Dorfleben gestern und heute

Goldenes Dreieck, vom 16.01. bis 30.01.

35 km Radausflug in der Umgebung von Luang Namtha

In diesem Jahr bleibt der Regen aus. Es ist zwar Trockenzeit, aber es hat seit Wochen nicht einen Tropfen geregnet. Vor allem den Mangobäumen fehlt das Wasser, das Gemüse muss bewässert werden und dementsprechend steigen die Preise auf dem Markt.

Das lernen wir auf dem zweiten Gang über den Markt, diesmal begleitet von unserem Guide, der uns noch einiges erklären kann. So probieren wir heute Klebereisbällchen, Tamarinde und entdecken das eine oder andere ungewöhnliche Detail und Getier.

Danach quälen wir uns fünf Kilometer über holprige Piste zu einem Dorf der Volksgruppe der Lanten. An einem Fluss wird gezeigt, wie Papier aus Bambus hergestellt wird. Drei Monate wird der Bambusbrei im Wasser aufgeweicht, dann auf ein Gitter gestrichen und in der Sonne getrocknet. Es folgen einige Schichten, bis das Papier fertig ist. Im Museumshaus wird die Lebensweise der Lanten veranschaulicht. Bis vor etwa sieben Jahren haben die meisten Dörfler so gewohnt, heute ziehen es die meisten vor, Steinhäuser zu bauen oder ihr Land zu verkaufen und in die Stadt zu ziehen. Dieses Phänomen fällt auch in den Dörfern der Thai Dam und der anderen Volksgruppen auf. Wo vor zehn Jahren noch vor jedem Haus gewebt, gesponnen und Schnaps gebrannt wurde, stehen die meisten Kleinproduktionen still. Nur in der Dorfkooperative wird noch gewebt und die hübschen Tücher und Schals mit komplexen Mustern aus Seide und Baumwolle hergestellt. Es ist eine unglaubliche Arbeit, an dem die Frauen bis zu drei Monate arbeiten. Noch beherrschen die meisten Frauen dieses Handwerk, aber dass das in einigen Jahren noch so sein wird, kann ich mir kaum vorstellen.

Sehr entspannt ist die Fahrt vorbei an den Reisfeldern. In der Nähe des Flusses sind zwei Reisernten pro Jahr möglich, weiter abseits sind die Felder trocken, weil das Wasser fehlt. Unsere Mittagspause verbringen wir auf der Terrasse des Boat Landing Guesthouse, das allerdings gerade leer steht und der Koch anscheinend nach Hause geschickt wurde. Nach der Besichtigung der Poum Pouk Stupa, die im sogenannten geheimen Krieg zerbombt und erst Jahr 2000 neu aufgebaut wurde, fahren wir an einer der vielen Partys vorbei. Vorher war die Dorfstraße wegen einer Hauseinweihung gesperrt, jetzt ist es eine der vielen Hochzeiten, die gefühlt in jedem dritten Dorf stattfinden. Dabei geht es laut zu, das Bild des Brautpaares am Eingang des Partyzelts und die vielen Lautsprecher für die typische laotische Musik dürfen nicht fehlen. Überhaupt bekommt man den Eindruck, dass die Laoten gern und viel feiern. „Zur Hochzeit wird das ganze Dorf eingeladen, da kommen manchmal gut tausend Leute zusammen“, erzählt unser Guide. Schon haben uns die Gäste entdeckt und bieten uns ein Schlückchen Beer Lao an. Nach dem Ausflug gibt es eine ausgedehnte Mittagspause. Morgen steht dann mit der Fahrt nach Oudomxai wieder eine längere Radetappe an.

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