Der kälteste Tag der Tour

Winterlicher Ostersonntag bei Schneetreiben, knappen Plustemperuren und Rückenwind. Von Volker Häring.

Nein, ich hänge mich da wahrscheinlich nicht zu weit aus dem Fenster: Das wird wohl der kälteste Tag der Tour gewesen sein, das werden wahrscheinlich weder der Himalaya noch die Anden toppen können, was uns die Märkische Schweiz heute an Wetter aufgetischt hat.

Trotzdem hatten sich neben den offiziellen Radweltreiseradlern noch acht Leute gefunden, die uns begleitet haben. Ein Stück aus Berlin hinaus, dort, wo die ostdeutsche Platte in Marzahner Hochhaus übergeht. Einige Mutige sogar bis Strausberg, wo wir das Eckcafé Kunze gestürmt und das Kuchenbuffet leer gefressen haben, obwohl wir uns eigentlich nur aufwärmen wollten.

Nach Strausberg fuhren dann nur noch die, die mussten (und natürlich auch wollten). Vom China-By-Bike-Büro begleitete uns noch Andreas, bevor wir dann eine letzte Windschneise zwischen Trebnitz und Wulkow überwinden mussten, mit Schmirgelpapierwind und schneebedeckten brandenburgischen Feldern.

Darauf gönnten wir uns das obligatorische Schmutzbier, ein Tourenritual, das das Bier vor dem Duschen zelebriert.

Dann eine Stunden heiß duschen, und zum Abschluss ein exzellentes kaltes Buffet im Wintergarten des Schloss Wulkow, das unsere heutige Herberge ist. Immerhin, im Wintergarten war es warm.

Morgen dann Plusgrade und hoffentlich ein wenig Sonne! Schließlich radeln wir in den Frühling, den sibirischen!

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Noch 3 Tage – die Spannung steigt!

Gedanken kurz vor der Abreise

Fast sechs Jahre ist es her, dass wir in London einradelten, nach einer epischen Radreise von Hongkong durch China, über den Himalaya (im Winter!), durch Nepal, Indien, den Oman, Dubai, den Iran, die Türkei, Bulgarien. Die Donau entlang bis Passau. Einmal quer durch Deutschland (bei typischem deutschen Sommerwetter). Dann weiter durch das Radwunderland Holland und über den Ärmelkanal (nein, nicht im Tretboot!). Beim dritten Pint in einem Londoner Pub reifte dann die Idee von der Radweltreise. Nicht, um auf die Jagd nach Superlativen zu gehen. Sondern einfach aus Freude, lange Radtouren zu organisieren. Und dabei selbst noch ein wenig von der Welt zu sehen.

Sechs lange Jahr also, mit durchwachten Nächten, um die Ohren geschlagenen Wochenenden, vor den Augen flimmernden Landkarten, Bildern und Höhenlinien. Mit Zweifeln, ob so eine Reise überhaupt jemand bucht. Gefangen in Exceltabellen, die die Route in Tagesetappen und -budgets aufteilen, wahre Kunstwerke der Kryptologie!

Dann aber auch immer die Vorfreude, vor allem auf den Erkundungsfahrten durch Deutschland, Polen, Indonesien, Thailand und Singapur. Die eine oder andere Flasche Sekt wurde geköpft, bei der ersten, zehnten, zwanzigsten Anmeldung.

In 7 Tagen ist es soweit, wir werden pünktlich um 10:00 Uhr am Brandenburger Tor gen Osten in die Pedalen treten, und hoffentlich 800 Tage später, aus westlicher Richtung, der Quadriga ein weiteres Mal „Hallo“ sagen. Und auch wenn die sechs Jahre viel zu schnell vergangen sind, es immer noch ein paar Baustellen auf der Tour gibt, ist es gut, dass es endlich losgeht.

Einmal um die Welt. Mit uns. Ein Traum wird war!

Weitere Infos zur Radweltreise gibt es unter

Radweltreise

P.S. Als kleiner Appetitanreger eine kleine Bildergalerie der ersten Etappe, letzten Sonntag abgefahren.

 

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Newsletter März 2018

Liebe Radlerinnen, liebe Radler,

noch hängt der Winter nassgrau in den Speichen. Da wird es Zeit, in den Frühling zu radeln! Von Berlin in Richtung Osten, oder dann doch im Wonnemonat Mai durch die Ausläufer des Himalaya?

