China By Bike Sondernewsletter März 2020

Liebe Radlerinnen und Radler!

Corona ist in aller Munde. Aus China kommen vorsichtig optimistische Nachrichten, dafür herrscht in Europa Panik. Während die einen das Ende der Welt heraufbeschwören, verweisen die anderen auf die deutsche Grippewelle, die zu allem Überfluss auch noch wütet.

Allein eines passiert im Moment selten: Eine Analyse mit klarem Kopf.

Wir beobachten die Lage in China natürlich sehr genau. Unsere Partner, Familien, Reiseleiter und Freunde sind in Beijing, Shanghai, Chengdu und in der Provinz Yunnan und halten uns täglich auf dem Laufenden. Wir checken regelmäßig die offiziellen Nachrichtenquellen, die Blogs und die sozialen Medien, in Deutschland und in China.

Da wir vor allem Touren in Asien anbieten, wollen wir hier ausschließlich auf die Situation in unseren Hauptreiseländern eingehen.

Fakt ist: Über das neue Coronavirus ist noch viel zu wenig bekannt, um die wirkliche Gefahr abschätzen zu können. Erste Behandlungserfolge haben sich eingestellt, außerhalb des Ursprungsgebietes rund um Wuhan, das augenblicklich immer noch unter Quarantäne steht, scheint die Lage in China stabil. Von den 80.000 Erkrankten in China sind bereits mehr als die Hälfte als geheilt entlassen. Neuinfektionen außerhalb der Provinz Hubei gibt es in China kaum. Seit Anfang März öffnen die ersten Sehenswürdigkeiten wieder, wenn auch mit Auflagen.

Da unter diesen Umständen Reisen keinen Spaß machen und zudem die Gefahr besteht, dass unsere Gruppen irgendwo hängen bleiben und den Urlaub unfreiwillig verlängern müssen, haben wir alle Abreisen bis Ende März abgesagt. Für die „Chinesische Landpartie“ im April entscheiden wir diese Woche, ob sie stattfinden kann. Eine kostenlose Umbuchung auf einen späteren Termin ist aber auf jeden Fall möglich.

Im Mai ist bei uns sowieso traditionell nicht viel los, so dass unser Hauptaugenmerk nun auf den Sommer, Herbst und Winter 2020 liegt.

Für alle, die gerne auch in diesem Jahr mit uns radeln wollen, hier eine Übersicht der augenblicklich gesicherten Reisen ab Sommer 2020:

Südlicher der Wolken (E-Bike-Tour in der Provinz Yunnan)
05. – 25.07.2020

Entlang der Teestraße (Radtour in Süd-Yunnan)
26.07. – 15.08.2020

Die Drei Schluchten des Yangzi (Radtour von Xi’an zum Yangzi)
03. – 29.09.2020

Die Schöne Insel (Radtour auf Taiwan)
04. – 25.10.2020

Auf den Spuren der Khmer (Radtour durch Laos und Kambodscha)
30.10. – 19.11.2020

Ins Mekong-Delta (Radtour durch Kambodscha und Süd-Vietnam)
17.11. – 06.12.2020

Wir halten Euch aber auf jeden Fall auf dem Laufenden über die weitere Entwicklung und freuen uns, trotz der augenblicklich dramatisch erscheinenden Situation auf viele schöne Radtouren in China und in den angrenzenden Regionen und Ländern. Unsere anderen Reiseländer, allem voran Laos und Kambodscha sind glücklicherweise kaum betroffen. Gleiches gilt für Indonesien und Thailand.

Falls ihr im Frühjahr mit uns radeln wollt:

Die Schlussetappe unserer Radweltreise beginnt am 26.03.2020 in Lissabon und erreicht am 07.06.2020 Berlin. Restplätze sind noch frei und es sind wie immer auch Teiletappen möglich:

Der Schöne Weg nach Hause
26.03. – 07.06.2020

Alle Wege führen nach Santiago – Radtour von Lissabon nach Santiago de Compostella
26.03. – 12.04.2020

Pilgern auf zwei Rädern – Der Jakobsweg mit dem Fahrrad
10.04. – 02.05.2020

Radeln wie Gott in Frankreich – Radtour von Bordeaux nach Paris
30.04. – 18.05.2020

16 Räder westwärts – Radtour von Paris nach Berlin
16.05. – 07.06.2020

Bleibt gesund und verliert eure Reiselust nicht!

