Schluss in Chiang Mai… und kleine Nachbetrachtung

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Die drei letzten Tage: Von Thaton über Chiang Dao nach Chiang Mai, dann dort noch auf den Doi Suthep

Leider bin ich mit dem Blog-Schreiben irgendwann nicht mehr hinterher gekommen… und so soll dieser letzte Eintrag, verfasst ein paar Tage nach unserer Rückkehr, die Ereignisse der letzten Tage unserer schönen Tour noch einmal etwas zusammenfassen:

Nach unserem Bootsabenteuer ging es auf zwei Etappen bis nach Chiang Mai. Übernachtungsstop war ein Resort-Hotel mit Palmen und Fischteichen in der Nähe von Chiang Dao. Während die ersten 50 km hinter Thaton auf recht stark befahrener großer Straße ein wenig zäh waren, wurde es danch noch einmal richtig schön! Grüne Karstberge, entspannte Straßen und schöne Dörfchen umgeben von Reisfeldern haben uns auf den letzten Kilometern in Richtung Chiang Mai begleitet. Chiang Mai ist zwar lange nicht so ruhig wie Luang Prabang, überall brausen die Autos, Tuktuk und Mopeds an uns vorbei, aber an geschichtsträchtiger Bausubstanz und prachtvoll dekorierten Tempeln mangelt es in der ehemaligen Hauptstadt des Lanna-Königreiches wahrlich nicht.

An unserem letzten gemeinsamen Tag in Chiang Mai ging es noch einmal in luftige Höhen hinauf: Klaus und Thomas wählten den entspannten Weg und ließen sich die 700 Höhenmeter zu der berühmten Tempelanlage Doi Suthep mit dem Auto fahren. Der Rest der Gruppe hatte noch nicht genug vom Radfahren und strampelte die 11 km hinauf. Auch wenn Wettrennen sonst nicht zum Charakter unserer Reisen gehören, haben wir an diesem Tag mal auf die Uhr geschaut. So viel sei verraten: Emmerichs 42 Minuten waren für den Rest der Gruppe unerreichbar. Beim Tempel erwartete uns reges Treiben mit Tanz-und Gesangseinlagen und vielen uniformierten Menschen: Das Thailändische Militär hatte der Anlage nämlich 5 Mio Baht gespendet, was mit viel Tamtam gewürdigt wurde.

Ein leckeres Abendessen mit unserem thailändischen Begleitteam rundete den letzten gemeinsamen Tag unserer Tour angenehm ab, bevor es dann hieß, bei einer finalen Runde Schnaps voneinander Abschied zu nehmen. Eine Vielzahl von Eindrücken von drei verschiedenen Ländern, drei verschiedenen Kulturen, und drei verschiedenen Begleitteams sind in den letzten Wochen auf uns eingeprasselt – keine leichte Aufgabe, sich da noch an alles zu erinnern. Alle sind sich aber einig, dass es eine schöne und abwechslungsreiche Reise war. Unsere Männerrunde hat in den letzten drei Wochen gut funktioniert – besonders hervorzuheben ist die gute Stimmung und der Humor, der uns vereint hat. Zu jeder Tages-und Nachtzeit, gab es Anlässe, in herzliches Lachen auszubrechen – ich danke euch dafür!

Emmerich, Harald und Klaus sei noch eine schöne Weiterreise entlang des Mekong bis nach Vietnam gewünscht, den drei Heimreisenden Thomas, Martin und David eine geschmeidige Rückkehr in den kalten, feuchten und herbstlichen Alltag – auf bald!

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Aus vier werden acht

Auf den Spuren der Khmer, vom 01. bis 21.11.2019

Vormittags kleiner Radausflug, am späten Nachmittag und frühen Abend eintrudeln des Rests der Gruppe, Buddha ohne Sonnenuntergang

Womit fange ich denn heute an? Vielleicht mit der Erklärung, warum die Tour gestern mit nur vier Teilnehmern startete und erst heute ihre volle Gruppenstärke erreicht hat.

Emmerich, Harald und Klaus sind bereits seit Mitte September auf dem Rad unterwegs. Sie haben nämlich unsere Langstrecke Mythos Mekong gebucht. Dabei folgt man in flockigen 88 Tagen dem Mekong vom tibetischen Hochland in der chinesischen Provinz Yunnan bis zu seinem Delta bei Saigon (AKA Ho-Chi-Minh-Stadt) in Vietnam. 4.450 Kilometer, vier Länder: China, Laos, Kambodscha und Vietnam.