Dies sind unsere Themen:

1. Am 1. April geht’s los: Unsere Radweltreise
2. Durch das wilde Osttibet: Jenseits ausgetretener Pfade
3. Durch das Land der Yi: Erkundungstour entlang des Yangzi
4. China Wildside: Abenteuer pur in den Provinzen Guizhou und Hunan
5. Die Schöne Insel: Herbsttermin unserer Taiwan-Tour
6. Unsere Urlaubsgarantie: Die gesicherten Touren 2018
7. Jetzt abstimmen: Die Radweltreise ist für den Fairwärts nominiert!

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1. Am 1. April geht’s los: Unsere Radweltreise

Sechs Jahre lang haben wir recherchiert, erkundet und geplant. Nun geht’s endlich los!

Am 01. April 2018, pünktlich um 10:00 Uhr beginnt die Reise um den Globus am Brandenburger Tor in Berlin. 800 Tage später werden wir die Welt umrundet haben und pünktlich zur Berliner Radsternfahrt wieder in der Spreemetropole eintreffen.

Wir fahren durch Polen ins Baltikum, durch die Weiten Russlands zum Baikalsee, biegen dort scharf rechts ab in Richtung Mongolei, durchqueren die Ausläufer der Gobi und erreichen schließlich das Reich der Mitte. Fast drei Monate radeln wird durch China, überqueren den Gelben Fluss, radeln mehr als eine Woche am Yangzi entlang und erreichen schließlich in Xishuangbanna den äußersten Südwesten des Landes. Weiter geht es durch Laos, das wir in ganzer Länge von Nord nach Süd durchqueren. Auf den Spuren der Khmer radeln wir durch Kambodscha, machen einen Abstecher nach Angkor Wat und genießen Weihnachten am Meer. Thailand begrüßt uns als nächstes. Wir feiern Silvester in Bangkok und fahren dann zwei Wochen an der West- und Ostküste des Landes in Richtung Malaysia. Nach fast einem Jahr erreichen wir Singapur. Danach dann einen Monat Indonesien und 46 Tage Australien.

Und dann geht es weiter in Richtung amerikanischem Kontinent. Aber davon erzählen wir im nächsten Newsletter! 😉

Von Berlin bis Bali ist die Reise bereits gut gebucht. Obwohl es, bis die Reise in Irkutsk ankommt, noch ein paar Monate hin ist, werden zwischen dem Baikalsee und Bali die Plätze tatsächlich schon knapp.
Wer sich für diesen Streckenabschnitt interessiert, sollte sich auf jeden Fall bei Zeiten anmelden.

Hier sind die Daten für die einzelnen Hauptetappen. Selbstverständlich sind auch kürzere Etappen möglich.

1. Transeurasien (Berlin – Riga – Moskau – Irkutsk – Ulan Bator – Xi’an)
01. April – 07. September 2018

2. Transasien (Xi’an – Vientiane – Phnom Penh – Bangkok – Singapur)
05. September 2018 – 16. Februar 2019

3. Indonesien (Jakarta – Bali)
19. Februar – 22. März 2019

4. Australien (Adelaide – Sydney)
22. März – 06. Mai 2019

5. Route 66 (L.A. – New York)
06. Mai – 02. August 2019

6. Panamericana (Cartagena – Puerto Varras)
02. August 2019 – 01. Januar 2020

7. Pazifik – Atlantik (Puerto Varras – Buenos Aires)
30. Dezember 2019 – 04. Februar 2020

8. Brasilien (Buenos Aires – Rio)
02. Februar – 26. März 2020

9. Der schöne Weg nach Hause (Lissabon – Berlin)
26. März – 07. Juni 2020

Damit wir einen besseren Überblick bekommen, würden wir alle Interessenten bitten, sich in den nächsten Tagen kurz bei uns zu melden, wer gerne welche Etappe mitfahren möchte. Herzlichen Dank!

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2. Durch das wilde Osttibet: Jenseits ausgetretener Pfade

Eine unserer ursprünglichsten und schönsten Touren findet leider nur selten statt. Dabei ist unsere anspruchsvolle Radtour durch die alte tibetische Provinz Amdo eine unserer landschaftlich schönsten und kulturell interessantesten Reisen. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, Tibet und die Seidenstraße auf einer Tour kennenzulernen?

