Buddhafahrt

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

Tempelbesichtigungen bei strahlender Sonne und rund 28°C

Der Baoguo Si ist das Zentrum der buddhistischen Aktivitäten am Emeishan. Der Tempel ist ruhig gelegen und sehr hübsch und beherbergt Relikte aus verschieden Epochen, insbesondere der letzten beiden Dynastien. Noch ruhiger war es dann im Fuhu Si der noch etwas weiter oben liegt. Hierher verirrten sich seltsamerweise nur wenige Touristen, obwohl auch dieser Tempel recht hübsch ist. Besonders beeindruckend war hier die Halle der 500 Lohans, das sind buddhistische weise Männer, die den Menschen als Vorbilder und Lehrer dienen wollen.

Nach dem Mittagessen ging es dann mit dem Bus in Richtung Wannian Si, wo wir ein anderes Hotel bezogen, direkt am Eingang des Bergareals. Wir checkten zuerst ein in dem kleinen, sympathischen Hotel und machten uns dann auf den Weg zum Wannian Tempel. Der Aufstieg dauerte etwa eine Stunde und auch etwa eine Stunde wieder zurück. Dies war ein guter Testlauf, denn morgen standen rund 1500 Höhenmeter Wanderung bevor. Mit der Wanderung zum Wannian Si konnte jeder nochmal überprüfen, ob er fit genug für die Wanderung morgen ist. Es kamen erste Zweifel auf…

Abschied von den Rädern

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

Besichtigung des großen Buddha von Leshan, anschließend 41 km Radtour von Leshan nach Emeishan bei angenehmen 24°C und bewölktem Himmel.

Die letzte Radetappe stand heute an. Wir fuhren erst etwa 5,5 km bis zum großen Buddha von Leshan und kämpften uns durch die Massen die Treppen hinab um den Buddha in voller Lebensgröße zu sehen. Der ist insgesamt 71 m groß und ist der größte in Stein gehauene Buddha der Welt. Alleine der Kopf ist über 14 m groß. Ist schon ein gigantisches Kerlchen, dieser Buddha. 90 Jahre haben sie an ihm gemeißelt von 713 bis 803. Und er steht noch immer, hat alle Wirren der Zeit überstanden, selbst die Kulturrevolution und wacht nun noch immer über die drei Flüsse, die zu seinen Füßen zusammenfließen.

Da wir nicht in den teuren Touristenrestaurants beim großen Buddha essen wollten, fuhren wir erst einmal in die Stadt und suchten uns ein nettes kleines Nudelrestaurant. Die Nudeln und die Jiaozi waren hervorragend, so dass wir uns frisch gestärkt auf den Weg zum heutigen Etappenziel, dem Emeishan, machen konnten. Dazu mussten wir uns erst einmal quer durch die Stadt Leshan kämpfen, aber mittlerweile sind wir ja alte Hasen, was das Ausfahrt aus einer Stadt mit dem Rad angeht. Anschließend ging es dann auf der Landstraße rund 30 km bis Emeishan, der Stadt am Fuße des gleichnamigen Berges.

Wir verabschiedeten uns nun von unseren Rädern, die uns so treu gedient hatten. Nicht einen einzigen Platten hatten wir, das ist schon außergewöhnlich.

Fahrt nach Leshan

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

81 km von Meishan nach Leshan bei angenehmen 26°C. Der Himmel war teils bedeckt, teils sonnig.

Den gestrigen Tag spare ich mal aus, denn der war zur freien Verfügung und jeder machte was er wollte. Eigentlich hätte der Park zu Ehren der drei Dichter Su Shi, Su Xun und Xu Che angeschaut werden sollen, doch der war wegen Renovierung geschlossen. Wie lange er noch geschlossen sein wird, darüber herrschte Uneinigkeit aber mindestens ein Jahr, so wurde vermutet. Am Abend schauten wir uns noch gemeinsam ein Wasserfontänen Show mit Musikuntermalung an.

Am heutigen Tag stand unsere zweitlängste Etappe auf dem Programm von Meishan nach Leshan. Die Stadtausfahrt ging diesmal ziemlich rasch. Anscheinend lag unser Hotel am Stadtrand. Recht bald also waren wir auf einer ruhigen kleinen Strecke durch ein paar kleine Dörfer. Nach etwa 9 km mussten wir dann wieder auf eine größere Landstraße und hier hatten wir das Pech, dass in der Nähe an einer Eisenbahnstrecke gebaut wurde. LKW reihte sich an LKW in beiden Richtungen und wir wurden in dichte Staubwolken eingehüllt, dass man teils die Hand vor Augen nicht sehen konnte.