Den nächsten Newsletter gibt es voraussichtlich Anfang Mai 2020.

Euer China-By-Bike-Team

Print Friendly, PDF & Email

Newsletter Radweltreise Europa

Liebe Radlerinnen und Radler!

Nein, in diesem Newsletter geht es nicht um das Corona-Virus (dazu am Montag ein eigener Newsletter). Wir sind der Meinung, dass man auch oder gerade in Zeiten der Verunsicherung an Urlaub denken und sich auf tolle Reisen freuen darf. Wir können es auf jeden Fall kaum abwarten, mit der Radweltreise durch Europa zu radeln, von Lissabon nach Berlin. Und natürlich freuen wir uns auf die vielen Mitradlerinnen und Mitradler, die bereits dabei sind – einige den gesamten Schönen Weg nach Hause, viele auf ausgesuchten Teiletappen. Hier präsentieren wir die schönsten Abschnitte unserer Europaradtour. Auf allen beschriebenen Etappen sind noch Restplätze frei.

Lissabon

Alle Wege führen nach Santiago – Radtour von Lissabon nach Santiago de Campostella

Portugal und Spanien entdecken wir auf dem ersten Abschnitt unser paneuropäischen Radtour. Von Lissabon führt uns diese recht anspruchsvolle Radtour über das romantische Sintra, das mittelalterliche Obidos und Batalha mit seinem eindrucksvollen Kloster nach Coimbra. Von Portugals alter Hauptstadt radeln wir über Aveiro, das „Venedig Portugals“ nach Porto. Gestärkt von dem einen oder anderen Wein geht es weiter, den Camino Portugues folgend nach Santiago de Compostella. Eine wunderbare Radtour, gespickt mit Highlights!

Mehr erfahren ->

 

 

Finisterre

Pilgern auf zwei Rädern – Der Jakobsweg mit dem Fahrrad

Auf unserer Radtour von Santiago nach Bordeaux folgen wir vor allem dem Jakobsweg. Aber nicht nur! Zuerst radeln wir zum „Ende der Welt“, folgen der Atlantikküste bis A Coruña und pilgern dann den Jakobsweg in umgekehrte Richtung von Lugo nach Pamplona. Zum Abschluss gönnen wir uns noch eine frische Meeresbrise und radeln schließlich nach Bordeaux. Eine Radtour voller landschaftlicher, kultureller und kulinarischer Highlights.

Mehr erfahren ->

 

 

Loire – Saumur

Radeln wie Gott in Frankreich – Radtour von Bordeaux nach Paris

Von Bordeaux durch das Médoc in Richtung Norden. An der Atlantikküste entlang bis nach La Rochelle. Den Loireradweg bis nach Orléon. Die faszinierende Katedrale von Chartres. Und zum Abschluss Paris mit dem Fahrrad. Mehr Frankreich in knapp drei Wochen geht kaum!

Eine Tour zum Entdecken und Genießen!

Mehr erfahren ->

 

 

Paris

16 Räder ostwärts – Radtour von Paris nach Berlin

Warum in die Ferne schweifen?!

Unser Heimatkontinent ist voller Überraschungen.

Wir entdecken Paris mit dem Rad, laufen durch die malerischen Altstädte Belgiens, Hollands und Deutschlands, genießen das Fahrradwunderland Holland und begeben uns durch einen kulinarischen Streifzug durch die Küchen Mitteleuropas. Eine wahrlich würdige letzte Etappe der Radweltreise. In Berlin schließen wir uns der Fahrradsternfahrt an und radeln stilvoll die Avus in Richtung Funkturm. Das „Schmutzbier“ im Eschenbräu haben wir uns verdient!

