Zwielicht über Phnom Penh

Auf den Spuren von Wanda, 26.09. bis 14.12.2013

Schrecken und Schönheit in Kambodschas Hauptstadt

Es gibt Geschehnisse, die kann man kaum begreifen. Das Tuol-Sleng-Gefängnis gehört da zu. Wie bei einer KZ-Besichtigung in Deutschland lässt der Anblick der Grausamheit und Unmenschlichkeit den Besucher geschockt und ratlos zurück.
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Affendreck am Mt. Popa

Entlang der Burmastraße, 09.11. bis 08.12.2013

55 Kilometer von Bagan zum Mt. Popa, dann Transfer nach Meikthila, Besteigung des affenverseuchten Heiligtums, sonnig bei 33 Grad

Noch einmal Frühstück im Freien auf englischen Rasen, auch wenn sich Kaffee und Tee nicht großartig in der Farbgebung unterscheiden, ein Genuss und danach geht es schon wieder auf die Räder.

Wieder einmal war der eine Tag in dem riesigen Stupafeld viel zu wenig und so sehen wir in der Morgensonne noch einmal die vielen Pagoden an uns vorbeiziehen, die wir nicht näher ansehen konnten. Aber es warten ja noch ein paar Abenteuer und andere Stupa und Pagoden und weitere Buddhas auf uns.

Heute geht es durch recht trockenes Gebiet in Richtung des heiligen Berges Mt. Popa. Eins war dies ein Berg für die Nat-Götter, der Naturreligion der Ureinwohner der Region. Als die Bagankönig dann per Order den Buddhismus als Staatreligion verhängten, wollten sie die 36 Nat-Götter verbieten, aber es kam zu Unruhen. Deshalb wurden die Götter dann in den buddhistischen Reigen an Gottheiten aufgenommen und der Mt. Popa zum buddhistischen, sowie zum Nat-Heiligtum ausgebaut. Nun sitzen die Naturgötter und Buddhas in den gleichen Tempeln und harren der ewigen Vergötterung.

Schon von weitem ist der Berg zu erkennen, zuerst nur der Hauptgipfel eines erloschenen Vulkans mit fast 2000 Metern Höhe, dann auch der kleine, schroffe Nebenfelsen, von dem goldenen Tempel und Stupa glänzen. Auch hier ist um den Felsen ein Ort entstanden, der nur von den Pilgern lebt. Doch bis dorthin ist es noch ein Stück zu radeln. Vorher stoppen wir an einer kleinen Schnapsbrennerei. Gebrannt wird aus Palmwein, der Liter kostet zwei Dollar und der starke Branntwein ist recht gewöhnungsbedürftig. mehr mundet da der Palmzucker, der im ganzen Land als Nachtisch zum Tee serviert wird und ebenfalls hier produziert wird. besonders die säuerliche Variante mit Tamarinde ist lecker.
Weiter bis zum Popa geht es dann recht hügelig mit einem bissigen Anstieg bis fast zum Ziel, so dass wir uns am Fuß des erst noch einmal stärken mit einigen guten burmesischen Currys. Anfangs noch allein in dem Lokal, wird dies dann sehr bald vom Tagesausflug einer ganzen Schule überrannt, aber die Wirte komme gut klar mit dem großen Andrang.

Der Aufstieg zum Gipfel dauert eine knappe halbe Stunde und ist kein Genuss, nicht weil es noch recht heiß ist und die Treppen von „Treppenwischern“ belagert werden, die aller drei Meter nach „Donation for cleaning“ fragen. Sie befinden sich aber im ständigen Wettbewerb mit den recht aggressiven Überpopulation von Affen, die alles wieder vollscheißen.

Entschädigt wird man dann aber oben von dem tollen Ausblick, Pilger gibt es in der Mittagszeit wenige, kein Burmese kommt auf die Idee in der Mittagshitze die über 500 Treppenstufen nach oben zu klettern und auch die Händler ignorieren uns zugunsten eines Mittagsschlafes zumeist.

Für uns ist hier der Radfahrtag auch leider schon vorbei, denn bis Meikthila sind es noch einmal 100 Kilometer und die legen wir dann im Bus zurück und bedauern dies ein wenig, denn die Landschaft ist außerordentlich lieblich und abwechslungsreich.

