Like a rolling stone

Burmesische Landpartie, 17.11. bis 09.12.2018

Am Morgen Besichtigung des „Golden Rock“, der nur von vier Buddhahaaren davon abgehalten wird, ins Tal zu rollen. Dann auf schönen Nebenstraßen nach Thaton

Den heutigen Blog schreibt Susanne.

Wir trafen uns früh um 6:30 Uhr um den Sonnenaufgang am Golden Rock zu erleben. Leider ging die Sonne schon früher auf als die Wetter-App für Kyaiktiyo vorausgesagt hatte. Da unsere Zimmer aber alle nach Osten gingen, konnten wir den Sonnenaufgang in den Bergen vom Zimmer aus sehen.

Wir reihten uns also nach Sonnenaufgang ein in die Reihe der Pilger, zahlten am Kassenhäuschen unseren Eintritt, zogen wie in Pagoden üblich unsere Schuhe aus und gingen in Richtung Goldener Fels. Der Eintritt gilt übrigens nur für Foreigners, Myanmaresen haben freien Eintritt.

Trotz dass es noch früh war, waren schon sehr viele Menschen unterwegs. Viele Pilger übernachten dort, schlafen, nur mit einer Decke, auf dem harten Steinfußboden. Wenige können sich eine Herberge leisten. Andere fahren schon sehr früh hinauf, bereits vor 5 konnte man vom Hotel aus das Hupen der Tuk-Tuks hören. Händler verkaufen Essen, Tröten, Sandelholz, Luftballons. Es gibt Restaurants verschiedener Preisklassen, einen Waschbereich. Den Golden Rock dürfen übrigens nur Männer berühren. Weil man aber Kamera und Geldbeutel zuvor abgeben muss, verzichteten „unsere“ Männer darauf. Wenn sich das mal nicht negativ aufs Karma auswirkt.

Danach gab es Frühstück im Hotel. Ein Kellner brachte Tee oder Kaffee, ein anderer Toast, ein dritter Marmelade und Butter, ein vierter kam und fragte, wie man sein Ei haben wolle. Omelett, Rührei, Spiegelei? Der zweite kam wieder: „More toast, Madam?

Um 9:00 Uhr brachen wir auf zu den Tuk-Tuks, die uns wieder ins Basislager bringen sollten. Die Sonne brannte, und es war ein schreckliches Gewimmel. Nur weil Tun Tun einen Aufseher bestochen hatte („you can call it tips“), kamen wir einigermaßen rasch in einen der Wagen. Zusammengepfercht saßen wir zwischen Myanmaresen und hofften, dass täglich die Bremsen der Autos kontrolliert werden. Die Kurven sind eng, die Straßen steil, das Auto mit 42 Personen beladen. Aber das werden sie sicherlich tun, denn ist es nicht schlecht für das Karma das Fahrers, wenn Pilger bei der Abfahrt vom Golden Rock verunglücken?

Unten, im Basislager warteten schon die Räder auf uns. Wie schon gestern probierte Volker eine Alternativroute aus, um nicht die ganzen 80 km auf der Hauptstraße fahren zu müssen. Die (größtenteils geteerten) Straßen führten uns vorbei an kleinen Dörfern und einzelnen Häusern. Hühner liefen umher, Kühe weideten angebunden am Straßenrand, Ziegen liefen auf der Straße. Die Menschen winkten freundlich, Kinder winkten uns teils neugierig, teils schüchtern zu.

Mittagessen hatten wir in einem kleinen Straßenrestaurant eines Dorfes: Salat aus grünen Tomaten, Tea Leaf Salad, Eiersalat, Ingwersalat, Chicken Salad. Der Salat schmeckte ungewöhnlich, war eigentlich ganz lecker.

Gegen halb 6 kamen wir im Hotel in Thanton an. Für unser Schmutzbier wurden Tische und Stühle nach draußen getragen, Erfrischungstücher wurden gereicht. Auch das Abendessen wurde für uns draußen gedeckt. Wie üblich bestellte Volker für uns, heute ein leckeres Menü bestehend aus Chicken Salad, Möhren-Gurken-Salat, Garnelen, Fried Rice mit Hühnchen, Fleischbällchen, Meeresfrüchte mit Gemüse. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Personaldichte hier: wir sitzen zu zwölft am Tisch, vier junge Kellner standen um uns herum, beobachteten uns, füllten Bier nach, sobald die Gläser zu 3/4 geleert sind, legten Essen nach, sobald der Teller anfing, sich zu leeren.

Auch den Sonnenuntergang in Thanton verpassten wir, was aber nicht weiter schlimm ist, wir haben noch viele Sonnenauf- und untergänge im wunderschönen Myanmar vor uns.