Mehr erfahren ->

 

Bleibt gesund!

Euer China-By-Bike-Team

Print Friendly, PDF & Email

Ausspannen in Luang Prabang und Umgebung

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.2020

Ausflug zum Kuang Xi Wasserfall und Besichtigung des Wat Xieng Thong, 62 km, 681 HM

Wir haben nur einen vollen Tag in Luang Prabang, das ist sehr wenig. Deswegen bin ich wirklich froh, dass die meisten von uns die Stadt schon kennen und den Besichtigungstag gecancellt haben. Stattdessen fahren wir mit den Rädern zum Wasserfall Tad Kuang Xi. Allein die Strecke dorthin ist einen Radtag wert, eine kleine Straße, wenig Verkehr, einige Steigungen, ab zu und sehen wir den Mekong und später grün leuchtende Reisfelder.

Das kann aber noch getoppt werden vom Wasserfall. (Auf dem Weg gehen wir durch ein Projekt, in dem Schwarzbären ein zu Hause finden, die von den Behörden aus den Fängen von Wildtierschmugglern beschagnahmt wurden und leider nicht mehr ausgewildert werden können). Einige von uns trauen sich in das kühle Nass, in die hellblau leuchtenden Kaskaden umgeben vom Urwald. Ich finde es traumhaft. Die Abkühlung tut gut, denn in Luang Prabang ist es einfach wärmer als weiter im Norden. Ein steiler staubiger und rutschiger Pfad führt hoch zum Wasserfall. Dort tut sich eine Traumwelt auf. Kleine Holzbrücken über klares Wasser, Picknickplätze neben den Wurzeln der Urwaldriesen, sogar eine Fahrt auf Bambusflößen wäre oben möglich. Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall mehr Zeit einplanen. So schlittern wir den steilen Pfad wieder herunter und machen uns auf den Weg zurück in die Stadt. Der Tempel Wat Xieng Thong glänzt im Abendlicht, Keo erzählt uns Geschichten aus dem Buddhismus, und dann ist es auch schon Zeit für Nachtmarkt und Abendessen.

Irgendwann treffe ich zufällig Mr. Toh, ein Guide von Green Discovery Laos, der vor etlichen Jahren mit Volker zusammen die Radtouren in Laos ausgekundschaftet hat. Toh wohnt in Vang Vieng und ist gerade mit einer Trekkinggruppe in Luang Prabang unterwegs. Ich freue mich über das kurze Treffen, die Welt ist klein. Dann heißt es Abschied nehmen von Keo und Mr. Kam, die uns in der letzten Woche gut durch Laos begleitet haben.

Laos ist nicht gerade für seine Küche berühmt (obwohl die Zutaten überall frisch und weitgehend Bio sind), aber im Tamarind sind die Gewürze so fein auf die Gerichte abgestimmt, und dabei wesentlich fettfreier als in China, es ist eine echte Gaumenfreude.

Für den Rest dieses schönen letzten Radtages sollen die Bilder sprechen.

Print Friendly, PDF & Email

Letzte lange Etappe der Tour

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.2020

Von Nam Thouam in die Königsstadt Luang Prabang, 101 km, 842 HM

Als wir heute früh zum Frühstück gehen, ist die Sonne gerade aufgegangen und es ist kühl. Normalerweise hätten wir uns noch eine halbe Stunde mehr gegönnt, aber das laotische Gästehaus ist zwar von außen sehr schön, aber die Zimmer sind recht charmfrei. Da zieht es uns eher nach Luang Prabang.

Das Restaurant, eines der wenigen hier am Ort, hat netterweise schon Baguette besorgt, Kaffee gekocht und Obst geschnitten. Ingwertee gibt es auf Wunsch dazu, in so einem Durchgangsort hätte ich nicht so viel erwartet. Irgendwann beginnt der Dorflautsprecher, laotische Sicherheitshinweise und die Preisobergrenze für Fleisch und Getreide durchzugeben. Ich verstehe das nicht, es klingt eher wie monotoner Singsang aus dem Kloster, aber Keo übersetzt für uns.