Emmerich, Harald und Klaus haben sogar noch ein weiteres Land dazu bekommen. Nämlich Thailand. Warum das so ist würde jetzt etwas zu langatmig werden. Jedenfalls haben sich die drei heute unserer Tour angeschlossen und sind dafür von Chiang Mai via Bangkok nach Ubon Ratchathani (eine thailändische Stadt an der Grenze zu Laos, kurz vor Pakse) geflogen, dort abgeholt und mit dem Bus nach Pakse transferiert worden. Sie kamen am frühen Abend hier an. Dazu später weiter.

Ulrich, Gruppenteilnehmer Nummer neun (streng alphabetisch sortiert), kam heute am frühen Nachmittag an. Das war ursprünglich etwas anders angedacht, aber lassen wir es einfach dabei ohne zusätzliche Erklärung.

Zeitsprung zurück: Noch zu fünft, mich eingerechnet, treffen wir uns morgens zum opulenten Buffet-Frühstück im Hotel. Das erste Frühstück ist für mich immer so etwas wie die zweite Kennenlernphase auf einer Gruppenreise. Da schiele ich immer nach rechts und links um zu erkunden, was bei den anderen so alles auf dem Teller und in den Tassen landet. Eher herzhaft oder süß? Kaffee oder Tee? Ich versuche daraus immer irgendwelche Rückschlüsse auf das zukünftige Verhalten meiner Mitreisenden zu ziehen. Hat bisher noch nie zugetroffen, diese dämliche Angewohnheit sollte ich wirklich mal abgewöhnen!

Nach dem Frühstück nehmen wir die Räder entgegen, basteln noch ein wenig herum, schrauben ein wenig an, ein wenig ab, dann sitzen wir auf ihnen und pedalieren in Richtung Norden.

Heute machen wir nur einen recht kurzen Tagesausflug. Wir folgen der Straße 13 am Flughafen vorbei und biegen nach sieben Kilometer links ab. Wat Chomphet ist unser Ziel. Die Tempelanlage wird von einer großen, goldenen Buddha-Staue dominiert, macht jedoch sonst einen relativ verfallenen Eindruck. Aber bekanntlich ist der Weg das Ziel, unterwegs besichtigen wir noch ein paar Steinmetze, spezialisiert auf Figuren aus dem buddhistischen Universum.

Zurück in Pakse ist es dann schon Zeit für die erste Shopping-Tour. Wir schlendern über einen riesigen Markt. Ziemlich zu Anfang kommen wir an der Fisch-Abteilung vorbei. Als bekennender Fischfeind verfalle ich sofort in ein Koma, aus dem ich erst wieder erwache, als es unsere erste Kaffeepause auf der Tour gibt. Man kann aus allen uns bekannten Kaffeevarianten wählen (Cappuccino, Latte, Espresso, ToGo, mit Tofu-Milch und Bio-Hirseextrakt), aber der wahre Coffee Lao steht leider nicht auf der Karte. Wie der auszusehen hat und schmeckt werde ich später noch beschreiben.

Das Mittagsmahl ruft, sprich die erste Nudelsuppe. Die haben wir in einem der wenigen noch verbliebenen Restaurants am Mekong-Ufer geschlürfte. Die Uferpromenade am Mekong von Pakse wird nämlich derzeit großzügig ausgebaut. Früher reihte sich hier ein Restaurant neben dem anderen, vor kurzem wurde alles planiert und in zwei oder drei Jahren, so erzählt uns Ot, soll hier eine neue Promenade entstehen. Wir sind gespannt!

Dann geht es relativ schnell. Oder relativ langsam, je nach Betrachtungsweise. Der Zeitsprung findet hier sein Ende. Für die ersten vier ist Zeit zur freien Verfügung angesagt. Am frühen Nachmittag holen Ot und ich Ulrich vom Flughafen ab.