Susanne

Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Mein Chef und mein Kollege A. waren vor meinem Abflug nach Myanmar sehr besorgt. „Im Allgäu ist es doch auch schön!“ hörte ich sie beide mehrere Male sagen. Und „im Dschungel gibt es Tiger, lass dich nicht von so einem aufessen. Oder Schlangen …Komm gesund wieder!“ Ihr beiden: Ja, im Allgäu ist es auch schön. Aber: Wo fährt man im Allgäu zusammengepfercht mit 41 anderen Leuten schon solche Serpentinen hoch und wo gibt es im Allgäu eine Tropfsteinhöhle mit Buddhas? (Siehe morgiger Blogeintrag). Keine Sorge, ich komme gesund wieder 🙂

Auftakt mit Tandem

Südlich der Wolken, vom 16.04. bis 07.05.2016

Mit unserem Tandem machten wir schon die tollsten Touren in Europa und den USA. Da sich das zerlegbare Rad gut im Flieger mitnehmen lässt, kam die Idee auch mal ein Land zu bereisen in welches man „sein eigenes Fahrzeug“ nicht so ohne weiteres mitnehmen kann. Dazu gehört definitiv China. Da wir noch nicht in diesem Land waren, müssen wir als „Neulinge“ bestimmt einiges an Lehrgeld zahlen.

Um diese etwas zu entschärfen kam uns die Idee die Reise aufzuteilen. Die ersten beiden Wochen, mit Start in Shangri-la, schließen wir uns der „Südlich der Wolken“ Tour von China By Bike an. Dann die restlichen zwei Wochen radeln wir „allein“ zum Endpunkt unserer Reise nach Kunming. Wir denken, dass wir so einen intensiven Eindruck von diesem Land gewinnen.

Wir freuen uns schon, am Wochenende geht die Reise los. Das Tandem wurde schon mal probeweise zerlegt. Das Bild zeigt wie klein ein Tandem doch sein kann, gut zwei Stunden Arbeit sind aber notwendig.

Tandem Grüße Ingrid und Raimer aus dem Landkreis Dillingen/Donau.

Golden Rock

Burmesische Landpartie, 31.01.2015 bis 22.02.2015

Ausflug zum Goldenen Felsen

Um der großen Mittagshitze zu entgehen fuhren wir schon um 8 Uhr los. Herrlich kühl. Dazu noch ein leichter Wind. Herrlich. Die ersten 25 km spulten wir schnell runter. Pause. Bananen, Wasser und eine burmesische Frucht dessen Namen ich nicht weiß. Weiter. Bis ca. km 39. Halbzeit. Denkste. Niti fragte Lago wann denn Mittagspause angedacht sei. War schließlich schon 11 Uhr. Ja- in ca. 50 km. ??????????? Bitte????? Oha. 83km waren für den Tag insgesamt angesetzt. Irgendwas stimmt nicht. Ok. Auf dem Rad nachgedacht. Weiterfahren. Eine lange Gerade ohne Schatten folgte. Bei ca. km. 54 zwangen wir Lago zu einer Pause. Es ging nicht mehr. Die Sonne brannte runter. Der Plan stand: bis ca. 65 km wollen wir noch fahren. Dann organisierte Lago einen Truck, der die Fahrräder transportieren sollte.

Wir fuhren das letzte Stück zum Basecamp des Goldenen Felsen mit dem Bus. OK. Daher zogen wir das Schmutzbier vor und tranken dieses während wir auf den Truck warteten. Peter hatte keine Lust auf Bus fahren. Er radelte die gesamte Strecke. Der Rest kam gegen 15:30 Uhr am Basecamp ein und stieg in den Truck ein. Dachten wir zumindest. Es entpuppte sich als Achterbahn auf 4 Rädern. Auf schmalen Bänken, die auf der Ladefläche eines Trucks gezimmert waren, wurden wir eingepfercht. Gut so. Dann konnte keiner runter oder raus fallen. Auf Straßen, die nicht vom TÜV abgenommen worden wären, brauste unser Truckfahrer die „Straße“ hoch. Steil und eng. Eine halbe Stunde dauerte das Vergnügen. Da können sich die Jahrmarktbetreiber auf den vielen Festen mal eine Scheibe von abschneiden.

Oben angekommen hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Berge. Grün- sehr grün war die Aussicht. Noch schnell den Eintritt bezahlen und die letzten paar hundert Meter zum Felsen laufen. Mit vielen anderen Pilgern und Touristen legten wir diese Meter zurück. Und da war er dann!!!!! Thronte auf seinem Felsen. Foto über Foto wurde geknipst. Mit und ohne Touri. Mit und ohne Mönch. Nicht überall durften Frauen hin. Hatte Buddha etwas gegen Frauen? Als wir ihn von allen Seiten aus begutachtet hatten gingen wir zu unserem Hotel, ca. 50 m Luftlinie entfernt. Was für ein Gefühl. Auf das Schmutzbier hier oben mussten wir verzichten. Die Restaurants haben keine Schanklizenz. Wie gut, dass wir es schon vorgezogen hatten.

Bislang habe ich noch nicht erlebt, dass eine Begebenheit 2 x erläutert wurde. Den Berg des heiligen Steines habe ich anders erlebt.