Glücklicherweise war die Baustelle nach rund 10 km passiert und von da an die Strecke ruhig und landschaftlich sehr schön. Es ging durch kleine Dörfer, vorbei an Feldern und häufig an einem kleinen Fluss entlang. In einem der Dörfer aßen wir zu Mittag Nudeln und Jiaozi (Maultaschen). Die Strecke heute war sanft hügelig und insgesamt angenehm zu fahren, so dass wir um halb sechs nach gemütlicher Fahrt Leshan erreichten.

Ein bisschen wie zuhause

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

89 km von Pingle nach Meishan bei strahlendem Wetter um die 30°C

Pingle ist ein historisches Örtchen und entsprechend wird so manches auch auf historische Weise verrichtet. Es ist ein bisschen wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit, denn vieles von dem was man hier bestaunen kann, wurde bei uns in Europa vor gar nicht allzu langer Zeit auch nicht viel anders gemacht. Heute morgen lieferte das Frühstück solch ein Beispiel. Wir gingen in einen Nudelladen und aßen Nudelsuppe, Jiaozi und Baozi. Alles hier war natürlich Handarbeit und ganz frisch zubereitet. Die Nudeln wurden in einer großen hölzernen Presse aus frischem Teig frisch ins Kochwasser gepresst. Das gefiel natürlich besonders unseren drei Italienern (im strengen Sinne Südtiroler).

Von den Nudeln frisch gestärkt konnte es nun los gehen auf unsere Königsetappe. Wir hatten 89 km vor uns mit einigen Höhenmetern inklusive. Die Strecke war wirklich landschaftlich sehr schön und sehr ländlich geprägt. Ein bisschen wie zuhause in Italien, meinten unsere drei Südtiroler. Nach unserem größten Anstieg von rund 250 Höhenmetern am Stück und der dazugehörigen Abfahrt, machten wir in einem kleinen Örtchen eine Teepause. In dem Dorf schienen zuvor noch nie Ausländer durchgekommen zu sein. Auf jeden Fall waren die Leute anfangs überrascht, dann neugierig und schließlich hoch erfreut, dass sie mal richtige Ausländer zum Anfassen in ihrer Dorfwirtschaft hatten. Nachdem sich alle gegenseitig fotografiert hatten, verabschiedeten wir uns und machten uns auf die zweite Hälfte unserer Etappe. Am frühen Abend erreichten wir dann Meishan, unseren Zielort.

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

Kurze Etappe von 23 km von Qionglai nach Pingle bei strahlendem Sonnenschein um die 30°C

Den heutigen Tag konnten wir etwas ruhiger angehen, denn wir hatten nur etwa 23 km zu fahren. Auf der Suche nach einer Bank, trafen wir am historischen Stadttor von Qionglai auf eine größere Radgruppe. Wie sich herausstellte, war es ein Rentner-Radclub aus der Nähe von Chengdu. Die waren so hocherfreut uns zu treffen, dass natürlich nach den obligatorischen Fragen von wo wir kommen und was wir hier machen und von wo nach wo wir fahren, erstmal eine große Foto-Session abgehalten werden musste. Als dann jeder jeden fotografiert hatte, wollten die alten Herrschaften uns unbedingt jedem eine Keramikvase schenken, was wir nur durch extreme Hartnäckigkeit und den

Die erste Hälfte der Strecke fuhren wir auf einem Radweg entlang einer Landstraße und bogen dann auf eine ruhigere Landstraße mit schöner Landschaft in Richtung Pingle ab. Ruhig blieb es allerdings nur bis etwa 3 km vor Pingle. Hier mündete eine Autobahnausfahrt ín die Landstraße und hier wurden wir abrupt daran erinnert, dass heute der 1. Mai ist. Von hier ab war nun 3 km Stau bis nach Pingle hinein. Tag der Arbeit an dem ganz China frei hat. In Pingle ließ sich kein Hotel vorbuchen, so dass wir uns noch eines suchen mussten. Bei diesem Andrang wurde doch etwas mulmig. Ob wir da eine Herberge finden würden? Unsere Begleitfahrzeug-Managerin Xiao Luo hatte schon prophezeit, dass es sehr teuer werden würde hier heute ein Hotel zu finden.