Im Gegensatz zum Hotel im Meikthila, das schon immer der Tiefpunkt auf der Reise war. Früher waren die Zimmer skurril, von 80 Quadratmeter , zwei Betten und drei Meter Zimmerhöhe und einer dunklen Lampe bis zu drei Quadratmeter mit Doppelbett. Heute sind es charmefreie Einheitskammern mit Duschklo, also bis auf das Fehlen jeglichen Charakterzuges in Ordnung.


Pagodenkoller

Entlang der Burmastraße, 09.11. bis 08.12.2013

18 Kilometer durch Pagodenfeld von Bagan, Besichtigung von gefühlten 30 Tempeln, abends Sonnuntergang natürlich von einer Pagode, alles bei über 30 Grad und Sonne

Frühstück im Freien auf englischem rasen, das hat Niveau, vor allem wenn es „erst“ um 7 Uhr ist. Eine Stunde später brechen wir auf um im Weltkulturerbe herumzuradeln. Schon hinter der ersten Wegbiegung tauchen die ersten kleinen Stupa auf, wir halten aber erst an einem großen Stupa, der gerade renoviert wird. das war auch notwendig, denn im letzten Jahr blätterte hier das Gold schon mächtig ab, im nächsten Winter wird es wohl schon wieder mächtig funkeln.

In Bagan sind nur die wenigsten Tempel vergoldet, bei allem Vergoldungswahn reicht es dann wohl doch nicht dazu, allen der mehr als 4000 Stupa einen goldene Mütze aufzusetzen. Natürlich finden sich auch Kritiker des Vergoldunsgwahns und ein altes burmesischen Sprichwort sagt dann auch: “ Der Stupa ist fertig und das Land ist ruiniert.“

Der Dhammayanghy ist meine Lieblingspagode, aber nicht wegen der Figuren oder der tollen Ziegelstruktur, sondern wegen der leiblichen Verkäuferinnen. Einige von den Mädels kenne ich seit mehr als 5 Jahren und sie erinnern sich immer wieder an mich. Die Freude ist groß, auch wenn sich der Umsatz nur auf ein paar Postkarten beschränkt.

Leider haben sich die Wolken verzogen und die Sonne knallt ordentlich aufs Pagodenfeld. Ringsum ist die Landschaft rech karg und trocken, es wachsen ein paar Palmen und es wird Mais und Sago angebaut. Ab und an begegnen wir einem Ochsenkarren, der Maiskolben transportiert. Die Touristen werden zumeist in Bussen an die wichtigsten Tempel kutschiert. Einige fahren mit Eselskarren oder leihen sich ein Fahrrad, oder seit diesem Jahr auch ein chinesisches Elektrorad.

Radfahren ist wegen des allgegenwärtigen Dornengestrüpps recht „gefährlich“, ich hatte die Gruppe gut vorgewarnt, nicht vom Wege abzukommen und wir hatten tatsächlich nur einen einzigen Plattfuß und den hatte ich. Ein paar Touristen lassen sich auch im PKW über die holprigen Sandwege chauffieren und wirbeln dann ordentlich Staub auf. Als wir gerade für ein Foto stoppen kommt dann auch ein solcher vorbei, wir räumen dann auch die Räder ein wenig zur Seite, aber die Scheibe geht hinten runter und ein Mann brüllt raus, ob wir denn hier mitten auf der Straße parken müssen. Natürlich kommt ein Schimpfwort auf Berliner Straßenverkehrsniveau zurück.

Weitere Tempel folgen, alle ein wenig anders und doch gleich oder wie der Thailänder sagen würde: Same, same, but different! Hier beginnt man dann langsam die philosophische Tiefe des Satzes zu verstehen. Mit einer guten burmesischen Mahlzeit beenden wir am Anananda Tempel unsere Runde und fahren zurück zum Hotel. Es ist schon wieder 15 Uhr und so bleibt nur eine Stunde, um ein wenig auszuruhen und den Staub vom Körper zu spülen. Cho hatte noch einen „Geheimtipp“ für den Sonnenuntergang aufgetan, eine ruhige Pagode mit guter Sicht und wenigen Touristen. Als wir uns jedoch dem magischen Punkt nähern stehen dort schon mindestens 10 große Busse herum und alle Insassen befinden sich auf dem Mauerwerk, geschätzt ca. 250 Leute und damit wohl 90% aller heutigen Bagantouristen.

