{"id":6676,"date":"2012-10-27T14:50:22","date_gmt":"2012-10-27T13:50:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.china-by-bike.de\/blog\/?p=6676"},"modified":"2019-04-09T16:35:26","modified_gmt":"2019-04-09T14:35:26","slug":"punchbowl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/","title":{"rendered":"Punchbowl"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/china-by-bike.de\/touren\/hanguo.php\" target=\"blank\">Land der Morgenfrische<\/a>, Radtour in Korea<\/strong><\/p>\n<p><i>\u00dcber 250 km nach Osten, alle mit dem Bus. Viele H\u00f6henmeter und noch mehr Niederschlag.<\/i><\/p>\n<p>Der Wetterbericht hat Regen versprochen und sein Versprechen voll und ganz gehalten. Als ich am Morgen aufwache regnet es und w\u00e4hrend ich ein paar Stunden sp\u00e4ter am Abend in den Schlaf entgleite regnet es auch. Genauer: immer noch.<\/p>\n<p>Eigentlich war f\u00fcr heute schon die erste Ausfahrt mit den R\u00e4dern geplant, wir wollten uns einen relativ neu angelegten Radrundweg um einen See bei Chuncheon ansehen sowie die vierte Etappe der geplanten <a href=\"https:\/\/china-by-bike.de\/touren\/hanguo.php\" target=\"blank\">Radreise in Korea <\/a> abfahren. Schnell war klar, dass daraus nichts werden w\u00fcrde. Bei dem Regen w\u00e4ren wir in sp\u00e4testens 10 Minuten komplett durchn\u00e4sst, so macht das wenig Sinn.<\/p>\n<p>Daher haben wir kurzfristig umdisponiert: Die Besichtigung des Radrundweges erfolgt nun mit dem Bus. Ranfahren, kurz aussteigen und Fotos machen. Weiter! Weiter nach Chuncheon, einer gr\u00f6\u00dferen Stadt, die eigentlich keine Station der Radtour werden soll. Aber wenn wir sowieso schon nicht Rad fahren k\u00f6nnen wollten wir wenigstens ein wenig sehen. In diesem Fall die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone von Chuncheon. Wir mussten feststellen, dass sich die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone von Chuncheon nicht all zu sehr von Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen deutscher Kleinst\u00e4dte unterscheidet. Hier ein Modegesch\u00e4ft, dort ein Schuhladen, daneben Mc Donalds und noch zwei T\u00fcren weiter ein Caf\u00e9. Letzteres suchten wir auf bevor es Zeit zum Mittagessen war.<\/p>\n<p>Die Spezialit\u00e4t der Gasse um die Ecke ist H\u00e4hnchengrillplatte (siehe Foto unten). H\u00fchnerfleisch, Kohl, S\u00fc\u00dfkartoffeln und ein paar andere Zutaten werden auf einer runden Platte in der Mitte des Tisches gegart. Dazu gibt es noch ein paar Nebengerichte wie zum Beispiel <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kimchi\" target=\"blank\">Kimchi<\/a> (gibt es zu jedem Essen in Korea) und nat\u00fcrlich Reis. Angesichts des immer noch herab prasselnden Regens wurde der Tag umgehend zum <i>Wet Chicken Day<\/i> ernannt.<\/p>\n<p>Weiter mit dem Bus, nach einer l\u00e4ngeren Fahrt \u00fcber die Autobahn waren wir auch wieder auf dem Bike-Track. Im Dorf Bangsan wollte ich mich nach einer m\u00f6glichen Unterkunft f\u00fcr die Radtour umsehen. Gefunden haben wir sie ein paar Kilometer au\u00dferhalb des Ortes, in einer sehr idyllischen Umgebung. Und das sogar bei Regen und einer Sichtweite von ca. 500 Meter. Drei Pensionen gibt es dort, jede hat ein paar Bungalows, die komplett f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Aufenthalt ausgestattet sind. Z.B. eine eigene K\u00fcche. Das Klientel dieser Pensionen sind Gro\u00dfst\u00e4dter, die mal f\u00fcr ein paar Tage Urlaub auf dem Land und in den Bergen machen wollen.<\/p>\n<p>Nun folgten wir der Strecke, die ich eigentlich mit dem Rad fahren wollte. Und waren gar nicht so traurig, dass wir heute nicht auf die R\u00e4der steigen konnten. Denn 30 Kilometer hinter Bangsan windet sich die Stra\u00dfe in Serpentinen hinauf von 370 Meter auf 990 Meter. Also ein Passanstieg von 620 H\u00f6henmeter auf knapp 9 Kilometer. Nicht schlecht! Und davor hat es schon zwei kurze, aber knackige Steigungen gegeben. Wie das so ist bei P\u00e4ssen, wenn es auf der einen Seite hoch geht, geht es auf der anderen Seite auch wieder hinunter. Und auch hier wie meist genau so steil und in Serpentinen.