Unsere Reise führt mitten hinein ins unbekannte Tibet: von Lanzhou, einem Schmelztiegel der Kulturen am Gelben Fluss, geht es auf die Höhen des Qinghai-Tibet-Plateaus. Dabei radeln wir durch menschenleere Weiten und Steppen, passieren die Lager der Hirten mit ihren Yak- und Schafherden und grüßen buddhistische Pilger aus weit entfernten Regionen. Amdo, wie der Nordosten des tibetischen Kulturraums traditionell genannt wird, weist einige der wichtigsten spirituellen Stätten des tibetischen Buddhismus auf: Tsongkhapa, der Gründer der „Gelbkappen“, wurde hier ebenso geboren wie Tenzin Gyatso, der aktuelle 14. Dalai Lama. Unter den heiligen Stätten, die wir auf unserer Tour besuchen, sind die Klosterstädte Labrang und Kumbum, sowie Tongren, das Zentrum der klassischen Thangka-Malerei.

Eine Reise für Entdecker!

Im Mai 2018 findet diese Radtour das nächste Mal statt, und es sind noch Plätze frei! Reiseleiterin wird Doro Jokiel sein.

„Durch das Wilde Osttibet“ vom 12.05. – 03.06.2018


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3. Durch das Land der Yi: Erkundungstour entlang des Oberlaufs des Yangzi

Einmal den Yangzi entlang radeln – das ist ein Traum, den wir uns schon einmal 2010 erfüllt haben und von der tibetischen Grenze bis nach Shanghai geradelt sind. Mit Wehmut blickten wir damals auf das lange Yangzi-Tal an der Provinzgrenze zwischen Yunnan und Sichuan, das zwar grandiose Landschaft aber leider keine Straße versprach. Das hat sich nun geändert und wir werden im Rahmen einer Pilottour diese neue Straße erkunden. Und nebenbei eine der spektakulärsten Landschaften Chinas durchfahren. Von Yibin in der Provinz Sichuan radeln wir weitgehend den Yangzi entlang in Richtung Süden. Ziel ist die Provinz Yunnan. Hier besichtigen wird den weltberühmten Steinwald, entdecken die alte Handelsstadt Jianshui und blicken auf die schillernden Reisterrassen bei Yuanyang.

Die Pilotreise findet vom 10.05. – 02.06.2018 statt. Reiseleiter wird Volker Häring sein. Im Rahmen der Radweltreise fahren wir vom 30.09. – 23.10.2018 auf gleicher Route. Die entsprechende Teiletappe kann ebenfalls gebucht werden.

Weiter Informationen gibt es unter: „Durch das Land der Yi“
Die Durchführung ist bei beiden Terminen gesichert!


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4. China Wildside: Abenteuer pur in den Provinzen Guizhou und Hunan

Unsere Touren unter dem Label „China Wildside“ sind eine Reise zurück zu den Wurzeln von China By Bike.

Unsere ersten Touren vor über 20 Jahren wurden anhand von Papierlandkarten geplant, ohne Begleitfahrzeug und ohne vorgebuchte Unterkünfte. Mit anderen Worten: klassisches Radwandern. Der Reiseleiter war natürlich trotzdem vorbereitet und kümmerte sich um alles, nur musste eben mehr improvisiert werden, teilweise im Wechselspiel und in Absprache mit der Gruppe. Dieses improvisierte, dadurch auch abenteuerliche Reisen vermissen wir manchmal und wollen es mit einer Reihe von Pilottouren wiederbeleben, bei denen nur wenige Hotels vorgebucht sind, bei denen es keinen Bus gibt, welcher unser Gepäck transportiert, und für welche die Etappen zwar ausgearbeitet, aber noch nie von uns abgefahren worden sind.

Und welche Provinzen wären geeigneter als Hunan und Guizhou, jene landschaftlich reizvollen Südprovinzen, die etliche Highlights zu bieten haben und trotzdem kaum von ausländischen Touristen besucht werden?