Das Spektakel dauert dann nicht zu lange, es fing mit einer sehr schönen Rötung des Himmels an, aber dann, Schwups, ist die Sonne doch hinter einer Wolke verschwunden und das war es dann für heute mit dem Sonnenuntergang, die Massen strömen dann wieder durch den schmalen Gang eine noch schmalere Treppe wieder in die Busse und verteilen sich auf die Lokale Bagans. Das Abendessen ist wie immer gut und auch Eckhard ist mehr als zufrieden, denn auf der letzten Seite findet sich der Traum seiner schlaflosen Nächte: eine Pizza Magherita!


12 kleine Fahrradfahrer fuhr’n am Irrawaddy…….

Entlang der Burmastraße, 09.11. bis 08.12.2013

Von Monywa nach Bagan, zuerst 50 Kilometer mit dem Bus, dann 60 Kilometer mit dem Rad und noch einmal zwei Stunden auf dem Boot, wenig Höhenmeter bei sonniger Sonne bis 35 Grad

Morgens steigen wir erst einmal in den Bus, die Strecke ist zu lang und wir haben wieder ein straffes Programm. Zwar hatte ich den Busfahrern gesagt uns nach 35 Kilometern „auszusetzen“, aber der Bus hält erst nach 50 Kilometern. kein großes Problem, da wird es am Abend etwas luftiger. Vom Irrawaddy, den wir auf einer großen Brücke überquert haben ist ansonsten nicht viel zu sehen, die Landschaft ist karg und trocken und neben der schmalen Asphaltpiste recht sandig oder staubig. da mit der Öffnung des Landes auch der Verkehr zugenommen hat, werden wir ab und an etwas eingestaubt, aber an der nächsten Kreuzung können wir das mit Kaffee oder Kaltgetränken wieder runterspülen.

Burmesischer Kaffee ist immer ein Instantkaffee, 3 in 1, aber manche Mischungen sind recht gut, meist zu süß, aber ab und an auch stark. Besonders gut schmecken sie, wenn sie nicht mir Wasser, sondern mit Tee aufgegossen werden. Eckhardt wollte den Tag einmal einsam auf dem Rad genießen und war schon ein wenig vorgefahren, nach der Pause scharrt eine Spitzengruppe kurz im Sand und rauscht natürlich an der nächsten Kreuzung durch. Während ich den Rest der Gruppe dann stoppe, bläst Cho, unser lokaler Guide, auch geradeaus weiter ohne noch einmal zu stoppen und dann stehen wir also zu sechst da und alle anderen sind verschwunden.

Da sich die Straße in der falschen Richtung nach 500 Metern noch einmal gabelt, lohnt es sich nicht hinterher zu hechten, vor allem, wenn vorne ein vierfacher Ironmen-Teilnehmer das Tempo angibt, außerdem gibt es noch eine parallele Route. Erst einmal warten wir dann 15 Minuten, aber niemand taucht auf, also bleibt uns nix weiter übrig, als im Plan fortzufahren.

Wie fast vermutet, holen wir dann die Ausreiser wieder ein, sie hatten mit Cho die Nebenroute gewählt und waren wegen unserer Wartezeit natürlich schon wieder vorne. Am Bus sind dann alle da, nur Eckhardt fehlt. Die Busfahrer haben dann gesagt, sie hätten ihn nicht überholt, Eckhardt müsste deshalb irgendwo weiter hinten sein. Ich lasse Cho ein Moped borgen und schicke ihn wieder zurück, wir anderen radeln weiter in Richtung Pakkoku. Als wir dort ankommen erwartet uns Eckhard im ersten Biergarten, er war also doch nicht verloren gegangen (eben doch recht ordentliche Bundeswehrausbildung). Cho hatte dies auch inzwischen herausbekommen, die Lokals haben ihm erzählt, ein“ rundlicher, fast nackter weißer Mann“ sei hier schon durchgekommen.

Unterwegs hatten wir noch ein paar kleine Stopps, denn die pagodendichte am Straßenrand nahm enorm zu. Hier befand sich früher einmal eine wichtige Metropole, die Holzhäuser sind alle verschwunden, nur die Pagoden zeugen noch von der Kultur, die einstmals hier blühte.

Somit haben wir zum Mittagessen die Gruppe wieder zusammenbekommen und freuen uns auf die Bootsfahrt. Gegen 15 Uhr steigen wir dann auf einen recht ordentlichen Kahn und tuckern den Irrwaddy hinunter. der Sonnenuntergang hätte mehr hergeben können, denn die Sonne versinkt nur hinter einen Wolkenwand. dafür tauchen dann aber schnell Pagoden, Tempel und Stupa in großen Mengen auf. wir sind in Bagan!

