Entspannter Trubel

Entlang der Teestraße, 11.02. bis 05.03.2017

Kunming-Exkursion bei etwa 18°C und teils bewölktem, teils sonnigem Himmel.

Nudelsuppe zum Frühstück ist nicht jedermanns Sache, das weiß ich von meinen bisherigen Gruppen, aber meine Gruppe hat sie ohne Probleme gegessen. Eine gute Grundlage für einen guten Start in den Tag. Anschließend suchten wir erst einmal den Radladen auf, in dem unsere Räder gelagert sind. Wir stellten die Räder ein und brachten sie ins Hotel. Dann machten wir uns zu Fuß auf den Weg um Kunming zu erkunden.

Erste Station war der Yuantong Tempel, ein buddhistischer Tempel nicht weit von unserem Hotel entfernt. Man läuft etwa 10 Minuten. Er ist der älteste Tempel der Stadt und geht auf die Tang-Dynastie (609-918) zurück. Zur Mingzeit wurde er restauriert und gleichzeitig erweitert und nahm zu dieser Zeit seine heute Form an. Er ist architektonisch einzigartig in China, denn er ist vom Eingang her abschüssig und die Gebäude sind zum Teil von Wasser umgeben. Die traditionelle Tempelstruktur folgt meist einer geraden Achse auf der die wichtigsten Hallen des Tempels angelegt sind vom Eingang her aufsteigend, so dass die wichtigste Halle am höchsten Punkt des Geländes steht. Beim Yuantong Tempel ist dies umgekehrt.

Vom Yuantong Tempel schlenderten wir in Richtung Cuihu Park („Grüner See Park“). Wir waren erstaunt wie entspannt Kunming für eine Asiatische Großstadt ist. Immerhin hat Kunming rund 8 Millionen Einwohner. Unterwegs machten wir Halt in einem Café, das von zwei Schweizern betrieben wird und labten uns an Kaffee und Kuchen. Diesen Luxus wollten wir uns gönnen solange wir ihn noch haben. Im Cuihu-Park angekommen stellten wir fest, dass Kunming doch noch mehr Bevölkerung hat. Die waren alle im Park. Dieser Park wurde bereits im 17 Jahrhundert angelegt und besteht aus vier kleineren Seen, die mittels Brücken miteinander verbunden sind. Früher war der See einmal das Wasserreservoire der Stadt, heute ist der Park ein öffentlicher Park zum Spazieren oder zur Freizeitgestaltung. Jeder der ein Instrument spielen oder singen kann (oder auch nicht) findet sich hier ein um mit Gleichgesinnten zu musizieren. Wichtig ist vor allem lauter zu sein als die Nachbar-„Band“ ein paar Meter weiter. Wer will kann auch dazu tanzen. Chinesen haben diesbezüglich keine Scheu und präsentieren sich gerne in der Öffentlichkeit. Wir Europäer sind da in der Regel genanter. Die Bands konnten unterschiedlicher nicht sein. Vom solistischen Gesang über traditionelle Volksmusik und eine Brassband die versuchte europäisch zu klingen war alles vorhanden. Mehrere Gruppen Omas machten Aerobic auf chinesische Schlagmusik. Das ist schon sehr faszinierend anzuschauen.

Als wir von dem Trubel genug hatten, wanderten wir in die Altstadt weiter oder das was noch davon übrig ist. In den letzten verbliebenen Altstadtstraßenzügen befindet sich der Vogel und Blumenmarkt der aber eigentlich alles verkauft was das Herz begehrt. Unsere Herzen begehrten Mao-Mützen. Deshalb kauften wir uns jeder eine grüne Mao-Mütze mit rotem Stern drauf. Sau schick!

Einige Ecken der Altstadt wurden bereits sehr aufwändig saniert und dort befinden sich schicke Cafés und Boutiquen. Wir wanderten ein wenig in den Gassen umher und gingen dann in ein sehr rustikales chinesisches Restaurant im historischen Stil, dem „Lao Fangzi“, essen. Das Essen war ausgezeichnet und das Ambiente wirklich schön und wesentlich billiger als ich erwartet hatte. Fast schon schade, dass wir nicht länger in Kunming sind.

Atemlos in die Nacht

Radweltreise-Erkundung Thailand, vom 01.02.2017 bis 23.02.2017

Langer Weg nach Süden von Hua Hin nach Chumpon

Zuweilen singe ich auf dem Rad. Wenn es besonders gut läuft. Der Wind angenehm bläst. Oder wenn es zäh geht.

Die gute Nachricht: So zäh kann es gar nicht gehen, als dass ich Helene Fischer singen würde.

Die schlechte: Ich habe verdammt viel gesungen die letzten drei Tage!

Doch von vorne:
Wie geschrieben war für den 10.02. die Königsetappe angekündigt, irgendetwas um die 130 Kilometer. Also 130 Kilometer in knapp zwei Jahren auf der Radweltreise. Auf so einer Erkundung weiß man aber nicht immer, welcher Weg der richtige ist, fährt mal hier in eine Sackgasse, mal dort in einen Hinterhof und dreht dabei die eine oder andere Runde. 156 Kilometer wurden es so, und am Ende war es schon verdammt dunkel und ich habe mich mit „Creamer“ ins Ziel gerettet. Kennt ihr nicht? Könnt ihr auch nicht, das ist die allmorgendliche Version von Supertramps „Dreamer“, immer als Mem in Stellung, wenn ich mir einen 3in1 Instantkaffee aufbrühe. Kaffee, Zucker und – aha – „Creamer“! Ich weiß, man wird zuweilen schrullig, wenn man täglich durchschnittlich 120 Kilometer allein auf dem Fahrrad sitzt!

Deshalb kommt heute auch Zornica, meine Frau, nach Thailand, um mich den Rest der Erkundung zu begleiten. An dieser Stelle einen lieben Gruß nach Berlin an meine Eltern, die so lieb waren, sich zwei Wochen um unsere Kinder zu kümmern!

Zornica muss sich dann auch erst einmal etwas gedulden, bis ich schließlich in unserer Bunglowanlage einrolle. Selten hat ein Schmutzbier so gut geschmeckt!

Die nächsten zwei Tage lasse ich es dann gemächlich angehen. Strandhopping ist angesagt auf dem Weg nach Chumpon. So wird das auch rund für die Gruppe. Gemächliches Radeln teils an der Küste entlang, teils im ländlichen Hinterland. Entspannung pur nach den langen Etappen. Und jetzt, endlich, kommt der Wind auch aus der richtigen Richtung!

Strecke 10.02.2017

Strecke 11.02.2017

Strecke 13.02.2017