Bummelfahrt um den See

Die Schöne Insel, vom 29.09. bis 20.10.2019

Ein Beitrag von Susanne.

Als Bummeltour um den See wurde Rudi unsere heutige Etappe um den Sonne-Mond-See beschrieben. Die Alternative wären 60 km und 900 Hm gewesen, und dazu hatten die meisten von uns nach der gestrigen Tour keine Lust. Wir wollten es gemütlich angehen lassen und den See genießen. So entscheiden wir uns für eine gemütliche, etwa 30 km lange Tour – dachten wir. Insgesamt waren es dann doch 32 km und knapp 900 Hm.

Wir besichtigen zuerst den Wenwu-Tempel, der direkt neben unserem Hotel liegt. Für mich ist das definitiv der schönste Tempel, den wir in diesen drei Wochen besichtigt haben. Dann starten wir zu unserer letzten Fahrradtour. Der Weg führt immer am See entlang, der Blick auf den See ist aber meist durch Bäume und Sträucher versperrt. Unsere als flach gedachte Strecke stellte sich schnell als sehr hügelig heraus, es ist ein ständiges Auf und Ab. Nach wenigen Kilometern geht die Straße unter einer Seilbahn hindurch, wir können von unten die bunten Kabinen sehen. Wo sie wohl hinführt? Dann, einige Kurven später fahren wir an der Station der Seilbahn vorbei. Wir halten an. „Seilbahn!“ rufen wir Rudi zu, der etwas nach uns kommt. Er ist sofort einverstanden und ruft Wei Xin an, der mit dem Begleitfahrzeug schon weitergefahren ist. Als Wei Xin kommt überlassen wir die Räder lassen in seiner Obhut und freuen uns auf eine Fahrt auf den Gipfel einer der Berge, die den Sonne-Mond-See umgeben. Wir statten uns aus mit Getränken und etwas zum Überziehen, dann kaufen wir die Tickets.

Wir hätten die Infografiken besser lesen sollen. Nix war es mit Berggipfel. Die Fahrt dauerte etwa 5 Minuten und endete in einem Freizeitpark, für den man extra Eintritt hätte bezahlen sollen. Wir kaufen uns ein Eis, schauen uns noch die Shops an und fahren dann wieder zurück. Von der Gondel aus hatten wir aber einen schönen Ausblick auf den See und die Umgebung und das ist vermutlich auch der eigentliche Sinn der Seilbahn. Erschöpft von den vielen Höhenmetern, die wir eben zurückgelegt haben, müssen wir uns bei Wei Xin erst einmal stärken und fahren dann weiter auf unserer Sightseeing-Tour rund um den Sonne-Mond-See.

Es bleibt hügelig, wir fahren weiter auf und ab. Beim Xuanzang-Tempel machen wir Halt und schauen uns den Tempel an. Xuan Zang, erklärt uns Rudi, war ein buddhistischer Pilgermönch der um 600 die Seidenstraße und Indien bereiste und so den Buddhismus verbreitete. Nach der Besichtigung ist es schon halb 2, Hunger haben wir eigentlich keinen, denn wir haben uns mit Wei Xins Bananen und Snickers gut verpflegt. Aber uns gelüstet alle nach einem Kaffee. Unser Ziel ist die amerikanische Kaffeekette, die etwa 2 km von unserem Hotel entfernt ist. Wir umrunden weiter den See, immer noch geht es auf und ab, jetzt aber immer das Ziel vor unserem inneren Auge.

Nach dem Kaffee erklimmen wir noch die letzten Höhenmeter zu unserem Hotel – die letzen Höhenmeter dieser Tour. Die Räder werden zurückmontiert und auf Wei Xins Auto gepackt. Wir sind schon etwas wehmütig, die Räder wieder zurückgeben zu müssen. Jetzt haben wir noch zwei Tage, dann fliegen wir zurück nach Deutschland.

Jetzt aber die Frage: wieviele Kilometer waren es insgesamt? Ich habe die Touren mit Komoot mitgetrackt. Vor allem die Höhenmeter unterscheiden sich von denen bei Garmin (ich habe mehr). Aber laut meiner App waren es für 14 Tage Radfahren etwa 880 km und 10000 Hm. Dazu kommen noch die Spaziergänge in den Nationalparks Kenting und im Alishan.

Als kleinen Nachtrag muss ich zugeben, dass die Höhenmeterangabe weiter oben im Text sich auf die heutigen Gesamthöhenmeter, also inklusive Seilbahn, beziehen. In Wahrheit waren es heute nur 360Hm.

Im Hotel können wir unsere neuen Zimmer beziehen. Wir hausen jetzt nicht mehr unter, sondern über der Lobby, die Zimmer sind jetzt hoffentlich leiser. Ina und ich gehen nochmal auf Fototour in den Wenwu-Tempel, dann duschen, dann Abendessen. Für das Abendessen hatte Wei Xin eine Superidee und brachte Pizza für alle mit. Wir wir uns darauf gefreut haben. Nach drei Wochen Reis und Stäbchen ist der erste Biss in eine leckere, fette Pizza ein herrliches Gefühl. Wir alle mögen das asiatische Essen, ich finde das Essen mit Stäbchen auch sehr praktisch. Aber wir sind eben doch alle Europäer.

Jetzt noch Kofferpacken, morgen früh ist die Rückfahrt nach Taipei. Anstatt Bummeltour um den See ist High Speed Train nach Taipei angesagt.

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