Unser Hotel schaut recht luxuriös aus und so sind wir dann auch zu faul, zum Essen noch rauszugehen. Bei dem recht langsam servierten Mahl wird nebenbei Marionettentheater gezeigt. Die Musik ist recht schrill, aber was die Marionettenkünstler zu bieten haben ist nicht von schlechten Eltern Sie schaffen es sogar die Figuren, die mit bis zu 20 Fäden gehalten werden zu Sprüngen, Drehungen und Überschlägen zu bringen. Wir applaudieren gemeinsam nach 20 Minuten und sind aber froh, dass die schrille Musik nun eine Ende hat.


Mekong!

Auf den Spuren von Wanda, 26.09. bis 14.12.2013

Zwei Etappen am Mekong-Ufer

Endlich zwei Tage direkt am Mekong-Ufer entlang! In der Regel halten die Straßen in allen angrenzenden Ländern außer Vietnam immer einen respektvollen Sicherheitsabstand zum Mekong. Unberechenbar ist der Fluss, und tritt in der Regenzeit auch mal ein paar Kilometer über die Ufer. Wie das dann aussieht, haben wir schon zwischen Stung Treng und Kratie erfahren müssen, als die ehemalige Flüsterasphaltstraße, die ich von 2008 kenne, nur noch ein Schlammfeld mit zwischenzeitlichen Asphaltflecken war. Diesen Sommer ist der Mekong besonders heftig über die Ufer getreten. Die Folge ist eine flächendeckende Zerstörung der Hauptverkehrsinfrasturktur. Und wir sind mittendrin.
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Angebot des Tages: Buddhas in Sandstein

Entlang der Burmastraße, 09.11. bis 08.12.2013

60 Kilometer Exkursion von Monywa zu dem Phoween Grotten, Besichtigung und wieder Retour, 420 Höhenmeter bei Wolken und schwülen 32 Grad

Heute endlich einmal wenigstens ein bisschen ausschlafen und wir frühstücken erst um 7 Uhr, dann muss ich erst noch schnell eine Speiche neu einziehen und Cho flickt einen Plattfuß und um 8.20 Uhr sitzen wir auf dem Rad und rollen zu unserer Tagesexkursion.

Aus der Stadt heraus geht es über ein lange Brücke über den Chindwin und wir machen einen ungeplanten Abstecher zu einem Tempel auf einem Berg. Dort hat man einen schönen Blick über die weite, flache Landschaft.

Etwas öde ist es in der Region um die Kupfermienen, auf dem Abraum, der mit Chemikalien behandelt wurde, wächst nicht mehr viel. Schuld sind die Chinesen, denn die wollen das Metall haben, aber doch eigentlich wir, denn das Kupfer landet dann in unseren elektronischen Geräten. Seit mehr als einem Jahr kommt es gelegentlich zu Unruhen, denn die Bauern möchten gerne bebaubares Land zurück haben.

Nach einigen hügeligen Kilometern erreichen wir den Tempelkomplex um die Phoween Grotten, diesmal Buddhas in Sandstein – und dazu sehr alt, so um die 1000 Jahre. Damals hat man hier Grotten in das poröse Material gegraben und vorwiegend liegende Buddhas hineingelegt. Auch wenn es nicht so heiß ist, so ist es doch ungemein schwül und so tampern wir nur mäßig motiviert durch die eigentlich phantastische Anlage. Begleitet werden wir von fünf Postkartenverkäuferinnen, die locken ständig die nervigen Affen mit Futter an.

Einige Höhlen haben sehr schöne Malereien an den Wänden und erinnern an die Höhlengrotten entlang der chinesischen Seidenstraße, allerdings ist der Erhaltungszustand sehr bedürftig, aber es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich die Denkmalpfleger hier zu schaffen machen dürfen.

Das Mittagessen ist wieder viel zu viel, doch mit der zusätzlichen Masse im Bauch rollt es sich ganz vorzüglich abwärts wieder runter zum Chindwin Fluss, den wir dann mit einer winzigen Fähre überqueren und dann zum Schmutzbier sprinten.