Nach erfreulich kurzer Suche fanden wir dann eine passable kleine Herberge, die noch 4 Zimmer frei hatte. Und gemäß der Voraussage von Xiao Luo war es wirklich verdammt teuer, obwohl sie mich beim Verhandeln tatkräftig unterstützte. Gleich um die Ecke aßen wir zu Mittag wo wir als Langnasen sofort auffielen und immer wieder angesprochen wurden wo wir denn herkämen und ob wir die scharfe Sichuan-Küche vertragen würden. Tatsächlich schienen wir trotz all dieses Trubels die einzigen Ausländer zu sein. Vom Trubel stand heute Pingle anderen touristischen Hochburgen wie Lijiang oder Yangshuo in nichts nach und so wälzten wir uns dann gemeinsam mit den Massen langsam durch die Stadt. Pingle ist ein historisches Dorf mit Holzarchitektur romantisch an einem Fluss gelegen. Romantisch, wenn es nicht aufgrund von Feiertagen wie diesem zur Millionenstadt wird. Chinesische Touristen beim Feiern, Shoppen und Zocken zu beobachten ist aber auch sehr unterhaltsam und so haben wir den Nachmittag im Trubel durchaus genießen können.

Asphalt Cowboys

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

69 km vom Qingcheng Shan nach Qionglai bei rund 30°C und sonnig bis bedecktem Himmel

Obwohl wir weit abseits einer Stadt wohnten, war die Nacht unruhig. Die Bewohner des Waldes schienen eine Party zu feiern. Die meisten von den Quälgeistern waren Vögel die immer wieder ordentliche Pfeifkonzerte lieferten, so dass wir doch recht unruhig schliefen. Ein Vogel hatte ein Pfeifen wie ein elektrischer Wecker, das mich mehrfach kerzengerade im Bett stehen ließ.

Unser Begleitfahrzeug war heute morgen schon um kurz vor 08:00 Uhr zum Hotel hoch gekommen, da nach 08:00 Uhr die Zufahrt bis 18:30 in das Naturschutzgebiet nicht mehr möglich war. Auch gestern hatten wir schon unsere Koffer erst abends bekommen weil das Begleitfahrzeug nicht zum Hotel gelassen wurde. Unsere Fahrt verlief die gesamten 65 km recht ruhig bis auf ein paar Kilometer Umweg, die wir dank einer riesigen Baustelle machen mussten. Die gesamte Strecke war gut befahrbar aber doch mit recht viel Verkehr und sehr staubig. Den Staub mussten wir dann mit reichlich Schmutzbier, das dieses Mal seinen Namen ehrlich verdiente, runterspülen.

Qionglai, unser Zielort, hat eine kleine Altstadt mit Stadttor, durch die wir am Abend schlenderten auf der Suche nach einem netten Restaurant. Die Auswahl nahm uns heute Petrus ab, denn just als wir noch relativ unentschlossen vor einem Restaurant standen, fing es heftig an zu Regnen. Also setzten wir uns kurzerhand in das Restaurant der Vorsehung und wie sich herausstellte, war es eine gute Wahl. Petrus muss wohl auch schon mal hier gewesen sein.

Berg und Wasser

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

Sonnig aber diesig bei 30°C fuhren wir 17 km und bestiegen einen daoistischen Berg

Berg und Wasser ist der Name unserer ältesten Tour, die dieses Jahr 20 Jahre alt wird. Was der Name dieser Tour verspricht, hatten wir heute an einem einzigen Tag hier in und um Dujiangyan.

Das Stadtbild von Dujiangyan macht einen sehr wohlhabenden Eindruck. Alles ist sehr gepflegt und sieht fast neu aus. Ist es wahrscheinlich auch, denn die Stadt wurde 2008 von dem großen Erdbeben hier in Sichuan fast völlig zerstört. Wir schlenderten an diesem Morgen durch die Stadt in Richtung des historischen Bewässerungssystems wegen dessen die Stadt so berühmt ist. Dieses Wasserwehrsystem am Min-Fluss, das 256-251 v. Chr. von dem Wasserbauingenieur Li Bing und seinem Sohn erbaut wurde, steht seit 2000 auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe. Das vor rund 2300 Jahren erbaute Bewässerungs- und Hochwasserkontrollwerk ist bis heute funktionstüchtig. Hauptsächlich funktioniert es durch einen Deich, der den Fluss in einen inneren und einen äußeren Strom teilt. Der äußere ist der Hauptstrom, der innere ist für die Bewässerung der fruchtbaren Ebene von Chengdu zuständig. In Zeiten niedrigen Wasserstands führt der innere Kanal 60% der gesamten Wassermenge und der äußere Kanal 40%. Bei Hochwasserstand kehrt sich dieses Verhältnis um. Das Prinzip ist einfach aber geschickt und es funktioniert bis heute. Made in China kann also doch länger halten.

