Land des Staubs

Entlang der Teestraße, 11.02. bis 05.03.2017

Fahrt nach Lufeng, ca 81 km leicht bergig und sehr staubig.

Heute sollten wir China von seiner staubigen Seite kennenlernen. Aber erst war es ganz entspannt als wir losfuhren. Wegen der frühen Stunde war es noch relativ frisch draußen und kaum Verkehr. Wir verließen Anning und fuhren auf einer ruhigen Landstraße Richtung Nordwesten. Der Raps stand in Blüte und an einem der Felder war ein ziemlicher Menschenauflauf. Wir fuhren hin um zu schauen was der Grund dafür war. Die Leute stellten sich einfach in das riesige Rapsfeld und machten Selfies von sich weil die leuchtend gelbe Farbe so schön war. Da dachten wir uns, das können wir auch und machten mit. Das erregte natürlich Aufmerksamkeit und schließlich mussten wir mit einer Gruppe Chinesen Gruppenfotos machen. Die Leute waren recht außer sich, fast schon hysterisch, dass Sie zusammen mit ein paar westlichen Aliens auf Fotos festgehalten wurden.

Nachdem wir eine Weile weitergeradelt waren, nahm der Verkehr zu. Meist waren es Baustellenfahrzeuge, denn an allen Ecken und Enden wird ich China gebaut. Wie Xiao Ding uns später erzählte wird an einer Erweiterung der Autobahn gebaut. Daher war überall Lehm und Sand auf der Straße, den die Fahrzeuge aufwirbelten. Nach 40 km kämpften wir uns einen neun Kilometer langen Aufstieg hinauf und freuten uns schon auf die Abfahrt. Doch kaum waren wir über den Pass, war der Asphalt weg und vor uns lag eine Schotterpiste. Das war gemein. Uns so der wohlverdienten schönen Abfahrt zu berauben. Nicht nur, dass es rumpelte und holperte und man sehr vorsichtig fahren musste bei dem Schotter, am schlimmsten waren eigentlich die ganzen LKWs die uns aus beiden Richtungen passierten und uns jedesmal in dichte Staubwolken einhüllten.

Am Fuße der holprigen Abfahrt kehrten wir in einem kleinen Ort in ein kleines Restaurant ein um gebratenen Reis zu essen. Dort waren wir wieder einmal die Sensation, denn Ausländer verschlug es wohl ziemlich selten hierher. Wir wurden mehrfach regelrecht ausgequetscht und mehrfach bedrängt, mit den Einheimischen, die der Yi-Nationalität angehörten, Schnaps zu trinken. Einzig der Hinweis darauf, dass wir ja noch fahren müssten, rettete uns vor einem Besäufnis. Aber lustig war es dort trotzdem. Die Yi tranken reichlich Schnaps, rauchten Wasserpfeife und sangen lautstark ihre traditionellen Volkslieder.

Auch auf der Weiterfahrt bleiben weitere Baustellen nicht aus, so dass der Staub unser stetiger Begleiter wurde. Das Schmutzbier nach der Etappe hatten wir uns heute redlich verdient.