Die Fahrt nach Luang Prabang vergeht wie im Flug. Wir machen Mittagspause an der Brücke über den Nam Ou. Vorher haben wir schon eine weitere Staustufe am Nam Ou, wie vorgestern bei Muang Ngoi noch im Bau, gesehen, samt der Dörfer, die ein paar hundert Meter weiter nach oben gezogen sind. Am Mekong sollen in naher Zukunft fünf Staudämme in Betrieb gehen. Der Damm bei Xayaburi ist seit Oktober am Netz, der bei Don Sahon in der letzten Testphase und ein anderer in der Nähe von Luang Prabang könnte in der Planung vorgezogen werden. Selbst bei Pak Beng, in Richtung Thailand, soll ein Staudamm entstehen. „Allerdings zögert der jetztige Präsident das heraus“, erzählt Keo, „Aber wer weiß, was der nächste macht.“

Die gefürchtete Stadteinfahrt erweist sich als seht gut fahrbar. Auf den letzten 15 Kilometern gibt es mehr Motorroller und ein paar kleinere Transporter und TukTuks, aber alles in allem hält sich der Verkehr in Grenzen. So erreichen wir gegen vier Uhr, nach einer schönen Extrarunde am Mekongufer, unser Hotel Sala Prabang. Wir sind in einem der Häuser, dem Issada, in zweiter Reihe untergebracht. Hier ist es ruhiger als direkt am Mekong und die Zimmer wie immer geschmackvoll eingerichtet.

Mount Phousi, Nachtmarkt, Sindat (die laotische Variante des Feuertopfes) am Mekongufer, und wieder Nachtmarkt, wir haben den ersten Abend in der Stadt sehr genossen.

Print Friendly, PDF & Email

Zur aktuellen Situation in China

Die Nachrichten aus China überschlagen sich. Während die einen das Ende der Welt heraufbeschwören, verweisen die anderen auf die deutsche Grippewelle.

Allein eines passiert im Moment selten: Eine Analyse mit klarem Kopf.

Wir beobachten die Lage in China natürlich sehr genau. Unsere Partner, Familien, Reiseleiter und Freunde sind in Beijing, Shanghai, Chengdu und in der Provinz Yunnan und halten uns täglich auf dem Laufenden. Wir checken regelmäßig die offiziellen Nachrichtenquellen, die Blogs und die sozialen Medien, in Deutschland und in China.

Fakt ist: Über das neue Coronavirus ist noch viel zu wenig bekannt, um die wirkliche Gefahr abschätzen zu können. Erste Behandlungserfolge haben sich eingestellt, die Fälle im Ausland bleiben bisher Einzelfälle und außerhalb des Ursprungsgebietes rund um Wuhan, das augenblicklich unter Quarantäne steht, scheint die Lage stabil. Auch wenn die Ansteckungsgefahr wohl nicht sehr hoch ist, sind doch viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Verbotene Stadt, Terrakotta-Armee) geschlossen. 90 Prozent der Chinesen tragen in der Öffentlichkeit Mundschutz und verlassen ihre Häuser nur selten. „14 Tage Urlaub zu Hause“ ist der Tenor, und viele gehen davon aus, dass sich nach Ablauf dieser 14 Tage, der maximal vermuteten Inkubationszeit, die Lage entspannt hat und das Leben in den meisten Regionen Chinas wieder seinen normalen Gang geht.

Daher ist für uns der 9. Februar 2020 der Stichtag, um zu beurteilen, ob wir Reisen ab der zweiten Februarhälfte verantworten und durchführen können. Bis dahin finden definitiv keine Reisen statt.

Wir halten Euch aber auf jeden Fall auf dem Laufenden über die weitere Entwicklung und freuen uns, trotz der augenblicklich dramatisch erscheinenden Situation auf viele schöne Radtouren in China und in den angrenzenden Regionen.

Und natürlich auf die Schlussetappe unserer Radweltreise, die am 26.03.2020 in Lissabon beginnt und am 07.06.2020 in Berlin endet.