Um 12 Uhr machten wir uns dann mit den Rädern auf zu unserer nächsten Station, dem Qingcheng Shan, einem berühmten daoistischen Berg. Nach dem Einchecken in einem Hotel direkt am Fuße des Berges, machten wir uns gleich auf den Weg zu einem der vielen Gipfel des Qingcheng Shan. Oben war ein sehr schmucker daoistischer Tempel, der die Strapazen des Aufstiegs schon Wert war. Gut, dass wir das daoistische Prinzip des „Nicht Handelns“ (Wuwei), das dort auf einer Steintafel stand, nicht wörtlich genommen hatten, sonst wären wir nicht die vielen Treppenstufen hoch gekommen. Hinunter gönnten wir uns dann aber den Luxus einer Seilbahn. Das war ein strammes Programm für stramme Waden. Mal sehen was die Waden morgen dazu sagen.

Immer geradeaus

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

60 km fast immer geradeaus bei gut 30°C und Sonne.

Die erste richtige Radetappe stand bevor, von Chengdu nach Dujiangyan. Langsam schwammen wir wieder durch den dichten Chengduer Verkehr. Nach rund 15 km kamen wir in die neugebauten Trabantenstädte Chengdus, die allesamt geisterhaft leer waren. Der Verkehr ließ auch deutlich nach so dass wir nun gut vorwärts kamen. Die Strecke hätte leichter nicht sein können, absolut flach und (fast) immer geradeaus. Unterwegs besichtigten wir noch einen Markt mit den breitesten Bandnudeln Sichuans und jeder Menge Schnaps in riesigen Tonkrügen. Zu Mittag aßen wir in einem kleinen Örtchen das meinen Namen trug. Da fühlte ich mich natürlich sehr geehrt. Der Ort hieß Ande Town und schrieb sich sogar mit den gleichen Schriftzeichen wie mein chinesischer Name – Frieden und Tugend. Da schmeckte es gleich doppelt so gut. Das fanden sogar die anderen, obwohl die gar nicht Ande heißen…

Schwimmen üben

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

Einradeln in Chengdu bei etwa 30°C aber bei bewölktem Himmel

Wenn eine 14 Millionen-Einwohner-Stadt in Bewegung kommt, sind die Straßen rasch verstopft und das Vorankommen recht schwierig. Das war die erste Radel-Erfahrung in Chengdu für unsere Drei aus dem beschaulichen Südtirol. Der Verkehr war für uns alle sehr anstrengend, aber immerhin haben ein paar von uns schon Erfahrung mit dem Radeln in solchen Mega-Cities. Für unsere Südtiroler war es heute die erste Erfahrung dieser Art und die war erst einmal ein wenig erschreckend aber schließlich gewöhnten wir uns an die Massen und lernten dass man sich am besten treiben lässt und einfach mitschwimmt.

Unser erstes Ziel war der Wuhou Ci, eine sehr schöne Tempelanlage aus dem 4. Jahrhundert erbaut zur Zeit der Drei Reiche in der Han-Cheng Periode. Der Tempel ist dem Strategen Zhu Geliang gewidmet, der Ende der Han Dynastie Berater und General von Liu Bei wurde, einem der drei Beherrscher Chinas nach dem Zerfall der Han Dynastie. Schließlich wurde er Kanzler des Reiches Shu unter Lui Bei. Vom Volk wurde er verehrt wie ein Gott, weil er volksnah und korruptionsfrei war. Sein Name steht als Synonym für Weisheit für einen genialen Strategen. Die Berichte seiner Kriegszüge gelten in chinesischen Schulen als Pflichtlektüre für klassisches Chinesisch und das Fernsehen ist voll von Historienschinken die sich um seine Schlachten drehen. Die Anlage liegt inmitten eines sehr schönen romantischen Gartens durch den wir gemütlich flanierten.

Unmittelbar neben dem Wuhou Ci liegt ein auf historisch gemachtes Touristenviertel namens Jinli. Dort bummelten wir auch durch, waren aber von dem Trubel dort eher abgeschreckt und ausserdem hatten wir Hunger. Also verließen wir das Viertel nach einer Weile wieder und suchten ein vollkommen untouristisches Nudelrestaurant auf. Das war sicher wesentlich leckerer und auch sehr viel billiger als die Lokale in Jinli.