Emmerich, Harald und Klaus treffen wir erstmalig am Parkplatz vom Phou Salao. Das ist eine Buddha-Statue (golden, logisch), welche über Pakse, aber auf der anderen Mekong-Seite thront. Dort wollten wir eigentlich unseren zweiten Sonnenuntergang über Pakse bestaunen. Hat nicht hingehauen, das Wetter war uns nicht hold und hatte Wolken aufziehen lassen. Aber egal. Wie war das nochmal? Ach ja, der Ziel ist das Weg.

Ein erstes gemeinsames (will sagen in voller Gruppengröße) Abendessen, eine dritte Kennenlernphase (da nun acht statt vier), ein letzter Absacker auch der Dachterrasse des Hotels, die Tour kann nun so richtig beginnen!

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Zum Auftakt Sonnenuntergang

Auf den Spuren der Khmer, vom 01. bis 21.11.2019

Ankunft von 4/8 der Gruppe in Pakse

Endlich mal wieder Laos! Ich musste direkt im Kalender zurückblättern um nachzusehen, wann ich das letzte Mal das Land besucht hatte. Es war 2011, auf unserer Tour Laotische Landpartie (die damals noch Land der Tausend Elefanten hieß). Mensch, ist das wirklich schon so lange her?

Was sich jedoch seitdem so alles geändert hat werde ich nicht beschreiben können, denn auf der jetzigen Tour Auf den Spuren der Khmer kommen wir durch kein Gebiet in Laos, welches ich jemals zuvor besucht habe. Die Tour führt von Süd-Laos nach Nord-Kambodscha. Und in Kambodscha, oh Schreck, war ich gar noch nie. Also alles Neuland, nicht nur für meine Teilnehmer und Reisebegleiter, sondern eben auch für mich.

Meine Reisebegleiter kommen in zwei Schüben. Heute kommt die erste Hälfte, morgen die restlichen vier. Warum das so ist werde ich später noch schreiben. Ich hatte die Vorhut gebildet und war schon vor zwei Tagen in Pakse eingetroffen. Um etwas ausgeruht in die für mich neue Tour zu starten.

Zusammen mit Ot fahre ich am Nachmittag zum Flughafen. Ot ist unser laotischer Begleiter und Reiseleiter für die nächsten zehn Tage in Laos. Der bürgerliche Name von Ot ist Khayphone Keoboupha. Das ist keineswegs ein Zungenbrecher, sondern schlichtweg ein Name, der über KEINE Zunge geht, auch über keine laotische Zunge. So ist das mit ALLE Namen der Laoten und deswegen haben auch ALLE einen Spitznamen. Der Spitzname von Khayphone Keoboupha ist also Ot. Naheliegend.

Helga, Irene, Margarete, Markus (alphabetisch sortiert, vielleicht ändere ich die namentliche Reihenfolge später nach Körpergröße oder Haarfarbe) landen so gegen halb drei Uhr Ortszeit in Pakse. Ot und ich transferieren sie in unser Hotel und nach einer kurzen Ruhepause machen wir den ersten Spaziergang durch die Stadt.

Rechter Hand ist eine Wechselstube, da wird man ohne eine einzige Frage richtig beantwortet zu haben zum Millionär. Man schiebt einfach einhundert Euro über den Tresen und bekommt eine Million laotische Kip zurück.

Kurzer Blick auf die Fahrräder und weiter zum ersten kulturellen Highlight. Ein Wat. Sprich einen Tempel. Merke: Wat = Tempel. Ich schreibe hier keine Details zum Wat Luang in Pakse, wir haben ihn überwiegend visuell mitgenommen.

Letztes Highlight des Spaziergangs: Der Sonnenuntergang hinter dem Mekong. Den haben wir sogar ausschließlich visuell mitgenommen. Siehe Foto-Galerie. Noch ein frühes Abendessen, dann die ersehnte Nachtruhe für Margarete, Irene, Helga und Markus (Namen sortiert nach Zufallsgenerator 2.0).

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Gute Stories

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Von Chiang Rai nach Thaton, erst Bootsfahrt, dann noch 22 km mit dem Rad

Richtig gute Geschichten brauchen einen Spannungsbogen. Wenn alles glatt geht, sind sie langweilig. Nicht ohne Grund erzählen uns Harald, Emmerich und Klaus auch jetzt noch gerne davon, wie sie kurz vor Pu‘er nach ihrem Schmutzbier plötzlich und unerwartet noch 40 km und 700 Höhenmeter bis zum Hotel in der nächsten Stadt fahren mussten.