Print Friendly, PDF & Email

Wo sind die Projekte hin?

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.2020

Von Muang Ngoi mit dem Boot nach Nong Kiaw und weiter mit dem Rad nach Nam Thuam, 42 km, 346 HM

Muang Ngoi erwacht. Zuerst die Hähne, lange vor dem ersten Licht, dann die Vögel, ab sechs Uhr wird der Markt aufgebaut, und zwar direkt hinter unseren Bungalows, um zehn vor sieben trommelt es und kurz darauf kommen neun Mönche aus dem Kloster, um sich von den auf Pappkartons knienden und hübsch herausgeputzten Frauen Reis in die Schale geben zu lassen.

Wir haben Glück, heute ist Markt, der alle zehn Tage hier abgehalten wird. Aus der Umgebung kommen viele Dörfler mit Booten in den Ort, um einzukaufen und ein Pläuschchen zu halten. Neben Gemüse, Fleisch und allerlei Haushaltswaren und Kleidung gibt es auch ausgebackene Bällchen mit Banane und Klebereissüßigkeiten mit Kokos. Ich bin schon lange vor dem Frühstück pappsatt, nur vom Probieren.

Wir lassen uns Zeit und spazieren zur Tham Kang Höhle, in der im sogenannten geheimen Krieg von 1964 bis 1973 die Menschen der Umgebung Schutz vor den Bombardements der Amerikaner gesucht haben. Auf Laos sind in diesem Zeitraum unvorstellbare zwei Millionen Tonnen Bomben niedergegangen, ohne dass jemals auch nur Krieg erklärt worden wäre, von Opferzahlen und den bis heute vorkommenden Verletzungen durch noch im Boden liegende Streubomben ganz zu schweigen. Der Ort ist ganz anders, als man sich eine solche Gedenkstätte vorstellt. Hier gibt es Restaurants, entspannte Musik und einen älteren Herrn, der den (schon sehr niedrigen) Eintrittspreis damit rechtfertigt, dass man die kleine Brücke in Schuss halten und weiterhin hübsche Blumen pflanzen möchte. Hierher kommen vor alle Westler, aber von altem Groll, der wahrlich berechtigt wäre, ist nichts zu spüren.

Schließlich müssen wir Muang Ngoi verlassen und genießen eine gute Stunde Bootsfahrt auf dem Nam Ou stromabwärts. Dann geht es auf die Räder, bis nach Nam Thuam. Unterwegs frage ich unseren laotischen Guide Keo Löcher in den Bauch. Denn vor einigen Jahren war in nahezu jedem Dorf ein Schild aufgestellt, das auf ein NGO Projekt hinweist. Heute ist nichts davon zu sehen, nur der chinesische Einfluss im Bau von Infrastruktur und Energiegewinnung.

Ja, das habe sich geändert, bestätigt Keo, erzählt dann aber doch noch von seinem eigenen Projekt. Er hat in einem Khmu-Dorf in der Nähe gemeinsam mit der Schweizer NGO Education for Life die Dorfschule mit Tischen versorgt, Schulbücher angeschafft und ein Toilettenhäuschen gebaut. Als nächstes sei eine neue Wasserleitung geplant. Irgendwie bin ich beruhigt, dass diese kleinen Projekte noch existieren. Wer sich das Projekt im Internet ansehen möchte: education-for-life.ch.

PS: Natürlich beherrscht ein anderes Thema die Gegend: Coronavirus. An der Kreuzung in Richtung Norden nach Oudomxai und weiter zur chinesischen Grenze unterhalten wir uns mit den Verkäufern am Straßenkiosk. Sie erzählen, dass die laotische Regierung die Grenze zu China bei Boten geschlossen habe. Ich kann das später beim Googlen nicht finden, aber es mag so sein. Wir waren ja in China, und verfolgen das Geschehen mit großem Interesse. Sorge kommt nicht auf, wir diskutieren eher darüber, wie das Ganze wohl in Europa ablaufen würde, warum so wenig über die Ansteckugswege berichtet wird und was eigentlich inzwischen aus den Bränden in Australien, die vorher die Schlagzeilen beherrscht haben, geworden ist. Ich kann das große Interesse an dem Thema gut nachvollziehen und lese auch morgens und abends die Nachrichten. Aber ich finde, dass es ein ganz schöner Hype ist, wenn auch ein sehr verständlicher. Kurz: uns geht es gut.