„Guizhou Wildside“ vom 14.08. – 05.09.2018
„Hunan Wildside“ vom 08.09. – 30.09.2018


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5. Die Schöne Insel: Herbsttermin unserer Taiwan-Tour

Taiwan ist im Kommen! Nachdem unsere dreiwöchige Taiwan-Radtour jahrelang eher ein Schattendasein fristete, fand sie nun mehrmals hintereinander statt und ist auch für den Herbst (29.09. – 22.10.2018) bereits angebucht. Wer also schon immer mal vorhatte, auf die „Schöne Insel“ zu fahren und das etwas andere China kennenzulernen: Unsere Taiwan-Radtour bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit hierzu. Und es lohnt sich! Taiwan bietet eine großartig ausgebaute Radinfrastruktur und unzählige landschaftliche und kulturelle Höhepunkte. Und auch das Essen muss sich nicht hinter der ohnehin schon ausgezeichneten Kost auf dem Festland verstecken!

Für alle, die es gerne etwas gemütlicher haben: Diese Tour bieten wir optional auch mit Pedelec an. (Aufpreis 280,- Euro)

Reiseleiter für den Herbsttermin wird Andreas Kraus sein.

„Die Schöne Insel“ vom 29.09. – 22.10.2018


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6. Unsere Urlaubsgarantie: Die gesicherten Touren 2018

Obwohl es noch früh im Jahr ist, freuen wir uns sehr, dass bereits viele unserer Reisetermine, vor allem im Herbst, in der Durchführung gesichert sind.

Damit die Urlaubsplanung leichter fällt, hier eine Liste der bereits gesicherten Touren:

„Guizhou Wildside“ vom 14.08. – 05.09.2018

„Hunan Wildside“ vom 08.09. – 30.10.2018

„Auf den Spuren der Khmer“ vom 01.11. – 23.11.2018

„Chinesische Landpartie“ vom 07. – 29.09.2018

„Durch das Land der Yi“ vom 10.05.2018 – 02.06.2018

„Durch das Land der Yi“ vom 30.09.2018 – 23.10.2018

Noch nicht ganz gesichert, aber angebucht sind folgende Touren:

„Entlang der Teestraße“ vom 28.07. – 19.08.2018

„Südlich der Wolken“ vom 04.08. – 25.08.2018

„Die Schöne Insel“ vom 29.09. – 22.10.2018

„An den Hängen des Himalaya“ vom 11.10. – 04.11.2018

„Teatime im Himalaya“ vom 03.11. – 27.11.2018

„Die Straße von Malakka“ vom 15.12.2018 – 06.01.2019

Wir sind zuversichtlich, dass diese Termine und Reisen stattfinden können.

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7. Jetzt abstimmen: Die Radweltreise ist für den Fairwärts nominiert!

Fairwärts, der Wettbewerb für nachhaltige Reisen, geht dieses Jahr in die zweite Runde. Wir haben uns mit der Radweltreise beworben und gehören zu den 10 Finalisten. Jetzt kommt es auf euch an. Im Publikumsvoting wird die Siegerreise ermittelt (und gewinnen könnt ihr dabei auch noch was!).

Hier könnt ihr abstimmen, und uns damit glücklich machen!
www.fairwaerts.de/voting

Herzlichen Dank!

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Mit herzlichen Grüßen aus Berlin,

Ihr China By Bike-Team

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Nanjing

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017


Transfer nach Nanjing und nachmittags Spaziergang durch die Altstadt

Eine zweistündige Busfahrt brachte uns am Vormittag nach Nanjing, die „Südliche Hauptstadt“. Mehrfach war Nanjing in der chinesischen Geschichte Hauptstadt gewesen, zuletzt während der Republikzeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Statt eines Mittagessens kehren wir in ein Café ein das eine schöne Terrasse am Fluss hat und essen dort Waffeln mit Mango und trinken Kaffee.

Frisch gestärkt schlendern wir in die Altstadt und schauen uns den Konfuziustempel an der das Zentrum der Altstadt darstellt. Weiter ziehen wir durch die Altstadt zur Stadtmauer und spazieren an ihr und einem kleinen Flüsschen entlang und machen eine Runde durch das Viertel. Abends nach einem hervorragenden Abendessen begeben wir uns nochmal in die Altstadt, denn dort wird auf einem Boot im Kanal Mingzeitlich getanzt. Zumindest, was sich Chinesen heutzutage als mingzeitlichen Tanz vorstellen.

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Tag der Gärten

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017

Stadtrundfahrt in Yangzhou bei sonnigem Wetter und trotzdem relativ niedrige Temperaturen.