Zusammengepfercht auf Lastwagen wurden wir im Schweinsgalopp nach oben gekarrt. Sitzfläche 10 cm, Knie stießen vorne an den Po der dort Hockenden. Ich kann nur hoffen, dass die Luftlinien der Welt sich nicht an diesem Trip ein Vorbild nehmen. Man könnte glatt die Zahl der Passagiere verdoppeln. Der Fahrer kurvte wild aber gekonnt die steilen Passagen hoch. Ich fasste Vertrauen. Er schaltete wirklich immer in der richtigen Sekunde.

Oben auf dem Berg ein Gewusel aus Gläubigen und Touristen. Das Ganze hinterließ bei mir einen unerträglichen Eindruck. Eine junge Touristin dirigierte lautstark ihren Mann mit Kind für ein Foto. Zu ihren Füßen beteten die Gläubigen.

In welche Schublade sollte ich diesen Ort jetzt einpacken? Zum sarkastischen Spruch: „Die Kultur der Welt hat soviel Sehenswürdigkeiten gezaubert, dass sich diese zu einer wahren Plage entwickelt haben!“ oder auf Grund des ansprechenden ruhigen Poles des berühmtes Steines doch einen höheren Wert?

Am nächsten Tag bei unserem Weg zu den Lastwagen hatte ich dann noch ein erschreckendes Erlebnis. Mönche betteln mit gesenktem Kopf, schauen den Geber nicht an und bedanken sich nicht. Sie bitten nur um eine Gabe zum Essen. Soweit ist mir das bekannt. Aber dort trat mir ein Mönch in den Weg, sprach mich an und hielt mir die Opferschale mit einer großen Dollarnote unter die Nase. Erschreckend. Wegelagerei?

Wenn einer eine Reise tut, dann muss er auch was erleben.

Eckart

Zu viele Autos… zu wenig Straße…

Burmesische Landpartie, 31.01.2015 bis 22.02.2015

Fahrt Yangon nach Bago

Was für ein Verkehr in Yangon! Unsere Fahrräder erwarteten uns etwas außerhalb, damit wir nicht durch die Stadt fahren mussten. Lago- unser Lokal Guide- sagte- in normalem Verkehr erreicht man dieses unter einer Stunde. Es sei viel Verkehr. Also eine gute Stunde. Es wurden schlussendlich 2 Stunden. Um halb 11 erreichten wir dann endlich die Fahrräder und machten sie startklar. Um halb 12 ging es dann endlich los. Es wartete die Mittagssonne auf uns. Tapfer kämpften wir uns durch die ersten 12 km. Pause. Bananen und Melonenpause. Uns lief das Wasser im Mund zusammen. Bald darauf bogen wir auf eine schöne- ruhige Landstraße ab. Es war kaum noch Verkehr auf den Straßen, wir konnten die Strecke genießen. Schauen und radeln. Alle 12 km machten wir eine Pause. In der Hitze bitter nötig. Kekse, Banane, Wasser. Alles hatten wir bitter nötig. Ca. 60 km legten wir insgesamt zurück. Gegen 17 Uhr endlich am Hotel. Geschafft. Unser wohlverdientes Schmutzbier wartete schon. Großartig.

Yangon

Burmesische Landpartie, 31.01.2015 bis 22.02.2015

Ankunft Yangon. Besichtigungsprogramm

Auf drei Wegen sind die Teilnehmer für die Burmesische Landpartie nach Yangon gereist. Die grösste Gruppe mit geringer Verspätungen angekommen. Peter kam mit eigenem Radel und war pünktlich. Karin war klug schon früher angereist. Eckart der hier schreibt ist von der Türkisch Airline verschaukelt worden. Der Flug in Bremen schon mit Verspätung, Anschlussflug in Istanbul wechch. Anschlussflug nach Bangkok kein Problem aber dann der Flug weiter nach Yangun wurde nur vertröstet. Ach wie gerne würde ich noch weiter jammern. Aber meine Tochter meinte, interessiert doch keinen. Schluchz.

Irgendwann erlaubte ich mir die zarte Frage an den Leisereiter, ob er denn jeden Tag nen Blog schreibe. Leider nein. Nun nehmen wir die Sache selber in die Hand.

Ein Tag mit Besichtigungen in Yangun folgte. Nach einer Bootsfahrt über einen Nebenfluss des Irrawadi (der Kapitän lies mich sogar ans Steuer – nur ganz kurz). Dann folgte eine wunderschöne Rikschafahrt durch Reislandschaften und urtümliche Bebauung mit sehr netten Einheimischen. Das Sitzen auf den Rikschas war für unsere deutschen Gesäße nicht ganz einfach. Man war doch etwas eingeklemmt. Die Menschen hier sind sowas von beneidenswert dünn, dass man gerne wechseln würde. Aber Zucker und Fast-food hinterlässt auch hier seine Spuren: Es gibt schon einige Dicke. Ziel unserer Tour war ein Kloster mit angeschlossener Schule. Karin nahm sich gleich einer kleinen Schülergruppe an, mit der sie englisch las.