Bis zum Abendessen versuche ich weiter eine feste Verbindung ins Internet zu bekommen, das ist wirklich eine Katastrophe hier im Lande, vor allem das Bilder hochladen erweist sich als problematisch, denn immer wieder wird die Verbindung gekappt und ich kann wieder von vorn anfangen. Deshalb wäre ein Lob zur Motivation in Form eines Leserkommentares bestimmt sehr motivierend! Viele Grüße von unserer munteren Truppe an die daheim im Kalten zurück gebliebenen!


Der größte stehende Buddha der Welt – natürlich in Gold!

Entlang der Burmastraße, 09.11. bis 08.12.2013

Mit dem Boot von Mandalay auf dem Irawaddy ein Stück runter, dann 71 Kilometer auf dem Rad nach Monywa, Besichtigung des Boddhthataung Tempelkomplexes 330 Höhenmeter bei Sonne und 34 Grad

Wieder müssen wir um halb sechs los, denn unser Boot legt um 6 Uhr ab und auf dem Oberdeck des Kahnes ist es empfindlich kühl und ich hatte nur ein dünnes „Pulloverchen“ empfohlen. Endlich geht die Sonne auf und es wird ein wenig wärmer und wir können die tolle Landschaft südlich von Mandalay genießen. Auf den Hügeln rechts des Flusses gibt es hunderte von Klöstern und Stupas und wir fragen uns immer wieder, wie ein armes Land wie Myanmar so viel Überschuss produzieren kann, um die Klöster mit regem Mönchsleben zu erfüllen und auf jeden dritten Stupa Gold zu kleckern.

Weil wir so zeitig gestartet sind gibt es schon um 10 Uhr Mittag und als es anfängt richtig warm zu werden, legen wir auch schon an und schwingen uns wieder auf die Räder. Die Landschaft ist hier flach, karg und trocken, aber es gibt überall Felder mit Melonen, die an der Straße zum Verkauf gestapelt werden.

Irgendwann taucht dann auf einem Hügel zwischen den Palmen die Attraktion des Tages auf, ein riesiger stehender goldener Buddha. 130 Meter misst der Koloss und das in einem Land, in dessen Hauptstadt es kein höheres Gebäude gibt. Rundherum dann noch kleiner Sensationen, die unter dem Abbild der riesigen Statue verblassen. Vor dem stehende Buddha noch eine weiter Figur eines schlafenden Buddhas, auch über hundert Meter lang und rundherum Felder mit Hunderten von Buddhafiguren. Langsam sind wir etwas „overboddhat“, bewegen uns aber doch gemächlich an den vielen Ständen hinauf zum großen Buddha. der ist begehbar bis in Kopfhöhe, doch der Fahrstuhl ist kaputt, so schaffen wir dann nur die drei untersten Etagen der buddhistischen Hölle und nicht bis in die Himmelsdartstellungen oder gar bis ins Nirwana.

Nach der Besichtigung gilt das Interesse der Gruppe zur Hälfte nur den kühlen alkoholischen Getränken, doch zu fünft schwingen wir uns noch einmal auf das Rad, um die letzten 20 Kilometer zu radeln. Das geht recht flott von statten, mit einem weiteren Stopp an einem Tempel, der wiederum die meisten Buddhafiguren der Welt berbergt, auch wenn die Figuren nur ein paar Zentimeter groß sind. Dafür kleben sie dann dicht an dicht an großen Türmen, immer 20 Stück nebeneinander und 50 Stück nach oben, das macht pro Turm so um so die 4.000 Buddhas, aber wir kürzen den Besuch auf eine 15 minütige Visite. Für heute reicht es wirklich.


Orchideen und Abfahrtsrausch

Entlang der Burmastraße, 09.11. bis 08.12.2013

Botanischer Garten und Zentrum von Pyinolowin, 81 Kilometer von Pyinolowin nach Mandalay, wenig hoch, dafür 1000 Höhenmeter nach unten, bei 14 bis 35 Grad und Sonne

Es ist morgens fast wie im Winter, 14 Grad zeigt das Thermometer, da hätten wir ja auch (fast) zu Hause bleiben können, doch zum Glück ändert sich das sehr schnell. Walter ist glücklich, weil wir heute zum ersten Male pünktlich loskommen, dabei stimmt das gar nicht, gestern sind wir sogar 15 Minuten früher losgerauscht.