Wir frühstückten heute zweigleisig. Chinesisch mit Maultaschen und westlich mit Gebäck und Kaffee. Wir müssen uns ja wieder langsam unseren heimischen Essgewohnheiten annähern.

Yangzhou hat mit seiner über zweieinhalbtausend jährigen Geschichte einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wir konnten an dem uns zur Verfügung stehenden Tag leider nur die vier absoluten Top Sights besuchen. Wir starteten mit dem He Garten. Dieser Garten der Familie He von 1883 ist in China einzigartig in seiner Gestalt. Er vereint chinesischen und westlichen Baustil zu einer wunderschönen Anlage.

Im Gegensatz zum He Garten, der überwiegend bebaut ist, besteht der Ge Garten zum Großteil aus Gartenfläche. Berühmt ist der Garten vor allem für die vielen verschiedenen Arten Bambus die hier wachsen und denen der Garten seinen Namen verdankt. Denn der Erbauer, ein reicher Salzhändler, war der Ansicht, dass das Schriftzeichen „Ge“ einem Bambusblatt ähnele.

Weiter ging es mit den Rädern zum „Schlanken Westsee“. Das Areal ist eine riesige Parkanlage durch die sich der schlanke Westsee schlängelt. Hier könnte man sich alleine schon einen ganzen Tag aufhalten. Wir wanderten am See entlang und genossen die vielen Landschaftsszenen. Am Nordtor verließen wir den Park wieder und schlenderten zum „Da Ming Si“ einem sehr hübschen buddhistischen Tempel. Die Ursprünge liegen etwa 1500 Jahre zurück, allerdings wurde der Tempel immer weiter ausgebaut bis hin in die letzte Dynastie. Von der 7 stöckigen Pagode hatte man einen tollen Ausblick über den schlanken Westsee-Park und Teile der Stadt.

Wir radelten in die Stadt zurück zu dem Fahrradhändler der unsere Räder wieder nach Kunming in unser Lager schickt und nahmen hier Abschied von unseren Rädern. Nicht eine Panne hatten wir. Das kommt nicht oft vor. Hätte ich das geahnt, hätte ich das schwere Werkzeug zuhause lassen können.

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Launen der Natur

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017

Fahrt nach Yangzhou, 80 km bei bedecktem Himmel und etwa 18 km mehr als geplant.

Wind. Der ärgste Feind des Radfahrers. Er bedrängte uns heute von allen Seiten. Es gibt kaum etwas unangenehmeres auf dem Fahrrad. Schlimmer ist nur noch Wind gepaart mit starkem Regen. Uns reichte aber schon der Wind. Die Natur hatte aber noch mehr Steine die sie uns in den Weg legen konnte. Unsere Strecke führte durch ein Auffangbecken für Hochwasser. Dieses war heute gut gefüllt. Eine Brücke über die wir sollten, war gesperrt. Davon wollten wir uns nicht abschrecken lassen. Wir sind bisher schon oft genug durch gesperrte Straßen und ähnliches gefahren. Doch die gesperrte Brücke endete abrupt in einem See. Da ließ sich leider nichts machen.

Wir mussten zurück in die Stadt fahren und einen großen Bogen in Südöstlicher Richtung machen und auf eine Autobahnbrücke fahren, die Einzige Brücke weit und breit. Als wir wieder auf gleicher Höhe waren wie die gesperrte Brücke, hatten wir schon 18 km Umweg gefahren. Ende der Großen Brücke konnten wir unseren Weg wieder wie vorgesehen fortsetzen.

Nach rund 80 km kamen wir dann in Yangzhou an und gingen nach dem Einchecken in unser sehr historisch anmutendem Hotel erstmal zünftig Kaffee trinken. Den hatten wir uns heute redlich verdient. Da hatte unsere letzte richtige Radetappe ja doch noch etwas Abenteuer für uns parat. Morgen machen wir noch die Stadtbesichtigung mit den Rädern und dann ist es definitiv vorbei mit dem Radfahren für dieses Mal.


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Prioritäten

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017

Fahrt nach Gaoyou, 63 km bei hervorragendem Wetter.

