Großstadt feeling

Entlang der Teestraße, 11.02. bis 05.03.2017

Fahrt nach Pu‘er, ca 106 km sehr bergig (1650 Höhenmeter), unsere Königsetappe

Gestern noch Sonne, heute kalt und neblig. So kann‘s gehen in den Bergen. Es ist laut Wetterbericht sogar Regen angesagt aber wir lassen uns nicht beirren und radeln trotz aller schlechter Prognosen los. Es ist zwar kalt und neblig aber der Regen bleibt aus. Das ist das wichtigste, denn bei Regen macht radeln einfach keinen Spaß. Insbesondere weil wir heute reichlich Steigungen vor uns haben. Wir müssen etwas über 1650 Höhenmeter bewältigen auf einer Strecke von 106 km.

Die Strecke ist herrlich. Und dass die Bergspitzen im Nebel verschwinden hat sogar etwas mystisches. In Ning’er essen wir zu Mittag, wie meist gebratenen Reis mit Ei und Gemüse. Als wir weiter fahren kommt sogar die Sonne heraus. Da macht der letzte große Anstieg dann sogar richtig Spaß und bei der langen Abfahrt frieren wir nicht. Allen Prognosen zum Trotz war es ein zwar anstrengender aber richtig schöner Radtag.

Am Abend schlendern wir durch Pu’er auf der Suche nach einem Restaurant. Wir wohnen in einem neugebauten Viertel, das eine neue Ausgehmeile beherbergt. In einem kleinen Restaurant mit Außenbewirtung lassen wir uns nieder. Kurz darauf kommt die Wirtin mit ihrem 13 jährigen Sohn und erklärt uns, dass er Englisch üben solle. Er muss 10 Sätze mit uns wechseln und sie zählt eisern mit. „Das waren jetzt 6 Sätze, noch 4. Los!“ Der arme kleine bringt ziemlich verlegen und stotternd dann schließlich seine 10 Sätze zusammen und ist froh als es vorüber ist. Zum Abschluss müssen wir noch ein Gruppenfoto mit der kleinen Tochter der Familie machen. Wie es scheint, verirren sich nicht viele Ausländer nach Pu’er.

Ein letztes Bier trinken wir noch in einer schick gestalteten kleinen Kneipe in der Country Music läuft. Das hier ist er erste Ort seit Kunming, der richtige Bars und Kneipen hat. Pu’er ist auch der größte Ort seit Kunming. Man sieht hier, die Entwicklung und Modernisierung Chinas zieht sich schon bis in die entlegensten Winkel des Landes, sogar in den äußersten Südwesten.


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