Während auf unserer Tour durch‘s goldene Dreieck bisher eigentlich alles ohne größere Komplikationen über die Bühne ging, hatten wir heute dann doch endlich ein kleines Abenteuer… und zwar auf unserer Bootsfahrt auf dem Kok-Fluss. Der Programm des heutigen Tages enthielt nämlich zum dritten Mal auf dieser Tour eine Bootsfahrt – diesmal ist das Boot von der kleinsten Kategorie. Während wir auf dem Nam Ou alle in ein Boot gepasst hatten und auf dem Mekong-Boot noch Platz für 20 weitere Personen gewesen wäre, mussten wir uns dieses Mal aufteilen, da nur maximal vier Personen in eines der Außenboarder-Kähne auf dem Kok-Fluss passen. Bis zum Mittag war die Bootstour tatsächlich etwas dröge: breit und unaufgeregt windet sich der Kok durch die Gegend, und am Ufer gibt es hauptsächlich die Baustelle der neuen Uferbefestigung zu bestaunen. Mittags legen wir an einem Dorf der Karen an – die dortigen Elefanten bekommen von uns ein paar grüne Bananen und wir genehmigen uns eine schöne Portion Bratnudeln. Danach geht die Reise auf dem Fluss weiter, und wird auf einmal richtig spektakulär: Der Fluss hat im oberen Lauf richtig viele Verengungen und Stromschnellen zu bieten, und wir merken, dass unser Bootsfahrer wirklich all sein Können bei maximaler Motorleistung aufbringen muss, um uns heile den Fluss hinauf zu bringen! Ganz klar wird die Schwierigkeit der Lage, als wir das Boot mit Emmerich, Klaus und Harald überholen. Deren Kapitän lässt die drei nämlich bei einer fiesen Stromschnelle aussteigen und ein Stück am Ufer weiterlaufen, um das Boot lieber alleine durch die Strömung zu manövrieren. Unser Bootsfahrer ist hingegen etwas waghalsiger unterwegs und steuert sein Boot mitsamt der Fracht durch die felsige Verengung. Während wir uns noch schamlos darüber freuen, dass wir durch dieses Manöver nun an den anderen vorbeigezogen sind und nicht die Strapazen eines kurzen Urwaldmarsches durchmachen müssen, knirscht es plötzlich ganz gewaltig, und unser Boot steht still. Eine Sandbank! Schnell wird klar, dass wir das Boot nur wieder frei kriegen, wenn alle aussteigen und mithelfen, es von der Kiesbank wegzuziehen. Doch das Boot ist schwer – und während wir uns alle ziemlich abmühen, den Kahn von der Stelle zu bewegen, ziehen Klaus, Harald und Emmerich schadenfreudig grüßend in ihrem Boot lässig an uns vorbei. Tja, wer zuletzt lacht, lacht eben am Besten. Aber wer gedacht hatte, unser Abenteuer sei nun vorbei, der hatte sich getäuscht! Als wir mit viel Mühe unseren Kahn von der Sandbank befreit haben und wieder im sicheren Fahrwasser sind, streikt plötzlich der Motor. Unser Kapitän verankert das Boot geschickt mit einer Bambusstange im Strom und fängt an, am Motor herumzuwerkeln. Das dauert lange, führt aber leider nicht zum Erfolg. Lediglich ein kurzes Stottern ist dem guten Stück abzugewinnen, bevor er zuverlässig immer wieder abgewürgt wird. Dem Kapitän stehen die Schweißperlen auf der Stirn, er schaut immer hilfloser drein. Auch uns beschleichen langsam Zweifel, ob wir wohl noch irgendwie an unserem Ziel ankommen – da erreicht uns schließlich Rettung in Form eines anderen Bootes, das flussabwärts fährt. Auch gemeinsam mit dem anderen Bootsfahrer lässt sich unser Motor nicht reparieren, und so gibt es eine andere Lösung für unser Problem: Wir steigen um, und fahren in dem anderen Boot weiter. Dessen Passagiere, eine etwas verdutzt guckende französische Familie, muss kurzerhand in unserem (nicht mehr ganz seetüchtigen) Boot Platz nehmen. Auf diese Weise gelangen wir dann also doch noch an unser Ziel. Und haben jetzt auch ein schöne Geschichte im Gepäck, die sich zu Hause prima erzählen lässt 🙂

Die letzten 20 km des Tages legen wir dann wieder mit dem Rad zurück. Landschaftlich ist es schön hier und die Temperaturen sind auch schon wieder im moderaten Bereich.