Kaum dass man aus Baoying City heraus ist, begegnet man mehrfach kurzen Strecken bestens ausgebauten Radwegs. So etwas habe ich in China bislang noch nirgends gesehen. Diese Einzelstücke sind zwischen mehreren hundert Metern und 2 bis 3 Kilometern lang und zwischendurch muss man immer wieder auf die Landstraße. Man kann allerdings erkennen, dass an den Teilstücken noch gebaut wird. Wahrscheinlich werden sie nach und nach miteinander verbunden. Wenn das mal der Fall sein wird, lässt es sich traumhaft radeln, denn diese Radwege führen ausnahmslos direkt am Kaiserkanal entlang.

Etwa die Hälfte der heutigen Etappe fuhren wir wieder auf kleinen Wegen durch Felder und Dörfer und an kleinen Nebenkanälen entlang abseits vom großen Verkehr. Hier lässt es sich wunderschön fahren und man erlebt immer wieder sehr nette Begegnungen mit den Einheimischen, denn die sind ausgesprochen neugierig. Wenn sie dann herausfinden, dass Leute aus der Gruppe Chinesisch sprechen, gibt es kein Halten mehr und sie fragen einem Löcher in den Bauch. Das ist noch so wie zu meiner Studienzeit vor 25 Jahren. Hier werden nur persönliche Fragen gestellt. „Wo kommt ihr her?“, „was macht ihr hier“, „Seid ihr mit dem Rad aus Deutschland hier her gefahren?“ usw. In den großen Städten kommt ganz schnell die Frage nach dem Verdienst und was kostet ein Benz? Auch, dass Ausländer hier noch einen kleineren Volksauflauf verursachen, ist etwas das ich in China schon eine Weile nicht mehr hatte. Hier ist man noch quasi eine Sensation. Man muss fast fürchten wegen Erregung öffentlicher Erregung verhaftet zu werden.

Am späteren Nachmittag schlenderten wir vom Hotel aus in Richtung Yu Cheng Yi. Das ist das mingzeitliche (1368-1644) Postamt. Auf dem Weg dort hin entdeckten wir ein wirklich nettes Café und so Fiel dann die Besichtigung des historischen Postamts leider unserer Gefräßigkeit zum Opfer. Man muss halt Prioritäten setzen. Als wir das Café verließen, begann es bereits zu dämmern (17:30 Uhr) und als wir das Postamt erreicht hatten, was es bereits dunkel und das Postamt natürlich geschlossen. Um das Postamt herum war eine neue Altstadt gebaut worden die bei Nacht, wie so oft in China, hübsch bunt beleuchtet wurde. In China gibt’s Watt satt!


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Land von Fisch und Reis

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017

Fahrt nach Baoying, 50 km bei sonnigem Wetter

Dicht an dicht schmiegen sich die Schiffe auf dem Kaiserkanal, als wir über eine weitere dreifache Schleuse fuhren. Viele der Schiffe liegen am Rand vertäut und warten auf ihren Schleusentermin. Andere fahren durch das Gewühl an Schiffen hindurch, manche einzeln, manche im Schubverband von etwa 10 Schiffen. Unglaublich dieser Verkehr auf dem Kanal. Wir fahren mehrere Kilometer immer direkt am Kaiserkanal entlang. Kurz bevor wir abbiegen müssen, führt sogar ein Radweg am Ufer entlang, man könnte meinen wir fahren an der Donau.

Seit der Abzweigung haben wir zwar den Kaiserkanal aus dem Blick verloren, dafür ist aber das Land von Fisch und Reis in den Fokus gerückt. Wir radeln durch eine Idylle von Reisfeldern, Fischteichen und kleinen Ortschaften, ähnlich wie wir es von 3 Tagen schon mal hatten. Die letzten Kilometer fahren wir auf einer wenig befahrenen Landstraße in die Stadt hinein. Für chinesische Verhältnisse ist Baoying eine Kleinstadt. Mit ihrer knappen Million Einwohner wäre sie für deutsche Verhältnisse aber sicher nicht klein zu nennen.

Den späten Nachmittag gestalten wir mit einem kleinen Spaziergang und einer Tasse Kaffee in einem Café, in dem mehr Bedienungen arbeiten als Gäste da sind. Der Kaffee kommt auch so schnell wie noch nirgendwo anders. Unsere heutige schöne Etappe feiern wir dann beim Abendessen mit einigen exotischen Speisen wie Seidentofu mit hundertjährigen Eiern, Qualle süß-sauer und einem chinesischen Rotwein der Marke „Great Wall“.