Print Friendly, PDF & Email

Laos by boat

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.2020

Bootsfahrt auf dem Nam Ou, von Muang Khua nach Muang Ngoi

Bis vor einigen Jahren hatte unser Zielort weder Strom noch Straßenanschluss. Mittlerweile ist Muang Ngoi ans Straßennetz angebunden und Strom gibt es auch, die meisten Besucher kommen aber noch immer mit dem Boot an. Für uns ist heute Radpause angesagt, „Laos by boat“ statt „China by bike“.

Nach einer vierstündigen Fahrt auf dem Nam Ou, Laos längstem Binnenfluss, mit Stopps in zwei Dörfern, landen wir in Muang Ngoi. Allerdings gibt es seit meinem letzten Besuch einen Staudamm, ein chinesisches Hydropower-Projekt, das einige ufernahe Dörfer zum Umzug nach weiter oben zwingt. Vielerorts werden Hänge abgeholzt, wahrscheinlich für das benötigte Baumaterial, und die Marke der letztendlichen Stauung ist schon gut zu erkennen: Bis dahin werden vom Wasserspiegel aus sämtliche Bäume gefällt, sie liegen noch zum Trocknen an Ort und Stelle, und sind noch nicht abgeholt. Der Staudamm selbst ist im Bau, wir umfahren ihn weitläufig mit einem TukTuk, das sich vollbeladen über eine staubige teils sehr steile Straße quält.

In Muang Ngoi ist von alledem nichts zu spüren. Es ist eine Mischung aus verschlafenem Dorf und Backpackerparadies mit vielen kleinen Restaurants, die Pfannkuchen und Coffee Lao anbieten, so viele westliche Gesichter haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Auf den Dorfwegen laufen Hühner, Hunde und Katzen herum, dahinter sind kleine feine Gemüsegärten angelegt, vom Tempel bis zum Dorfende läuft man fünf Minuten und hat alles gesehen, von einigen Stichsträßchen einmal abgesehen. Wer nicht kocht (nach dem Motto: gut Ding will Weile haben) oder seine Netze flickt, hält ein Schwätzchen mit den Nachbarn, oder beschreibt den Neuankömmlingen geduldig den Weg zum Aussichtspunkt. Muang Ngoi ist eine Paradebeispiel dafür, dass in Laos alles und jeder eine langsamere Gangart geht.

Die Bungalowanlage des Lattanavongsa Guesthouses ist jedesmal wieder ein Ort zum entspannen, man könnte den ganzen taglang auf der Terrasse sitzen und in die umliegenden noch ursprünglich bewaldeten Hügel schauen. Wir entscheiden uns aber noch für den schweißtreibenden Aufstieg zum Viewpoint, und werden mit einem phantastischen Blick über den Fluss belohnt.

PS: Wlan gibt es im Guesthouse nicht, deswegen folgt der Blog mit etwas Verspätung.

Print Friendly, PDF & Email

Sabadiiii und frohes neues Jahr

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.2020

Von Oudomxai nach Muang Khua, 101 km, 900 HM (laut Garmin)

Heute ist Neujahrsfest. In den Dörfern wird geheiratet oder einfach gefeiert. Zu Beginn fahren wir noch durch eine Ebene, in der viel Landwirtschaft betrieben wird, neben Gemüse und Reis gibt es hier auch Tabakfelder. Auf dem kleinen Straßenmarkt können wir die Fülle an frischen Lebensmitteln und Gewürzen bestaunen.