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Zeit der Tempelfeste

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Fahrt von Chiang Khong nach Chiang Rai, 120 km und flach, Linksverkehr!

Nach vier Tagen Verschnaufpause dürfen wir heute endlich wieder auf die Räder! Am Morgen satteln wir unsere neuen Drahtesel, und dann geht‘s los – und zwar auf der linken Seite der Fahrbahn. Nach einem etwas holprigen Start mit einigen Zwangspausen zum Justieren der Räder kommen wir im Laufe des Tages immer mehr in Schwung. Was zur Mittagspause noch wie ein nahender Gewittersturm anmutete, entpuppt sich nachmittags als angenehmer Rückenwind und wir brausen streckenweise mit 33 km/h durch die Reisfelder.

Zu dieser Jahreszeit gibt es in Thailand vielerorts Tempelfeste, an denen die Tempelgemeinde sich vor ihren Wats versammeln und tanzen, singen und Geld spenden. Das Geld wird vorher schön dekorativ als Blätter an künstliche Bäumchen geheftet, die mit viel Tamtam und Partymusik von den einzelnen Haushalten zum Tempel gebracht werden. Einmal begegnen wir einem kleinen Zug, der die Einweihung eines neuen Tempels ankündigt. Auch wir dürfen einen kleinen Teil beitragen, indem wir etwas Spenden und dafür an Stück Blattgold an einem Mini-Stupa festkleben dürfen. Als Gegenleistung werden wir direkt noch vom mitgereisten Geistlichen mit Weihwasser beträufelt. Die Prozessionen und Feierlichkeiten, die wir heute sehen, sind bunt und laut und verbreiten gute Laune!

Am Abend lassen wir uns noch etwas durch den bunten Trubel in den Straßen Chiang Rais treiben und probieren ein paar lokale Köstlichkeiten auf dem hiesigen Nachtmarkt.

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Zwei Tage auf Mr. Khuay‘s Boot

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Etwa 300 Bootkilmeter den Mekong flussaufwärts – von Luang Prabang über Pak Beng nach Huai Xay

Nachdem wir noch einmal das unvergleichlich schöne Frühstück unseres Hotels auf der Mekong-Terrasse genossen haben, werden wir heute schon früh mit einem TukTuk am Hotel abgeholt und zum Hafen etwas nördlich von Luang Prabang gefahren. Als das Tuktuk vorfährt, beschleichen uns leise Zweifel, ob wir und unser Gepäck da überhaupt reinpassen werden. Der laotische Fahrer bleibt aber tiefenentspannt und ein paar Minuten sind wir und das Gepäck tatsächlich in und auf dem Auto verteilt und brausen durchs morgendliche Luang Prabang.

Den Rest des Tages lassen wir zwangsweise die Beine baumeln – das geräumige Boot von Mr Khuay ist zwar groß genug, um darauf etwas hin- und her zu spazieren, aber am Ende bleiben die einzig sinnvollen Tätigkeiten dann doch: sitzen, liegen, schlafen, lesen, Musik hören, sich unterhalten, und die Landschaft betrachten. Unterbrochen wird diese Routine nur durch ein üppiges Mahl, das Mr Khuays Frau für uns zubereitet. Der Kapitän steuert uns indessen sicher durch die verschiedenen Stromschnellen und felsigen Verengungen des Flusses und verdient sich damit unseren größten Respekt.

Gegen 17 Uhr gehen wir in Pak Beng an Land – dieses Nest besteht zum Großteil au Gasthäusern und Restaurants, die Abend für Abend die Durchreisenden aufnehmen, die per Boot auf dem Mekong flussauf- und flussabwärts unterwegs sind.

Auch am nächsten Tag genießen wir noch einmal das Leben an Bord. Am Nachmittag beginnt dann allerdings noch der Dritte Teil unserer Reise: Über die Freundschaftsbrücke von Huai Xay gelangen wir nach Thailand und werden dort von unserer neuen Begleitcrew herzlich empfangen.

