Sind wir jetzt drin oder was? Wir sind drin!

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 04. bis 25.05.2019

Zwei Besichtigungstage in Nanjing, weiterhin sonnig und heiß.

Nanjing, das in seiner langen Geschichte gleich mehrmals Hauptstadt des Kaiserreiches (und später dann der Republik China) war, hat natürlich auch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Unsere Auswahl für die letzten zwei Tage unserer Reise sind der Konfuzius-Tempel, das Brokat- und Handwerkskunstmuseum, das Beamtenprüfungsmuseum, und das Sun-Yatsen Mausoleum.

Unser hübsches Hotel liegt direkt an einem Kanal und unweit der neuen Altstadt Nanjings, in der sich auch der Konfuzius-Tempel befindet. Nach dessen Besichtigung machen wir uns auf in die Innenstadt. Kerstin hat irgendwo gelesen, dass Nanjing berühmt ist für seinen „Wolkenmuster-Brokat“. Davon hatte ich noch nichts gewusst, aber als ich mich informiere, finde ich ein Museum, indem man etwas über dieses traditionelle Kunsthandwerk erfahren kann. Also nichts wie hin! Das spannendste Objekt der Ausstellung erwartet uns gleich am Anfang. Wir sehen ein Brokat-Webstuhl in Aktion: Zwei Frauen arbeiten gleichzeitig an einem Webstuhl. Während die eine vergleichsweise konventionell unten sitzt und über Fußpedale und verschiedenste Mechaniken die seidenen Fäden anhebt, unter denen das Schiffchen dann hin und her saust, sitzt eine zweite wie eine Trapezartistin weit oben am anderen Ende der Webstuhlanlage und ordnet und zieht mit der bloßen Hand verschiedene dicke weiße Fäden. Wir beobachten den Prozess lange und fasziniert, verständlicher wird er uns dadurch allerdings nicht. Es wächst allerdings der Respekt vor den traditionellen Handwerkskünsten des alten China.

Neben dem großen und sehr modern eingerichteten Beamtenprüfungsmuseum ist am nächsten Tag wollen wir uns das große Sun Yatsen Mausoleum anschauen. Als wir vor den Toren des Mausoleums stehen, dass inmitten eines großen Waldgeländes im Norden der Stadt liegt, müssen wir allerdings erfahren, dass wir den Weg hierher wohl umsonst gemacht haben: Ohne online Vorreservierung ist uns der Zutritt verwehrt! Man schlägt uns vor, die Reservierung jetzt nachzuholen und dann zum nächstmöglichen Termin um 14.00 Uhr auf das Gelände zu gelangen. Darauf, hier vier Stunden zu warten, haben wir allerdings keine Lust und so wird beschlossen, dass wir uns statt dessen das kleine Sun Yatsen Gedenkmuseum hier in der Nähe anschauen. Nach Besichtigung des Museums machen wir uns auf die Suche nach einer Bushaltestelle, um weiter zum Grab des ersten Ming-Kaisers zu fahren, das sich ebenfalls hier im Wald befindet. Wir finden die Haltestelle allerdings nicht gleich, ich gehe noch einmal zum Kassenhäuschen, um nachzufragen, während die Gruppe schon mal vorläuft, und um die nächste Ecke schaut. Als ich folgen will, hält mich jedoch ein Wächter auf. Diesem Weg dürfe ich nicht folgen. Dass meine Reisegruppe gerade eben auch hier langspaziert ist, ist ihm egal. Mist. Ich rufe Hansi an und erfahre, dass die vier quasi durch den Hintereingang auf dem Gelände des Mausoleums gelandet sind! Der Wächter muss wohl einen Moment nicht da gewesen sein. Wir vereinbaren, dass die Gruppe sich die Chance nicht entgehen lassen soll, und ohne mich in Ruhe besichtigt. So bleibe ich also am Wächterhäuschen zurück und warte auf die Rückkehr der vier. Irgendwann wird der Wächter dann aber doch weich und lässt mich ausnahmsweise doch noch hinein. Puh! Auf diese Weise kommen wir also doch alle noch in den Genuss, den Marmorsarg des Republikvaters einmal aus der Nähe zu betrachten. Viel schöner ist da dann doch die schöne Aussicht über Nanjing, die sich uns vom Mausoleum aus bietet.

Dies war es dann auch schon, das letzte kleine Abenteuer unserer gemeinsamen Tour durch die nordostchinesischen Küstenprovinzen. Ein kleines Resümee soll in einem separaten Blog-Eintrag folgen.

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