Zurück zur Stadtseite des Flusses gab es eine Pause in einem uralten englischen Hotel mit einer schönen Bilderaustellung.

Wie üblich, Mittagessen in einem netten Restaurant. Allerdingss ohne Stühle. Auf dem Boden zu sitzen ist nicht ganz leicht. Aber geschmeckt hat es dennoch.

Tja, auf solchen Reisen gibt es immer eine Gruppenkasse. Wer macht den Schatzmeister? Wir drehten eine Bierflasche auf dem Tisch. Susanne hatte die „Freude“, dass die Flasche auf sie zeigte und somit zur allgemeinen Erleichterung ernannt wurde. Sie meistert den Job hervorragend.

So, jetzt ist meine Töchterlein mit dem weiteren Teil dran.

Eckart

Nachmittags besuchten wir zunächst den „Liegenden Budda“. Dem großen Gefährten haben sie wohlgemeint ein Dach über den Kopf gebaut. Leider versperrt das dauerhafte Gerüst den schönen Blick des Buddas auf seine Gläubigen und Besucher. Dennoch ist sein gütiger Blick wohlwollend auf den Besucher gerichtet. Viel Gold, blinkende Spiegel und Räucherstäbchen umgeben ihn. Eine beruhigende Stimmung umgibt die Betenden und Fotografierenden.

Beim Eintreten des heiligen Ortes mussten die Damen und Herren mit kurzen Hosen/Röcken einen Longi anziehen, die Knie müssen beim Besuch seiner Heiligkeit bedeckt sein. Weiter sind alle heiligen Stätten barfuß zu betreten. Schuhe müssen draußen bleiben. Bevor man sie nach dem Besuch wieder anziehen kann gibt es für die Füße Frischetücher. Diese sollte man nutzen, bevor die Schuhe an den Fuß wandern. Schwarz- schwärzer- am schwärzesten. Dieses Ritual gilt übrigens für sämtliche Pagoden und Orte Buddas.

Im Anschluss fuhren wir zur weltberühmten Schwegado Pagode. Zunächst läutete ein langer Treppenanstieg die Pagoda ein. Mit wunderschönen Holzverzierungen überdacht ging die lange Treppe immer weiter nach oben. Dort angekommen blendete uns das viele Gold. Gemütlich erkundeten wir die Pagode mit seinen vielen Glocken, Buddas und beobachten die Betenden bei ihren Ritualen. Was für ein ruhiger Ort in der hektischen Stadt Yangon.

Nach diesem Ausflug fuhren wir zurück ins Hotel um uns für unser erstes burmesisches Abendessen frisch zu machen. Es ging- nicht ganz so burmesich- nach Chinatown. Tommy suchte uns ein Straßenlokal. Barbeque. Lecker. Einfach nur lecker. Typisch asiatisch landeten viele unterschiedliche Gerichte auf dem Tisch und jeder konnte sich bedienen. Ein gelungener Abschluss für einen ersten Tag.

Der Eunuch

Die Straße von Malakka, 22.11. bis 21.12.2014

Blog heute an diesem geruhsamen Tag von Daniela, die sich interessante Gedanken zur Wechselwirkung von Chili und Testosteron gemacht hat…

Da glaubt man sich vor dem deutschen weihnachtsgetümmel in sicherheit gebracht… Weilt unter tropischer sonne und badet im pipiwarmen meer… Doch geht man in malakka den jonkers walk hinunter ( Ein touristisches must sozusagen ) Schallt einem aus allen läden amerikanisches weihnachtsgedudel entgegen. Eben noch bereit, dem örtlichen einzelhandel unter die arme zu greifen, nimmt diese bereitschaft minütlich ab, um dieser akustischen folter zu entgehen. Dann lieber Kultur !

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Die strait of malakka fliesst quasi an der stadt vorbei und definiert deren strategisch so günstige position, dass die stadt von allen, die bei der ausbeutung der zinnvorkommen, beim handeln mit seide, gewürzen usw. vorne mitspielen wollten, abwechselnd belagert, zerstört, wieder aufgebaut und belebt wurde… Also von den üblichen verdächtigen : portugiesen, holländern, engländern, japanern …. Und nun sind wir da und tun es den japanern gleich, die das okkupationsgeschäft schon einmal erfolgreich mit fahrrad bewältigt hatten. Alle haben ihre spuren hinterlassen, und das ergibt ein fürs europäische auge reizvolles stilgemisch aus europäisch- asiatischen elementen.