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Oh du schönes Luang Prabang

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Zwei Besichtigungs- und Entspannungstage in Luang Prabang

Zwei ganze Tage haben wir Zeit, um die zum Unesco Weltkulturerbe zählende Altstadt von Luang Prabang zu besichtigen und die besondere Atmosphäre in den malerischen Gassen, unzähligen Tempelanlagen, lauschigen Cafés und hübschen Boutiquen der Stadt zu genießen.

Auf dem Besichtigungsprogramm an Tag eins steht die Besteigung des Phousi-Berges, der schöne Aussichten über die Altstadt bietet, die Besichtigung des alten Königspalastes, ein Rundgang im Traditional Arts and Technology Centre und der Besuch der wunderschönen Tempelanlage Wat Xieng Thong im Abendlicht.

Ein unerwartetes Highlight dieses Tages ist die zufällige Begegnung mit Kapitän Khuai bei unserem abendlichen Spaziergang am anderen Ufer des Mekong. Herr Khuai, der uns in zwei Tagen mit seinem Boot den Mekong hinauf fahren wird, wohnt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf gegenüber der einstigen Königsstadt. Ohne Umschweife lädt er uns zu einem Essen ein, bei dem großzügig Schnaps ausgeschenkt wird. Während der Alkohol uns etwas zu Kopfe steigt, treibt die höllisch scharfe Wasabi-Tunke einem nach dem anderen Tränen in die Augen.

An Tag zwei Unternehmen wir einen Badeausflug zum Kuangsi-Wasserfall. Da wir uns gerade so schön im Entspannungsmodus befinden, lassen wir uns die 30 km dorthin auch lieber mit dem TukTuk fahren, als selbst in die Pedalen zu treten. Nach dem Ausflug verabschieden wir uns von Ming und Kham, unserem laotischen Begleitteam, die ihren Job sehr gut gemacht haben.

Wie immer habe ich das Gefühl, man könne hier gut und gerne noch ein paar Tage mehr verbringen. Morgen heißt es aber dennoch, Abschied von dieser schönen Stadt zu nehmen: In der Frühe erwartet uns Kapitän Khuai schon auf seinem Boot, auf dem wir dann zwei Tage lang den Mekong Flußaufwärts schippern werden.

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Wiedersehen mit dem Mekong

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Fahrt von Nam Thouam nach Luang Prabang, 100 km

Auch heute hat sich das frühe Aufstehen wieder gelohnt: Um 9 Uhr sind die ersten 40 km schon geschafft, in der morgendlichen Kühle, geschützt vom Morgennebel rollt es sich ausgesprochen gut! Dann aber bricht – wie immer – zuverlässig die Sonne durch die Wolkendecke und treibt uns wieder Schweiß aus allen Poren. Zu allem Überdruss gibt es heute auch noch Baustellen auf der Strecke, auf denen schwer beladene LKW ordentlich Staub aufwirbeln, während wir uns über den groben Kies quälen.

Etwa 10 km lang ist die Strecke, die immer wieder von Baustellen unterbrochen ist. Die Straße wird hier von chinesischen Baufirmen so befestigt und teilweise erhöht, dass sie nach Schließung des Staudamms etwas weiter unten am Flusslauf auch noch befahrbar sein wird. Nach dem Staudamm rollt sich‘s dann also wieder deutlich besser und wir erreichen Luang Prabang bereits vor 15 Uhr.

Sobald wir auf der schönen Terrasse des Hotels sitzen und unseren Lemongrass-Tee und das Schmutzbier genießen, sind die Strapazen des Tages auch sofort wieder vergessen. Nun freuen wir uns auf geruhsame Tage in der alten Königsstadt, mit Cafébesuchen, etwas Sightseeing und einem Ausflug zum Wasserfall.

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Ein laotisches Dorf wacht auf

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Mit dem Boot von Muang Ngoi bis Nong Khiao, dann mit dem Rad nach Nam Thouam. Morgens bedeckt, dann knallt die Sonne

Unser Urlaubsparadies Muang Ngoi beherbergt zwar einige westliche Backpacker, ist aber ansonsten doch einfach ein normales laotisches Dorf – mit allem was so ein Dorf so hat und braucht: Eine kleine Schule, ein paar Lädchen, zwei Straßen, und natürlich ein Wat, also einen buddhistischen Tempel. Über die Straße laufen Katzen, Hunde und Hühner, ohne dass sich jemand darum schert.