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Zhou Enlai

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017

Stadterkundung in Huai’an, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zhou Enlai ist hier in Huai’an, seinem Heimatort, allgegenwärtig. Er lächelt einem von Plakaten entgegen und die Hälfte aller Sehenswürdigkeiten der Stadt hat mit ihm zu tun. Er war der Ministerpräsident Chinas in der Mao Zedong Ära für 26 Jahre und für 23 Jahre zeitgleich auch der Außenminister. Er war der intellektuelle Kopf der KPCH und äußerst beliebt im Volk. Wärend Mao Zedong die Lichtgestalt im Vordergrund war, sorgte Zhou Enlai im Hintergrund, dass der Laden irgendwie lief und der Karren trotz aller Kampagnen und politischen Wirren nicht an die Wand fuhr. Kein Wunder also, dass die Menschen von Huai’an mächtig stolz sind auf ihren Zhou Enlai.

Zum Zhou Enlai Memorial konnten wir vom Hotel aus zu Fuß gehen. Das Memorial selbst ist eine weitläufige Parkanlage mit großen See und einer großen Gedenkhalle sowie einer Ausstellungshalle in der viele Stationen des Lebens Zhou Enlais dargestellt werden. Er war ein Kämpfer für das neue China und für das Volk.

Vom Memorial fuhren wir mit der Straßenbahn in die Altstadt. Die ist wirklich sehenswert und war nicht so touristisch wie befürchtet. Außer uns schlichen sich nur eine Hand voll chinesischer Touristen durch die Gassen. Da es bis zur ehemaligen Residenz der Familie Zhou Enlais etwas zu weit zu Fuß war, nahmen wir zwei Tuktuks dort hin.

Die Familie Zhou war bei Leibe nicht arm. Die Residenz glich eigentlich eher einem Palast als einem normalen Wohnhaus. Und die Familiengeschichte Zhou Enlais war nicht minder verworren als die Räumlichkeiten der Residenz. Die ganze Lauferei strengt an und schreit nach einer Kaffeepause. Auf dem Rückweg in Richtung Hotel kehrten wir denn auch in ein ganz nettes Café ein. Nur der Service ließ ein wenig zu wünschen übrig aber China ist halt eben auch kein Kaffeeland. Auf dem weiteren Rückweg wurde noch geschoppt was das Zeug hält in erster Linie Süßigkeiten und ähnliches. Wir brauchen ja schließlich was zum Verbrennen auf der morgigen Radetappe.

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Hupen macht Spaß

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 11.10. bis 02.11.2017

Fahrt nach Huai’an, 65,5 km bei bewölktem Himmel

Waren die letzten Radetappen absolut verkehrsarm und ruhig, war es heute umso trubeliger und laut. Die Landstraße, auf der wir unterwegs waren, war recht ordentlich frequentiert und die ständig warnende Hupe „Achtung hier komme ich“ wurde irgendwann recht nervig. Manche Fahrer hupten auch nur zur Begrüßung da wir als Ausländer auf Fahrrädern ja auffallen wie bunte Hunde. Und da wollte man uns eben einfach mal in China willkommen heißen. Aber ein bisschen weniger Freundlichkeit wäre manchmal erholsam gewesen. Man konnte ein wenig den Eindruck gewinnen als sei hupen die Lieblingsbeschäftigung aller autofahrenden Chinesen.

Wir radelten wieder durch größere und kleinere Dörfer, überquerten Kanäle, einer sogar mit drei Schleusen nebeneinander. Bei dem Verkehrsaufkommen auf dem Kaiserkanal kein Wunder. Ohne diese Dreifachschleuse würde es sicher einen Mega-Stau geben.

Als wir schließlich in Huai’an angekommen waren, machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Anke hatte zuvor bereits ein nettes Café entdeckt und so tranken wir erst mal Kaffee bei verschiedenen Torten. Bei unserem weiteren Rundgang schauten wir uns auf den Plätzen der Stadt das Treiben an. Es wurde Getanzt, Taiji gemacht und einige hundert Leute marschierten rund um ein mit Geländer eingefasstes Gelände. Chinese Walking. Nordic Walking war gestern.


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