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So liegen auch in heutzutage friedlicher koexistenz in der „harmony-street“ die moschee mit korinthischen säulen neben dem hindutempel und dem rauchgeschwängerten chinesischen. Es gibt viele museen …. Eindrucksvoll das dem admiral cheng ho gewidmete, der vor mehr als 600 jahren mit riesigen flotten die meere bis afrika und in den gesamten asiatischen raum befuhr. Mit einer flotte von 28 000 mann, die mittels ausgefeilter logistik versorgt wurden. Es gab versorgungsschiffe, auf den frisches gemüse angebaut wurde, es gab wasserschiffe, es gab 180 schiffsärzte.. Unglaublich. Cheng ho war ein eunuch … Ob das mit dazu beigetragen haben sollte, dass er sich unabgelenkt und damit so erfolgreich dem entdeckungsgewerbe widmen konnte ? Wir wissen es nicht und wollen es auch garnicht wissen. Son bisschen testosteron hat noch keinem geschadet, denkt frau sich …und gestern las ich in der zeitung, dass männer mit hohem testosteronspiegel gerne scharfe speisen essen. Liebe mitreisende männer … Ich gebe euch das jetzt mal so und ganz und gar unkommentiert weiter. Bin mal gespannt, wer sich heute abend auf die chilischälchen stürzt.

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Die Küstenstraße von Malaysia

Die Straße von Malakka, 22.11. bis 21.12.2014

Zunächst mal: Dank an Dieter, nie war er so wertvoll wie heute bzw. wie auf dieser Tour! Er hat die Gruppe geleitet, als ich unpässlich war und er macht das Schlusslicht an Tagen wie diesem (was bei einer Stadtausfahrt der riskanteste Job ist). Vor der Tour recherchiert er das beste Kartenmaterial, nach den Radtagen sorgt er für die Aufarbeitung der Tracks. Vom feinsten! Und Dank auch an Monika für den heutigen Blog, natürlich auch vom feinsten…

Wir verlassen Kuala Lumpur, wir verlassen unser bequemes Hotel und Ute, Volker und Ede verlassen uns. Sie fliegen heute nach Deutschland zurück, lassen es sich aber nicht nehmen uns zu umarmen. Und das um kurz nach 7 Uhr morgens. Ede hat sein großes Foto-Objektiv aufgeschraubt und schießt die letzten Nahaufnahmen von uns.

Deutsche gelten als pünktlich. Wir sind sehr Deutsch und radeln 10 Minuten früher als geplant los. Frühstück kommt später. Die blanken Petronas Towers glänzen in der Morgensonne. Bei der Stadtausfahrt bekommen wir alle Straßen geboten. Große, breite, autobahnähnliche Ausfallstraßen die wir fast nicht kreuzen können. Dann kleine private Sträßchen mit Wohnhäusern. Abgesperrte Privatstraßen mit Schlagbaum. Dann wieder schleppen wir unsere Fahrräder über eine Fußgängerbrücke. Ein Trampelpfad. Dann kommt ein Zementwerk, ein palmengesäumter Nobelvorort und wir müssen durch die örtliche Mülldeponie. Kreuz und quer. Kurve rechts und Kurve links.

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Ein Nudelsuppenstand kocht uns ein Frühstück. Zum Ausgleich arrangiert uns die Besitzerin zum Gruppenbild mit Küchenschild. Bestimmt tauchen wir bei Facebook auf. Bitte liken.

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Manche Vororte gehören den Autos, Reparaturwerkstätten, Waschanlage und den vorbeidonnernden LKWs, den streunenden Hunden und dem Wind der lustvoll Staubfontänen hochweht und Fang-mich-doch mit weggeworfenen Plastiktüten spielt. Beim Straßenverkehr hört die asiatische Freundlichkeit manchmal auf – immer wieder tauchen hinter uns Ungetüme auf, bei denen die Fahrer mit beiden Händen sekundenlang auf die Hupe drücken. Als ob man die Sechzehntonner nicht auch so bemerkt hätte.
Wir sind mit dem Begleitfahrzeug in Sepang verabredet. Einem Vorort von Kuala Lumpur der weltbekannt durch die Formel 1 Strecke ist. Das wir außerhalb der Millionenstadt sind, erkennt man an den Straßenständen. Obst und Snacks werden angeboten. Wer immer etwas gekocht und zu verkaufen hat, stellt sich einfach mit seinen Töpfen an die Straße und versucht sein Glück. Besondrs gut ist das Obst. Das alles ist nicht vergleichbar mit dem Thai-Früchte Stand auf dem Münchner Viktualienmarkt. Er bietet Mangos und Litschis zu Preisen an, die man bei Vorbeischlendern für ein Versehen hält. Ein junger Mann säbelt mit einem langen Messer an riesigen Jake-Fruits herum. Die großen Früchte duften, wir bleiben stehen und naschen. Später machen wir das gleiche bei einem Stand mit Rambutans. Die roten, stachelige Knollen schmecken wie Litschies. Munies zeigt wie wir sie öffnen müssen. Den Mittelfinger quer in die Mitte bohren und die Schale aufreißen.

