons oder mit Reifen nach Flaschenh\u00e4lsen, alte Flipper blinken, Kinder kreischen, Musik dudelt. Wir haben viel Spa\u00df aber kein Gl\u00fcck mehr. Snoopy bleibt vorl\u00e4ufig alleine.\u201c\n\nDer n\u00e4chste Tag: \n\n\u201eEckhard schrottet den schon recht gequ\u00e4lten Kaffeeautomaten und eine kleine Karawane von uns macht sich auf den Weg, um den Koffeinbedarf im nahegelegenen 7-Elven zu decken. Der bunt bemalte Bus taucht auf und damit auch das verloren geglaubte Bild von Jan. Snoopy \u2013 das erbeutete Riesenpl\u00fcschtier darf auf einem eigenen Sitz mitreisen \u2013 Jens ist ja leider zur\u00fcck in Shanghai. Wir fahren in die Berge. Dabei kommen wir wieder \u00fcber den Wendekreis des Krebses. Beim der Hinfahrt sind wir mit dem Fahrrad auf einer sch\u00f6nen Abfahrt einfach durchgefegt. Diesmal bekommen wir den Zeitpunkt genau mit. Wir halten an einem Gebilde, das aussieht wie das Raumschiff von E.T. und  h\u00fcpfen auf einer Linie von den Tropen in die Subtropen und zur\u00fcck. \n\nDann kurbelt sich der kleine Bus steil hoch in die Berge. Serpentine um Serpentine um Serpentine. Es wird feuchter. Wasser tropft vom Himmel und von den B\u00e4umen. Die Vegetation ist sehr vielf\u00e4ltig: Palmen, Bambus, Farne, dann tauchen wieder die sch\u00f6nen Teeplantagen auf. Links Berghang und rechts geht es weit, weit runter uns Tal. Wolken klammern sich an den Bergen fest. Die Stra\u00dfe ist schmal, aber recht wenig befahren, gelegentliche Erdrutsche und un\u00fcbersichtliche Haarnadelkurven bringen Spannung in die Fahrt. Langsam kommen wir \u00fcber die 2000der Grenze. Mittagspause in einem  Bergdorf bei ethnischen Minderheiten.  Dabei treffen wir auf Bekanntes. Die Kopfbekleidung der jungen Frauen erinnert an den Schwarzwaldhut und die kleine Musikshow  endet mit dem Popsong \u201aInnocent\u2018 \u2013 angeblich hat er seine Wurzeln hier und dann mit \u201aEnigma\u2018 seinen Siegeszug um die Welt angetreten. David beteuert, diese Information aus einem seri\u00f6sen Reisef\u00fchrer zu haben. Wir finden die Textstelle nur leider nicht mehr.\n\nEigentlich war eine Teilstrecke heute mit einer Schmalspurbahn eingeplant. Ein Erdrutsch blockiert die Gleise, so dass wir mit dem Bus weiterfahren. Die Strecke bleibt ausgesprochen sch\u00f6n und manche von uns werden regelrecht zappelig. W\u00e4re auch eine tolle Radtour gewesen. Herausfordernd aber landschaftlich gro\u00dfartig. Wir \u00fcbernachten heute im Yushan National Park, kramen unsere lange nicht benutzten Fleece-Jacken wieder aus den Taschen und werfen fr\u00f6stelnd die Heizl\u00fcfter in den Zimmern an. Wir sind auf fast zweieinhalbtausend Metern oben, die Chipst\u00fcten im nahegelegenen 7-Eleven sind aufgrund der H\u00f6he aufgebl\u00e4ht und statt der \u00fcblichen angenehmen K\u00fchlung schl\u00e4gt uns jetzt willkommene Warmluft entgegen. Eine leidenschaftlich gef\u00fchrte Kniffelrunde wird mit dem letzten Wurf entschieden, der Genuss des alkoholischen Gewinns vertagt, denn der Weckruf zur Sonnenaufgangswanderung ist auf 4:30 bestellt. Drau\u00dfen klopft der Regen auf das Blechdach und wieder zerf\u00e4llt unsere Gruppe in drei Lager: Liegenbleiber bzw. Weckrufverweigerer; Mal-aus-dem-Fenster-Gucker-und-dann-Entscheider und Auf-jeden-Fall-Geher.\"[nggallery id=\"293\"]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sch\u00f6ne Insel, 21.10. bis 13.11.2011 Text heute \u2013 \u00fcber die letzten beiden Tage &#8211; von Monika (die aus der Gark\u00fcchen- und Auf-Jeden-Fall-Geher-Fraktion): \u201eFr\u00fchst\u00fcckskaffee zu bekommen ist eine zeitraubende Angelegenheit. 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