Unser erstes Ziel liegt eine wenig außerhalb der Stadt, der botanische Garten. Die Briten haben in der Kolonialzeit hier einen wunderbaren Park angelegt und der wird fleißigst weiter gehegt und gepflegt. Bei den Burmesen ist der Park auch sehr beliebt, vor allem für romantische Picknicks und Hochzeitsfotos. Wir beschränken uns in dem riesigen Gelände auf zwei Punkte, einmal stiefeln wir durch den Bambushain mit -zig verschiedenen Sorten des Gewächses, von bleistiftdick bis baumhoch gibt es hier alles zu sehen. Dann geht es weiter zum Orchideengarten, der obwohl in dieser Jahreszeit nicht ganz in voller Blüte trotzdem sehr beeindruckend ist. Auch hier ist wieder eine riesige Bandbreite an Formen und Farben zu bestaunen. Vom garten geht es dann wieder in die Stadt zurück.

Das Zentrum ist eine wunderbare Ansammlung von kolonialen bauten. Den Briten war es im Sommer in Mandalay auch zu heiß und so haben sie hier oben im Hochland auf 1100 Meter Höhe ihre Sommerfrische errichtet. Mit dem Zug konnte man schon damals in 4 Stunden hier oben sein, damals wahrscheinlich sogar noch ein wenig schneller. Auch der Markt zählt zu den schönsten im Lande, vor allem weil sich Shan, Burmesen und Inder die Markstände teilen. Es gibt eine Abteilung für Reis, eine für Stoffe, für Bananen und alles erdenkliche. Unterhalb des überdachten Marktes dann noch eine Straße mit Gemüse. Hier lässt sich gut eine Stunde schlendern, leider scheint es aber „meine“ indische Teestube nicht mehr zu geben, die hatte ich schon im letzten Jahr vergeblich gesucht und bin auch heute nicht fündig geworden. Aber statt der Samosas tut es auch eine Schüssel mit Shan-Nudeln.

So wird es dann fast schon Mittag, als wir unsere eigentliche Radetappe beginnen, es sind zwar 80 Kilometer zu fahren, aber Mandalay, wohin wir heute zurückkehren wollen, liegt 1000 Meter tiefer. Also rauschen wir dann los und genießen die Abfahrt. leider kann man nicht voll aufdrehen, denn der Straßenbelag ist recht holprig, da ist es ganz gut, dass wir auf halber Höhe noch einmal eine Kaffeepause machen. dann geht es den Res hinunter, wo es dann schon wieder merklich heißer und stickiger ist, auch ist die Straße ordentlich staubig.

Umso besser ist es, als wir dann an einem Kanal auf eine winzige Nebenstrecke abzweigen. Hier tobt ordentlich das Leben, hunderte von Schülern kommen uns entgegen, weil die Schule gerade zu Ende ist, Blumenhändler haben ihre Mopeds mit riesigen Bündeln beladen, am anderen Ufer werden die Wasserbüffel nach Hause getrieben und nach der Arbeit ziehen die Burmesen und Burmesinnen an den Kanal, um sich zu waschen. Das geschieht alles im Longyi und man sieht kaum ein Stück Haut zu viel blitzen.

Wir sind heute gut durchgekommen und kommen noch vor Sonnenuntergang in Mandalay an, wir nutzen die Gelegenheit zu einem wirklich erarbeiteten Schmutzbier und dann nach dem Duschen kann ich ein wirklich gutes San Restaurant auftun, gleich zwei Ecken weiter. Die Chefin spricht auch noch Chinesisch und das macht die Organisation leicht und wir haben hier unser bisher grandiosestes Abendessen in Burma. Lecker waren neben den scharfen Fleisch und Gemüsecurrys vor allem die frittierten „Microfische“, anfermentierte Bohnen und als krönenden Abschluss mit Reiswein vermischter Reis: Prost!


Abschied von Laos – Willkommen in Kambodscha!

Auf den Spuren von Wanda, 26.09. bis 14.12.2013

Die ersten Pedaltritte in Kambodscha

Nach einem tränenreichen Abschied von unserem phantastischen lokalen Reiseleiter To, von unserem tollen Fahrer Van, der denselben gefahren hat (das war jetzt der Montagskalauer fürs Büro!) und von Laos, das uns alle begeistert hat, haben wir nun kambodschanischen Boden unter den Rädern. Laos sagte noch mit den eindrucksvollen Wasserfällen des Khone Phapheng auf Wiedersehn, Kambodscha begrüßt uns mit einmal Fiebermessen (2 USD) und zweimal Stempel (je 1 USD). Und mit einer langen, gut ausgebauten, aber komplett leeren Straße nach Stung Treng.
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