{"id":37526,"date":"2018-10-11T01:20:20","date_gmt":"2018-10-10T23:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.china-by-bike.de\/blog\/?p=37526"},"modified":"2019-04-09T13:01:45","modified_gmt":"2019-04-09T11:01:45","slug":"auf-der-mauer-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/","title":{"rendered":"Auf der Mauer"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/china-by-bike.de\/dong\"><strong>Chinesische Landpartie<\/a>, 05. bis 27.10.2018<\/strong><\/p>\n<p><em>Fahrt nach Huanghua,  34km, 549 H\u00f6henmeter<\/em><\/p>\n<p>Am heutigen Tag sollten wir endlich die Mauer erreichen. Doch erstmal dort hinkommen.<br \/>\nDie Wegfindung war kein Problem. Der leichte Pass, wie ich ihn versprochen hatte, erwies sich dann doch als etwas steiler und verlangte uns doch einiges ab. Oben angekommen trafen wir einen Bruder im Geiste, der ebenfalls mit Fahrrad unterwegs war. Er schien auch ein begeisterter Hobbyfotograf zu sein. Aus allen Winkeln und vor verschiedenen Hintergr\u00fcnden lichtete er uns ab. <\/p>\n<p>Die Abfahrt nach dem Pass brachte uns immer n\u00e4her an die Mauer und eine sagenhafte Landschaft entfaltete sich zu beiden Seiten. Ob es den Anwohnern nach so vielen Jahren auch noch so gut gef\u00e4llt? Man m\u00f6chte meinen ja, immerhin stand vor einem der beeindruckendsten Felsmassive ein Sofa in idealer Position. Die weitere Fahrt nach Huang Hua wurde immer wieder durch kleine Fotopausen unterbrochen. Aber soviel Zeit musste sein. <\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hatten wir ein gutes Tempo vorgelegt und brachten sogar noch den Fahrer des Gep\u00e4ckautos in Verlegenheit, kamen wir doch eine halbe Stunde vor ihm an. Die Fahrr\u00e4der, die uns gute Dienste geleistet hatten wurden verladen und nun hie\u00df es zu Fu\u00df weiter. Eigentlich schade, ein St\u00fcck w\u00e4ren wir doch gerne auf der Mauer entlang gefahren. <\/p>\n<p>Das erwies sich aber als \u00e4u\u00dferst unrealistisch, wie wir bald sehen sollten. Es war eine echte Kletterei, mit Anstiegen von sicherlich 15 %. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie dieses massive Bauwerk in den Fels getrieben wurde. Nur wenn man sich bewusst wird, dass hier Abertausende Menschen am Bau gewirkt haben, kann man es einigerma\u00dfen begreifen. <\/p>\n<p>Die Berge erscheinen ohnehin so schroff, dass kaum ein Mensch sie \u00fcberqueren kann, geschweige denn eine Armee und dazu noch mit Pferden. Aber die Kaiser werden schon gewusst haben, warum sie eine Mauer bauen. Schlie\u00dflich war jene Mauer, die wir besichtigt haben (Mingzeit, 16.Jahrhundert) bei weitem nicht die erste. Bereits unter dem ersten Kaiser im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung hatte man mit dem Bau der ersten Mauer begonnen. Weitere Teilabschnitte kamen im Laufe der Geschichte dazu, alle zum selben Zweck, n\u00e4mlich die Barbaren aus dem Norden vom ungehinderten Eindringen abzuhalten. Gleichzeitig wurden \u00fcber die Mauer aber auch Handel und Immigration kontrolliert, oder zumindest versuchte man das. <\/p>\n<p>Zwischen uns Reisenden entbrannte bald eine Debatte \u00fcber die L\u00e4nge der Mauer. 6000 km hatte es im Reisef\u00fchrer gehei\u00dfen. Das konnte doch nicht sein, viel zu lang. Unm\u00f6glich. Aber auf Anhieb lie\u00df sich das nicht so einfach nachpr\u00fcfen, schlie\u00dflich waren wir weitab von jedem Internet. Doch dann geschah ein Wunder. Pl\u00f6tzlich konnte ich auf meinem Handy das Wlan vom Hotel empfangen, welches etwas mehr als 1km entfernt lag. Mehr als seltsam, wo es doch schon in meinem Zimmer nur sporadisch funktionierte. Ein Ph\u00e4nomen, dass ich mir, bis mir jemand eine bessere Erkl\u00e4rung liefert, nur mit Magie erkl\u00e4ren kann.