21

Dez
2018

Der letzte Tag in China

Posted By : Rudolph Schneider/ 96 0

Goldenes Dreieck, 15.12.2018 bis 08.01.2019

53 km, 550 Höhenmeter, Fahrt nach Mohan, strahlender Sonnenschein

Unseren Tag begannen wir heute mit einem äußerst ungewöhnlichen Frühstück. Hamburger und Milchtee standen auf der Speisekarte und es schmeckte vor allem deswegen besonders gut, weil man einfach nicht sehr oft Hamburger zum Frühstück isst, Dazu ein paar frisch gepresste Orangensäfte, die auch mit etwas Wasser gestreckt, immer noch sehr gut schmeckten und schon konnte der Tag losgehen.

Wir hatten uns auf eine relativ flache Etappe vorbereitet, zumindest im Vergleich zum Vortag und wurden doch von einigen kurzen aber recht steilen Passhöhen herausgefordert. Aber echte Anstrengung erforderte dies von uns nicht, so hart im Nehmen waren wir, dass wir sogar auf das Mittagessen verzichteten. Stattdessen kehrten wir für ein paar gesüßte Getränke bei einem lokalen Kioskbetreiber ein, der ein so herzerfrischendes Lachen hatte, dass wir beinahe seinen ganzen Laden leer getrunken hätten.

Etwas leid tat es mir fast, dass ich mit meinen über 90 kg beinahe seinen Liegestuhl kaputt gemacht hätte, der auf Menschen meines Kalibers einfach nicht ausgerichtet war.

Er schien mit den vielen Getränken, die wir bestellt hatten doch etwas überfordert zu sein und so rundeten wir den Betrag einfach auf. Das ist zumindest in China durchaus nicht üblich, da hier Trinkgelder schnell als Beleidigung aufgefasst werden können. Doch der alter Herr fasste unsere Intention richtig auf und und ließ uns mit guten Wünschen weiterziehen.

Der Rest der Strecke war insofern eine Herausforderung, als das es für das Auge so erschien, als dass es bergab ging, es sich aber in Wirklichkeit um eine Steigung handelte, und man nur mit etwa 7km/h vorwärts kam. Aus diesem Grund fühlten sich die heutigen 53 km doch auch etwas länger an. Ein Grund mag auch der Gegenwind gewesen sein.

Relativ früh kamen wir nun in Mohan an, genossen ein ausgiebiges Abendessen, an dessen Ende alle Teller beinahe leer waren (bis auf das mysteriös gewürzte Gulasch mit Anisgeschmack) und entschlossen uns kurzerhand noch eine Flasche Wein im Supermarkt aufzutreiben.

Ein Besuch im Supermarkt ist schon ein besonderes Erlebnis, weil man dort mit tausenden Produkten konfrontiert ist, mit denen man einfach nichts anzufangen weiß. Im besten Fall kauft man einfach das, was man braucht und verschwindet so schnell wie möglich, was wir auch taten.

Wir ließen den Abend dann im Hotel bei den üblichen alkoholischen Getränken ausklingen, re­mi­nis­zie­rten über unsere Erlebnisse in China, die politische Weltlage und was man sonst so tut, wenn man ein paar Schnäpse getrunken hat.

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