Da wir gestern nicht zu spät ins Bett gegangen sind, bin ich heute früh auf den Beinen. Es gibt erst etwas später Frühstück, also bleibt Zeit, sich auf die Stufe vor unserer Bungalowanlage zu setzen und zu beobachten, wie das Dorf erwacht.

Eigentlich geht das ja schon früher los. Bereits vor dem Morgengrauen kündigen auf dem laotischen Lande normalerweise unzählige Hähne lautstark den kommenden Tag an. Die nächsten, die auf den Beinen sind, sind die Mönche. Das Wummern der großen Trommel am Tempel ist das endgültige Signal an alle Dorfbewohner, sich nun aus den Betten zu schälen. Die in Laos mancherorts noch verbreiteten Lautsprecher, die morgens alle mit kommunistischen Parolen, Nachrichten und motivierender Musik aus den Federn treibt, fehlt hier glücklicherweise.

Nachdem die Mönche getrommelt haben, machen sie sich auf den Weg, um im Dorf Almosen in Form von Lebensmitteln zu sammeln. Mönche sind in der buddhistischen Gesellschaft hier sehr hoch angesehen und es ist selbstverständlich, dass die Frauen des Ortes gleich für sie mitkochen, wenn sie in den Morgenstunden am Herd stehen. Auf ihrem Rundgang sammeln sie hauptsächlich Klebereis ein, richtige Speisen bringen ihnen die älteren Damen des Ortes persönlich im Tempel vorbei. Da die sich Schwelle unserer Bungalowanlage beinahe direkt neben dem Wat befindet, lässt sich dieses Treiben wunderbar beobachten.

Schließlich kommen dann alle Schulkinder – teilweise noch etwas schläfrig, aber sauber herausgeputzt in Schuluniform – aus den Hauseingängen gestolpert. Die meisten werden auf dem Rücksitz eines Motorrads von ihren Eltern zur Schule gebracht. Nun gehen alle Bewohner des Dorfes ihrem Tagwerk nach.

Wir genießen beim Frühstück noch einmal den Ausblick von der Terrasse über‘m Fluss – dann heißt es Abschied nehmen von diesem hübschen Ort. Mit dem Boot fahren wir noch einmal eine gute Stunde weiter nach Süden, bevor wir uns wieder auf die Räder schwingen und weiter 40 km nach Namthouam strampeln.
Hier gibt es einen schönen und schattigen Markt, aber unsere Bemühungen, im Ort einen Cafélao trinken zu gehen, bleiben ohne Erfolg.

Morgen fahren wir dann nach Luang Prabang!

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Endlich Urlaub! Und gemischte Gefühle

Goldenes Dreieck, vom 11.10. bis 02.11.2019

Mit dem Boot von Muang Khua bis nach Muang Ngoi, weiterhin warm und trocken.

Der heutige Tag fühlt sich richtig nach Urlaub an! Statt selbst in die Pedalen zu treten, lassen wir uns heute in einem gecharterten Boot den Nam Ou herunterschippern. Die Landschaft wird gerade zum Ende der Bootstour immer schöner: Steil ragen am Ufer des Flusses die mit Urwaldbäumen bewachsenen Felswände gen Himmel, blau spiegelt sich der Himmel in den Wassern des Flusses.

Noch mehr nach Urlaub fühlt sich dann der Ort an, in dem wir heute nächtigen. Muang Ngoi ist ein angenehmes, etwas verschlafenes Touri-Nest, das traumhaft direkt am Ufer des Flusses liegt, umgeben von grünen Bergen. Westliche Backpacker tummeln sich Kaffee trinkend und rauchend in den Terrassenbars mit Blick auf den Fluss, mieten sich Kayaks oder gehen wandern in den umliegenden Bergen. Auch wir lassen die Beine baumeln und genießen die Atmosphäre.