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wird die Gesamtl\u00e4nge der Mauer, rechnet man alle jemals gebauten Abschnitte zusammen auf mehr als 21000 km gesch\u00e4tzt. Wir gaben uns vorerst mit den zwei, drei Kilometern, die vor uns lagen zufrieden. Wenn es \u00fcberhaupt so viele waren. Sowohl aufw\u00e4rts als auch abw\u00e4rts war es eine ziemliche Herausforderung die Balance zu bewahren. Kletternd, Steigend, Trippend und teilweise Kriechend wagten wir uns also bis zum unrestaurierten Teil der Mauer vor, wo wir eine l\u00e4ngere Pause einlegten. Stille kehrte ein und alle geno\u00dfen den Augenblick. Man liest ja viel \u00fcber die Mauer, h\u00f6rt von anderen die dort gewesen sind und vielleicht denkt man sich \u201cMeh, ist ja auch nur eine Mauer. Guck ich mir sicher irgendwann mal an. Nette Fotos.\u201d Aber wenn man dort ist begreift man erst, warum Millionen Menschen dort jedes Jahr hinpilgern. Ohne \u00dcbertreibung wage ich zu sagen, die Gro\u00dfe Mauer muss man gesehen haben. Wir haben sie jedenfalls gesehen und das stimmte uns alle mehr als zufrieden. Wir hatten sicherlich auch gro\u00dfes Gl\u00fcck, denn wir waren beinahe allein und so verspr\u00fchte der Ort eine ungeheure Ruhe, die man sicherlich an touristisch erschlosseneren Abschnitten und zu den Sto\u00dfzeiten so nicht erleben kann.<\/p>\n<p>Schweren Herzens begaben wir uns auf den R\u00fcckweg. Am Eingang der Mauer noch ein kurzes ornithologisches Fachgespr\u00e4ch mit der hiesigen Restaurantbetreiberin und Mauerw\u00e4chterin \u00fcber den Unterschied zwischen Deutschen und Chinesischen Kr\u00e4hen und dann hie\u00df es zur\u00fcck ins Hotel.<br \/>\nEine gro\u00dfe Kanne Kaffee und eine hei\u00dfe Dusche sp\u00e4ter a\u00dfen wir dann zu Abend und a\u00dfen Fisch aus der hoteleigenen Fischzucht (sehr schmackhaft).<br \/>\nTeilweise fiel es uns schwer uns von unseren Handys loszurei\u00dfen, schlie\u00dflich musste die Heimat \u00fcber unsere Erlebnisse informiert werden. <\/p>\n<p>Morgen geht es zur\u00fcck nach Peking und zur\u00fcck in den Trubel. Wir beschlo\u00dfen kurzerhand, dass wir vor unserer Abfahrt noch ein letztes Mal die Mauer aufsuchen wollen. Wer wei\u00df, wann und ob man nochmal hierher kommt.<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-37526 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u5\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u5-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u4\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u4-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u3\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u3-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u2\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u2-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u1\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u6\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u6-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u7\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u7-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2018\/10\/auf-der-mauer-3\/u8\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/u8-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chinesische Landpartie, 05. bis 27.10.2018 Fahrt nach Huanghua, 34km, 549 H\u00f6henmeter Am heutigen Tag sollten wir endlich die Mauer erreichen. 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