Dann geht es den Rest des Tages am Nam Phak entlang, immer auf und ab und auf und ab. Es wird zunehmend wärmer, die Kurven nehmen schier kein Ende. In den Dörfern sind es wieder einmal die Kinder, die den Tag bestimmen. Der Willkommensgruß Sabadiiiii schallt von der Straße, aus Häusern und von weiter entfernten Feldern. Als Blogtitel ist er nicht besonders originell, aber so typisch für Laos, dass man nicht darum herum kommt.

Zu den Hochzeiten putzen sich die Gäste fein heraus. Am Eingang wartet das Brautpaar, die Gäste überreichen einen Umschlag und begeben sich dann zu Essen, Beer Lao, Tanz und Musik ins Festzelt. Vormittags geht es noch ruhig zu, gegen Nachmittag wird es lauter und der Gang der Gäste unsicherer. Auch die Autos und Motorräder halten nicht mehr so viel Abstand wir zuvor, da ist sicherlich schon viel Beer Lao geflossen. In den letzten Dörfern begeben sich die Männer und Frauen gleichermaßen kichernd und schwankend nach Hause, wobei sie sich gegenseitig stützen. Es ist eben Neujahr, und das will gefeiert werden.

Nach einigen Hängebrückenbildern tun wir es den Laoten gleich, und genießen nach der langen Fahrt ein Schmutzbier im Hof des Gästehauses. Morgen steht auch nur eine Bootsfahrt an, aber im Vergleich zum chinesischen Bier steigt das Beer Lao schneller zu Kopf. Die gelben Kästen des Getränks, man kann den Umsatz gut erahnen, stapeln sich hoch an Restaurants und Tankstellen. Gleich geht es zum verdienten Abendessen im bereits verschlafenen Örtchen Muang Khua am Zusammenfluss von Nam Ou und Nam Phak, deswegen soll es mit Blog hier genug sein.

Print Friendly, PDF & Email

Königsetappe in Laos

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.2020

Von Luang Nathma nach Oudomxai, 78 km Radausflug, 1.010 HM

… wäre es gewesen. Aber heute haben wir die Route etwas abgekürzt. Denn die Strecke von der Verbindungsstraße bis Luang Namtha sind wir schon gefahren, dort waren auch recht viele LKW nach Thailand unterwegs und wir uns einig, dass man auch gut ohne die Rückfahrt auf der AH3 auskommen kann. Deswegen haben wir uns die ersten 37 Kilometer des Weges gespart und im Auto an die Verbindungsstraße von Mohan nach Luang Prabang fahren lassen. Ein wirklicher Spaß war das nicht, sondern hübsch kalt, ein kleiner Vorgeschmack auf die Bootsfahrt auf dem Nam Ou in zwei Tagen.

Dafür sind die restlichen knapp 80 Kilometer schön zu fahren. Trotz des Chinesischen Neujahrs, das morgen beginnt, sind nicht wie befürchtet kolonnenweise Urlauber aus China in Laos unterwegs, und selbst der LKW Verkehr hält sich in Grenzen. Wir fahren durch kleine Dörfer, in denen die Kinder auf der Straße spielen (es sind gerade Ferien), Obst verkauft wird und beispielsweise Strohmatten für Dächer hergestellt werden. Bei den neueren Häusern sind Farben wir lila, rosa und hellgrün angesagt, wobei die Farben auch gern kombiniert werden. In stetigem Auf- und Ab erreichen wir Na Mawn, es ist zu früh zum Mittagessen, also nehmen wir den Sticky Rice und etwas gebratenes Fleisch und Gemüse mit. Von dort aus schlängelt sich die Straße in zahlreichen Kurven hinauf, bis auf 1.000 Meter. Im ersten Teil ist es noch schattig, im zweiten Teil zunehmend heiß, kaum vorstellbar, wie sehr wir am Morgen noch gefroren haben. Am Anstieg öffnet sich der Blick auf immer mehr bewaldete Hügelketten, es ist angenehm in die Ferne zu schauen, so ganz nach meínem Geschmack.

Um vier Uhr erreichen wir unseren Zielort, und pünkltich zum Sonnenuntergang die Stupa und den goldenen Buddha auf dem Berg Phou That. Ein schöner Radttag, hier einige Eindrücke.