Dabei war ich mir im Vorfeld der Tour gar nicht ganz sicher, ob wir überhaupt noch zu diesem Ort gelangen würden. Schließlich war schon vor zwei Jahren, als ich die Tour zum letzten Mal gefahren bin, ein Staudamm, der sich etwa auf halbem Weg der Bootsfahrt befindet, kurz vor der Fertigstellung. Ob nach Bauende immer noch Bootsverkehr auf dem Nam Ou möglich sein würde, stand damals noch in den Sternen. Die Lösung für dieses Problem ist nun allerdings denkbar einfach: Am Damm werden die Boote gewechselt. Wir steigen aus, werden einen km mit dem Tuktuk auf die andere Seite des Dammes gefahren, und schon geht die Tour in einem anderen Boot weiter. Schön, dass so nun auch weiterhin der Nam Ou von unseren Reiseteilnehmern bestaunt werden kann.

Die neuen Dämme am Nam Ou sind ein Thema für sich, das viel über dieses Land verrät. Gebaut werden sie allesamt von den Chinesen, die die notwendige Technologie und Gerätschaften, sowie großes wirtschaftliche Interesse haben, hier Staudämme zur Energiegewinnung zu errichten. Vertraglich wird festgelegt, dass vorerst ein Großteil des gewonnen Stroms von den Chinesen importiert werden kann. Nach einer bestimmten Laufzeit gehen die Anlagen dann in den Besitz des laotischen Staates über. Wirtschaftlich gesehen also durchaus eine win-win Situation. Und doch gibt es bei dem Deal auch Verlierer: die Dämme bedeuten einen tiefen Eingriff in die Kreisläufe der Natur – Fische, die früher vom Mekong aus den Nam Ou herauf wanderten, bleiben nun zum Beispiel aus. Schlecht für die Bewohner der Dörfer am Fluss, die vor Allem vom Fischfang leben. Und dann gibt es noch die Umsiedlungen. Einige Dörfer, die zu nah am Wasser des Mekongs liegen, wurden evakuiert und an höherer Stelle neu aufgebaut.

Gegen Mittag schauen wir uns heute einem solchen Ort einmal an. Ban Hat Saa heißt das Dorf, an dem wir auch früher schon immer während der Bootsfahrt angelegt haben, um uns die Beine zu vertreten. Hier hat sich einiges verändert: Das alte Dorf ist zurückgelassen und teilweise abgebaut, einzig der Tempel scheint noch komplett intakt. Statt dessen stehen nun etwas weiter den Hang hinauf auf einer trockenen Ebene viele neue Häuser im Schachbrettmuster aufgereiht. Der Ort hat sich sichtbar vergrößert – wir erfahren, dass hier mehrere früher getrennte Dörfer zu einem zusammengefasst wurden. Dank Ming kommen wir mit den Dorfbewohnern ins Gespräch und hören so etwas mehr über die Hintergründe der Umsiedlung. Anscheinend haben sich die chinesischen Investoren verpflichtet, pro evakuierten Dorfbewohner eine nicht unerhebliche Summe Schadensersatz zu zahlen. Leider kommt von diesem Geld aber nicht alles bei den Dorfbewohnern an und wird von der Regierung veruntreut. Trotzdem, eine gewisse Entschädigung erhalten alle, deren Haus vom steigenden Wasser verschluckt wird. Entweder in Form eines neu gebauten Hauses, oder als Geldbetrag – das kann sich jeder Haushalt aussuchen.

Sind die Bewohner des neuen Dorfes zufrieden damit? Hier gehen die Meinungen auseinander: Während einige beteuern, sehr gerne im neuen Dorf zu wohnen, sind andere der Meinung etwas billig abgespeist worden zu sein. Das neue Dorf hat auf alle Fälle eine modernere Infrastruktur und ist nun mit einer Straße an die nächstgrößere Stadt angeschlossen. Früher konnte man nur über Wasser in Booten verkehren. Auch die Schule ist nun etwas größer und besser ausgestattet, es gibt Toiletten in allen Häusern, eine zuverlässigeres Strom- und Telekommunikationsnetz. Im Vergleich zum alten Dorf scheint mir das neue hingegen etwas karg, da auf der kürzlich planierten Ebene keine Schatten spendenden Bäume stehen. Bis die neu gepflanzten Bäume groß genug sind, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Wir verlassen das Dorf mit gemischten Gefühlen – es bleibt nur zu hoffen, dass die mit der gewonnenen Zivilisation verknüpften Träume der Bewohner sich zumindest teilweise erfüllen werden.

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