Nach einer kurzen Radstrecke von etwa einer halben Stunde kamen wir zu unserem Nachmittagsziel, dem Wenshu Yuan. Dieser aus der Tangzeit (618-906) stammende Tempel ist Sitz der buddhistischen Gesellschaft Sichuans und zählt zu den bedeutendsten Tempeln Sichuans. Auch dieser Tempel ist von einer sehr schönen Parkanlage umgeben. Wir waren ein wenig spät dran, denn noch während wir durch den Tempel streiften, wurde Halle um Halle geschlossen. Wir ließen uns also sanft hinaustreiben und verhalfen vor den Toren des Tempels noch ein paar Obsthändlern zum letzen Feierabendgeschäft. Wir probierten Jackfruit und Durian, die als Stinkfrucht bekannt ist. Beim essen stinkt sie allerdings nicht, sondern nur beim Öffnen. Zu guter letzt, füllten wir unseren Energiespeicher noch mit ein paar Bechern frisch gepressten Zuckerrohrsafts auf so dass keine Gefahr bestand, dass wir noch vor Erreichen des Hotels schlapp machten.
Da wir morgen Chengdu Richtung Dujiangyan verlassen, dachten wir müssten wir unbedingt noch die Gelegenheit ergreifen einen Feuertopf (chinesisches Fondue) zu essen. Schließlich ist jedes zweite Restaurant hier ein Feuertopf-Restaurant. Wir suchten uns das vollste Restaurant aus, weil wir annahmen, dass es besonders gut sein müsse. War es auch. Es war so voll, dass man sogar ein paar Leute umsetzen musste, damit wir alle an einem Tisch Platz hatten. Was für eine Ehre.


Fünf mal Ankunft ohne alles

Wo der Pfeffer wächst, 25.04. bis 17.05.2015

Ankunft in Chengdu aus verschiedensten Richtungen. Das Wetter ist angenehm warm, aber subtropisch feucht und bedeckt.

So nach und nach tröpfeln die Teilnehmer unserer Gruppe in Chengdu ein. Als erstes kam gestern Vormittag ich an, dann am gestrigen Abend die Drei aus Südtirol, und schließlich am nächsten Morgen die Beiden aus Süddeutschland.-Was die gesamte Gruppe außer mir gemeinsam hat ist, dass ihr Gepäck nicht angekommen ist. Wir hoffen nun, dass es im Laufe des heutigen Tages noch geliefert wird. Wir werden sehen.

Nach einer kurzen Pause im Hotel machten wir uns erst zu einem kleinen Spaziergang auf und flanierten durch den 100 Blumen-Park. Dies ist ein sehr schön angelegter Park mit Teichen und Teehäusern. Wo die hundert Blumen gewesen sind ist mir zwar verborgen geblieben, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein.
Da wandern hungrig macht, steuerten wir ein kleines Restaurant in der Nähe des Parks an, um uns das erste Mal von der berühmten Sichuan-Küche verwöhnen zu lassen. Doch wir waren zu spät dran. Das Restaurant machte bereits Mittagspause. Wir fanden kurze Zeit später ein kleines Nudelrestaurant und aßen Maultaschen (Jiaozi) und gebratene Nudel, die sogar unseren drei Italienern schmeckten und die sind ziemlich kritisch, was Nudeln angeht….

Am späten Nachmittag kamen unsere Räder an. Die wurden von unserem Begleitfahrzeugteam Xiao Luo und Xiao Ding von Kunming über 1100 km bis hier her gebracht. Wir luden die Räder aus und stellten sie auf unsere Bedürfnisse ein. Anschließend wollten wir Xiao Luo und Xiao Ding gerne auf ein Getränk einladen, aber keine Chance. Sofort sprang Xiao Luo auf und kam mit einer riesigen Tüte mit Getränken zurück. So saßen wir noch eine Weile zusammen, unterhielten uns tranken mit dem netten chinesischen Ehepaar eine Kleinigkeit und stellten uns gegenseitig neugierige Fragen.

Das Abendessen wollten wir nicht so spät machen, da die beiden Neuankömmlinge heute natürlich recht gerädert waren. Also verabredeten wir uns für 19:00 Uhr. Allerdings gingen wir schließlich nur zu dritt in einem kleinen Restaurant um die Ecke essen weil die anderen keinen Hunger hatten und zu müde waren. Dort genossen wir dann das erste authentische Sichuan-Essen. Das war auch ordentlich scharf, wie man es erwartet, hart an der Schmerzgrenze. Das nächste Mal werde ich wohl doch um etwas Milde bitten.

Schließlich kam dann auch der erlösende Anruf, dass auch das letzte vermisste Gepäck eingetroffen sei und noch im Laufe des Abends ausgeliefert würde. Das waren auf alle Fälle erfreuliche Nachrichten. Es kamen dann noch weitere Anrufe vom Flughafenpersonal die die Auslieferung immer weiter nach hinten verschoben. Ich werde mich wohl auf eine lange Nacht einstellen müssen.