<\/p>\n<p>Was wir nach der \u00dcberquerung des Passes erreicht hatten war die sogenannte <i>Punchbowl<\/i>. Dabei handelt es sich um eine geologische Vertiefung, die sogar <a href=\"http:\/\/goo.gl\/maps\/ltBBz\" target=\"blank\">aus gro\u00dfer H\u00f6he <\/a> mit dem blo\u00dfen Auge zu erkennen ist. Den Namen <i>Punchbowl<\/i> hat die Vertiefung im Korea-Krieg erhalten. Hier wurden im Herbst und Winter 1951 einige der verlustreichsten Schlachten geschlagen, fast wie im Grabenkampf des ersten Weltkriegs wurde um jeden Meter gefochten und die Verluste waren auf beiden Seiten extrem hoch. Gleich jenseits des n\u00f6rdlichen Randes der Vertiefung beginnt das andere Korea, das verschlossene Korea. Aber davon morgen mehr.<\/p>\n<p>Unsere Unterkunft ist ein <i>Minbak<\/i>. Minbaks sind sehr einfache, familiengef\u00fchrte Unterk\u00fcnfte. Zwar findet man oft als \u00dcbersetzung von Minbak <i>Homestay<\/i>, aber man \u00fcbernachtet dabei nicht im Wohnzimmer einer Familie. Es gibt separate Zimmer, meist mit eigenem Bad. Die Zimmer sind recht einfach, teilweise gar spartanisch eingerichtet. Und meist sehr traditionell koreanisch. Was bedeutet, dass man auf d\u00fcnnen Matratzen auf dem Boden schl\u00e4ft. Auf einem warmen Boden, denn dieser ist beheizbar! Die Fu\u00dfbodenheizung ist in Deutschland vielleicht eine relativ neue Errungenschaft, in Korea (sowie in Japan) jedoch gibt es sie schon seit einigen hundert Jahren. Gleiches gilt f\u00fcr die Matratzen auf dem Boden. Diese werden in Deutschland unter dem japanischen Namen <i>Futon<\/i> verh\u00f6kert, aber eine koreanische\/japanische Bettstatt hat mit einem deutschen Futon so viel gemein wie eine Nudelbox vom Chinaimbiss um die Ecke mit der echten chinesischen Cuisine.<\/p>\n<p>Essen ist ein gutes Stichwort! Unser Abendessen haben wir n\u00e4mlich im wahrscheinlich einzigen Restaurant des Ortes (er hei\u00dft \u00fcbrigens Haean, hatte ich das schon erw\u00e4hnt?) zu uns genommen. Auch sehr traditionell! Man sitzt im Schneidersitz auf dem Boden und versucht das Einschlafen der unteren Extremit\u00e4ten zu ignorieren, w\u00e4hrend die volle Konzentration auf die vielen eingelegten Speisen in den kleinen Sch\u00fcsselchen auf dem Tisch vor einem gerichtet ist. Das gelingt erstaunlich gut! Zumindest f\u00fcr die ersten zehn Minuten. Danach wandert die Konzentration wieder weg von den Speisen und hin zu den unteren Extremit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Eine halbe Stunde sp\u00e4ter sind wir zur\u00fcck in unseren Zimmern. Gut satt und mit einer neuen Beziehung zu unseren Muskeln und Knochen unterhalb der Beckenregion. Sch\u00f6n, dass es euch (noch) gibt!<br \/>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-6676 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/cimg2219-2\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cimg2219-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/cimg2220\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cimg2220-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/cimg2221\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cimg2221-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/cimg2227\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cimg2227-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/cimg2234\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cimg2234-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/2012\/10\/punchbowl\/cimg2253\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cimg2253-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n<br \/>\n[map style=&#8220;width: auto; height:400px; margin:20px 0px 20px 0px; border: 1px solid black;&#8220; gpx=&#8220;https:\/\/china-by-bike.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-10-27_Korea2012.gpx&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Land der Morgenfrische, Radtour in Korea \u00dcber 250 km nach Osten, alle mit dem Bus. 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