PS: Beim Abendessen haben wir zum ersten Mal alle aufgegeben: der laotische Papaya Salat war sehr lecker, aber entwickelte eine derartige Schärfe, dass Lippen, Zunge und Rachen brannten und wir nach einigen Gabeln nur noch löschen mussten, mit Reis, Suppe und einem gutem Schluck Beer Lao.

Print Friendly, PDF & Email

Dorfleben gestern und heute

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.

35 km Radausflug in der Umgebung von Luang Namtha

In diesem Jahr bleibt der Regen aus. Es ist zwar Trockenzeit, aber es hat seit Wochen nicht einen Tropfen geregnet. Vor allem den Mangobäumen fehlt das Wasser, das Gemüse muss bewässert werden und dementsprechend steigen die Preise auf dem Markt.

Das lernen wir auf dem zweiten Gang über den Markt, diesmal begleitet von unserem Guide, der uns noch einiges erklären kann. So probieren wir heute Klebereisbällchen, Tamarinde und entdecken das eine oder andere ungewöhnliche Detail und Getier.

Danach quälen wir uns fünf Kilometer über holprige Piste zu einem Dorf der Volksgruppe der Lanten. An einem Fluss wird gezeigt, wie Papier aus Bambus hergestellt wird. Drei Monate wird der Bambusbrei im Wasser aufgeweicht, dann auf ein Gitter gestrichen und in der Sonne getrocknet. Es folgen einige Schichten, bis das Papier fertig ist. Im Museumshaus wird die Lebensweise der Lanten veranschaulicht. Bis vor etwa sieben Jahren haben die meisten Dörfler so gewohnt, heute ziehen es die meisten vor, Steinhäuser zu bauen oder ihr Land zu verkaufen und in die Stadt zu ziehen. Dieses Phänomen fällt auch in den Dörfern der Thai Dam und der anderen Volksgruppen auf. Wo vor zehn Jahren noch vor jedem Haus gewebt, gesponnen und Schnaps gebrannt wurde, stehen die meisten Kleinproduktionen still. Nur in der Dorfkooperative wird noch gewebt und die hübschen Tücher und Schals mit komplexen Mustern aus Seide und Baumwolle hergestellt. Es ist eine unglaubliche Arbeit, an dem die Frauen bis zu drei Monate arbeiten. Noch beherrschen die meisten Frauen dieses Handwerk, aber dass das in einigen Jahren noch so sein wird, kann ich mir kaum vorstellen.

Sehr entspannt ist die Fahrt vorbei an den Reisfeldern. In der Nähe des Flusses sind zwei Reisernten pro Jahr möglich, weiter abseits sind die Felder trocken, weil das Wasser fehlt. Unsere Mittagspause verbringen wir auf der Terrasse des Boat Landing Guesthouse, das allerdings gerade leer steht und der Koch anscheinend nach Hause geschickt wurde. Nach der Besichtigung der Poum Pouk Stupa, die im sogenannten geheimen Krieg zerbombt und erst Jahr 2000 neu aufgebaut wurde, fahren wir an einer der vielen Partys vorbei. Vorher war die Dorfstraße wegen einer Hauseinweihung gesperrt, jetzt ist es eine der vielen Hochzeiten, die gefühlt in jedem dritten Dorf stattfinden. Dabei geht es laut zu, das Bild des Brautpaares am Eingang des Partyzelts und die vielen Lautsprecher für die typische laotische Musik dürfen nicht fehlen. Überhaupt bekommt man den Eindruck, dass die Laoten gern und viel feiern. „Zur Hochzeit wird das ganze Dorf eingeladen, da kommen manchmal gut tausend Leute zusammen“, erzählt unser Guide. Schon haben uns die Gäste entdeckt und bieten uns ein Schlückchen Beer Lao an. Nach dem Ausflug gibt es eine ausgedehnte Mittagspause. Morgen steht dann mit der Fahrt nach Oudomxai wieder eine längere Radetappe an.

Print Friendly, PDF & Email