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Wir sitzen im Schatten einer Garküche, die heute am Samstag Ruhetag hat. Eine an die Wand gepinselte Speisekarte bietet Maggi Goreng an.
Das Meer glitzert im Sonnenlicht. Wir haben die vielbefahrene Wasserstraße von Malakka fast erreicht. Große Containerschiffe sind geschäftig draußen an der Horizontlinie unterwegs. Unser Hotel liegt direkt am Meer und beherbergt gegenüber eine Astronomie-Station mit dem größten Teleskop Malaysias. Wenn der Himmel klar bleibt können wir Sterne beobachten, bietet uns ein freundlicher Malaie an, der an der Hotelrezeption lehnt und unsere Ankunft interessiert beobachtet. Er freue sich über Besuch. Leider ist das nicht der Fall. Der Himmel zieht zu nachdem wir den ganzen Tag von der Sonne gebraten wurden. Das Städtchen ist geschäftig, aber eine Bank zum Geldwechsel ist nicht zu finden. Was macht man statt dessen? Eine Tankstelle aufsuchen! In Malaysia sind Tankstellen keine grauen Orte mit mürrischen Tankwarten und unfassbaren Benzinpreisen sondern eher quirlige Bazare die zufälligerweise auch Benzin verkaufen. Man kann alles Mögliche kaufen und tauschen, Geldgeschäfte tätigen, die Zeitungen lesen und ein Schwätzchen halten.

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Die Küstenstraße ist reichlich befahren. Das Wochenende verbringen die Malaien gerne am Strand. Alle Hotels sind voll. Außerdem finden überall Hochzeiten statt. An den Ampeln sind Pappschilder mit Hinweise wie Aliz & Liza plus Datum, Herzchen und Richtungspfeil zu finden. Auch in unserem Hotel haben sich zwei Paare plus Verwandtschaft herausgeputzt in enges, farbenfrohes Polyester mit Glitzerstickerei gezwängt und feiern.

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Wie oft nach Ankunft müssen wir unser Schmutzbier in einer verstohlenen Ecke einnehmen, diesmal immerhin mit Meerblick. Tommy und Toto schleppen die Kühltruhe an schreien „Happy Hour“, während man im muslimischen Hotel gegenüber am Kaffee nippt, da sage doch einer wir sind nicht feinfühlig! Und für der VfB Stuttgart findet zur Zeit Trost in Malaysia, es wurde sein Trikot gesichtet, ein Marketingcoup. Leider am Körper eines burmesischen Arbeiters, der keine Ahnung hat, was er da am Leib trägt.

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KL

Die Straße von Malakka, 22.11. bis 21.12.2014

Blog von der lieben Daniela, Fotos im FRIM hat Ute für mich gemacht, hier ist Ute, vor der Tat, beim Erklären des Fotoapparates, hochkonzentriert!:

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Wie bereits gesagt ist malaiisch ja eine ganz einfache sprache .. Zur untermauerung und bevors ans eigentliche geht, noch zwei beispiele : bas = bus, air = ……. reingefallen ! EBEN NICHT !!!! Air heisst „wasser“ ! Ha ! So…
Nun aber zum tag heute : wir näherten uns der riesenkrake kuala lumpur langsam und vorsichtig.

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Der erste zwischenstopp war beim FRIM, dem malaysischen regenwald- forschungsinstitut, welches ein bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgeforstetes waldstück zu lehr- und forschungszwecken zugänglich macht, inklusive eines canopy walks, also eines hängebrückenweges über die baumwipfel. Es wartet auf unser unserer führer yann, NICHT der zwilling-bei-der-geburt-getrennt unseres geschätzten führers jan, was man u.a. daran erkennen konnte, dass yann kein kleines weisses nasses tuch auf dem haupte tragen musste, aufgrund folgeschäden des bereits erwähnten unfalles. Nun, frisch ans werk…. In vollständiger unterschätzung des trainingszustandes der gruppe warnte Yann unermüdlich vor steilen passagen und sonstigen gefahren wie austrockung oder überforderungen anderer art. Es war feiertag, und malaiische familien nutzen die freie zeit, um mit mann und maus und verschleierter frau den hügel zu erklimmen, was die regenwald-geräuschkulisse mit dem schweren geschnaufe der menschen anreicherte und die besorgnis von yann erklärlich machte. Uns gings jedenfalls recht gut, und der gang über die hängebrücken war schön und gewährte schon einen ersten blick auf die noch ferne skyline von kl.

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Weiter gings zu den batu caves, einer hindu – pilgerstätte, dem gott muruga geweiht. Über 200 stufen führen in einige grotten, die von der südindischen Community gern besucht wird. Die fantasievollen kleider der inderinnen und deren fröhliche mienen bildeten einen charmanten kontrast zu der recht monotonen kleidung und mimik der mailaiinnen.
P.S. freche Affen überall, Vollprofis!

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Das wahre abenteuer des tages war dann allerdings die einfahrt ins stadtzentrum… Während wir uns auf den rädern ins gewühl stürzten und wie die fischlein im wasser durch die strassenschluchten gurkten, durften toto und tommy im begleitbus noch ein spezialabenteuer bestehen, was normalerweise uns radlern vorbehalten ist … Sie hatten nun auch mal einen platten und mussten auf einer mehrspurigen strasse noch reifen wechseln, bevor auch sie am hotel im stadtzentrum einliefen. Nun gerade sitzen wir alle in chinatown und warten aufs essen… Wieder geht ein wunderbarer tag zu ende lain lain ( das ist natürlich malaiisch und heißt : etc… etc .. ) ..

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Auffahrt nach Fraser Hill

Die Straße von Malakka, 22.11. bis 21.12.2014

Die Berichterstattung heute wieder von Monika, die jetzt sogar den historischen Teil für mich übernimmt. Was will man mehr!

Das Wetter wird reichlich diskutiert. Jeden Morgen und jeder weiß es ein bisschen besser und jeder hat eine App die es punktgenau vorhersagt. Keine einzige der elektronischen Vorhersagen war bisher verläßlich. Tommy guckt statt in ein Smartphone in den Himmel und reckt den Daumen nach oben. Daniela ist da etwas misstrauischer und klemmt jeden Morgen ihren Schirm am Gepäckträger fest. Der Rest der Truppe hofft auf einen abkühlenden Schauer am Nachmittag – Ausnahme Lutz: er hat vorsorglich drei Jacken in der Packtasche zur Reserve dabei. Zwei davon zieht er morgen an.
Wir sind auf der nassen, östlichen Seite von Malaysia in der Regenzeit und haben noch keinen einzigen Tropfen abbekommen. Heute wollen wir zurück auf das Rückgrat von Malaysia – wieder hoch hinauf. Um dann wieder hinunter in den Westen zu driften. Richtung Kuala Lumpur.

Tommy und Toto haben unsere Räder schon aus dem Meetingraum hinunter auf die Straße gerollt, während wir noch den letzten Toastzipfel verschlucken. Wir schnallen die Packtaschen an. Neben uns winzige Supermärkte – deren Jahresumsatz jeden Shop-Investor vor Schreck zusammenzucken lassen würden. Zwischen verstaubten Kosmetika und grellbuntem Spielzeug finden wir aber auch Bananen und krümelige Kekse.
Es ist angenehm kühl (also ca. 28°Grad) und die Sonne zieht nur langsam einen Dunstschleier von ihrem heißen Gesicht, während wir Kuala Lipis verlassen. Wahrscheinlich tun wir dem Ort unrecht – aber er wirkte etwas zerzaust und verfallen auf uns. Neugierig sind wir auf Fraser Hill. Jan hat uns gestern das Höhenprofil vor die Nase gehalten. Der Anstieg am Nachmittag könnte zur echten Herausforderung werden. Deshalb zügeln wir das Tempo, sparen unsere Kräfte und legen vorsorglich eine Nudelsuppenpause ein.

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Dann weiter durch Kautschukplantagen – Malaysia verdankt einen großen Teil seines Reichtums der Nachlässigkeit brasilianischer Zöllner. Diesen entging im 19. Jahrhundert der Schmuggel einiger Gummibaumsamen, die kurz darauf erfolgreich in Südostasien eingepflanzt wurden. Auf diese Weise fiel das Kautschukmonopol Brasiliens und Malaysia stieg aufgrund der einsetzenden Nachfrage der Autoindustrie zum größten Produzenten von Kautschuk auf. Die stinkenden Knollen aus Kautschuksaft begegnen uns auch heute immer wieder.

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Hinauf nach Fraser Hill sind es am Nachmittag noch etwas über 1000 Höhenmeter und gefühlte 754 Kurven. Michaels GPS Track kann die Windungen nicht mehr aufzeichnen und verabschiedet sich mit einem erschöpften Piepen. Die Straße wird schmal und einspurig, Affen beobachten uns etwas befremdet und ein einzelner Holztransporter keucht im Schritttempo heran und gibt letztendlich auf. Das dichte Dschungeldach wirft freundliche Schatten, viele der hohen Bäume haben durch Schlingpflanzen ihre Kontur verloren und wetteifern mit wilden Bananenpflanzen um die letzten Lichtreste. Überall tropft es, dazu Zikadengesang und das fremdartige Rufen von Vögeln.

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Am Uhrenturm in Fraser Hill ist Treffpunkt und Hotelstandort. Einige von uns sind bereits im Auto vorausgefahren und haben einen britischen Afternoon Tea mit Eiscreme und Scones genossen. Der Rest von uns muss unter die Dusche. Dringend! Lutz übernimmt strahlend die Abendessenbestellung beim Chinesen. Sein persönliches Highlight – das wünscht er sich schon sei fünf Touren. Er hat sogar die Reihenfolge der Gerichte festgelegt. Die wird zwar erwartungsgemäß nicht ganz eingehalten aber es schmeckt toll. Großes Lob.

Ich persönlich muss ins Auto, wenn es zu heiss wird, die Hitze tut meinem Schädel nicht gut. Im Begleitfahrzeug war heute auch zunächst die Durian, die Martin gekauft hat…das hat die Kopfschmerzen wesentlich verschlimmert 😉 Wir haben sie dann draussen ans Auto gebunden.
Und dann bin ich früh ins Bett, aber wer eine solche Gruppe hat, muss sich nicht sorgen. Ich werde gehegt und gepflegt, morgens finden sich kleine Leckereien vor dem Zimmer!

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Die trockene und die Nasse Seite von Malaysia

Die Straße von Malakka, 22.11. bis 21.12.2014

Das sind jetzt Tage nach Monikas Geschmack: den ganzen Tag auf dem Sattel und vorneweg stürmen – zumindest, wenn es bergan geht.

Rhythmisches Fegen weckt uns auf. Draußen ist es noch dunkel, aber irgendeine fleißige Person ist offensichtlich mit der Säuberung des Vorplatzes betraut und kommt dieser Aufgabe mit großer Leidenschaft nach. Das irritierende Plätschern entpuppt sich relativ schnell als Dusche des Zimmernachbarn. Erleichtert schälen wir uns aus den Betten – wir müssen früh los. Wer seinen Balkon als Wäscheständer genutzt hat, hat schlecht geplant. Die Radlsachen sind über Nacht wieder feucht geworden. Ute und Volker haben sich logistisch geeinigt und packen alle feuchte Kleidung in einen Koffer (der deutlich größere und schwerere) und alle trockenen Sachen in den anderen (halb leer).
Es ist kühl hier oben in den Highlands. Wir schlüpfen leise jammernd in unsere nassen, kalten Schuhe und ziehen die Reißverschlüsse der Jacken ratschend hoch. Hätten wir nicht gedacht, dass wir sie doch brauchen. ‚You need water‘ energisch schiebt unsere resolute Herbergsmutter einen großen Karton mit Wasserflaschen als Abschiedsgeschenk in den Pick-up. Freudig schnipst Ernst den Zigarettenstummel weg und setzt den Helm auf – wir haben eine sehr, sehr lange Abfahrt vor uns. Wir wollen heute von der ‚trockenen‘ Seite Malaysias (Westen) auf den‘ nasse‘ Seite (Osten). Um es vorweg zu nehmen – es werden 130 Kilometer auf einer wunderschönen, wenig befahrenen Strecke.

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Zuerst über den Wolken und dann durch die Wolken durch. Schnell verlieren wir 500 Höhenmeter und es wird wärmer und nasser – etwas unentschlossen kramen wir in den Packtaschen herum und tauschen die dickeren Jacken gegen dünne Regenhäute, teilweise in schmerzhaften Farbzusammenstellungen. Daniela zieht ihren rosa Plastik-Regenponcho aus dem letzten Seven Eleven an und braust als flatternde Mülltüte weiter. Trocken geht vor schön. Der Regen hört relativ schnell auf und bleibt weg. Auch im nassen Osten.

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Weit, weit vor uns kämpfen Martin und Ernst um den Preis als bester Bergab-Champion. Glücklicherweise halten sie immer wieder zum Fotografieren an, so da wir aufschließen können. Auf dem Weg nach unten durchradeln wir alle möglichen Vegetationszonen. Ästhetische Teeplantagen weit oben. Gemüsefelder, auf denen all das wächst, was wir gestern Abend in den Hot Pot geworfen haben. Viele Gewächshäuser krallen sich an die Hänge, die wir zweifelnd bei vorbeiflitzen betrachten. Wozu? Erdbeeren? Blumen? Wir fühlen uns bereits wie in einem immerwährenden Treibhaus. Das Klima erscheint uns bestens geeignet für Insekten und Farngewächse – weniger für uns.

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Alle 20 Kilometer halten wir an. Der Begleitfahrzeug-Kofferraum ist für uns wie ein Futterkorb um den wir uns immer wieder versammeln. Litschis und Bananen, salzige Erdnüsse und Schokokekse. Wir teilen im Schatten von Ölpalmen mit unseren kleinen Taschenmessern einen großen Marmorkuchen in handliche Stücke. Ameisen tragen freudig unsere Krümel davon.

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Wieder in den Sattel und weiter. Sonne und Strassenstaub malen uns dunkelbraun an. Tausendfaches, undurchdringliches Grün neben der Straße. Wenig Dörfer, wir sind fast die ganze Zeit allein unterwegs.
Unser Hotel könnte etwas Spachtelmasse und einen neuen Farbanstrich vertragen. Wir schieben die Räder in einen Meetingraum im 5. Stock, in dem Tommy auch gleich seine Reparaturwerkstatt aufbaut. Chinesisches Abendessen, nach dem Jan verspricht keinen japanischen Seidentofu mehr zu bestellen. Wir sind halt kulinarische, unbelehrbare Banausen. Im Dunkeln – nur angestrahlt von surreal bunten Weihnachtsbäumen bei 30° Grad, können wir die schönen Häuser des Städtchens mehr erahnen als genauer betrachten. Wir sind zufrieden mit uns und dem Tag, drücken noch etwas entnervt und vergeblich auf der ‚Aktualisieren‘ oder ‚Senden-Taste‘ verschiedener Websites herum. Das WiFi ist bereits schlafen gegangen. Das machen wir dann auch – nicht ohne die vorbereitete Kachel sorgfältig auf die Öffnungen im Badezimmer zu legen.

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