Halleluja!

Kaiser, Kanäle, Konfuzius, 04. bis 25.05.2019

48 km von Huai‘an nach Baoying, warm und sonnig.

Neben einer wiederholt schönen Etappe auf kleinen Straßen hat der heutige Tag ein klares Highlight zu bieten. Eines, das nicht geplant war, und gerade deshalb um so schöner ist.

Etwa 15 km vor unserem Zielort Baoying gelangen wir in eine kleine Ortschaft. Schon beim heranfahren bemerken wir eine Kirche, deren rotes Dach mit dem Kreuz drauf gut von Weitem zu sehen ist. Heike schlägt vor, da mal hinzufahren und die Kirche anzuschauen – und da wir heute sowieso alle Zeit der Welt haben, machen wir das natürlich. Wir betreten die offene Kirche, ein geräumiger, neuer Bau, der aber recht schlicht daherkommt, wie die meisten Kirchen in China. Heute ist ja Sonntag, da überrascht es nicht, dass noch ein paar Leute anwesend sind. Eine Frau, die sich gerade noch in den Kirchenbänken unterhalten hat, wird auf uns aufmerksam und kommt freudestrahlend auf uns zu, umarmt uns herzlich einen nach dem anderen. Wir sind ein bisschen überrumpelt, aber die Frau – es stellt sich heraus, dass sie die Pastorin ist – ist so offenherzig und gut gelaunt, dass wir schnell von ihrer Freude angesteckt sind.

Schnell sind alle Mitglieder der Gemeinde zusammengetrommelt und wir werden als weitgereiste Gäste herzlich willkommen geheißen. Die Pastorin ist immer noch ganz aus dem Häuschen und erzählt, dass normalerweise um diese Zeit am Sonntag schon alle abgereist wären. Gerade heute jedoch ist ein gemeinsames Essen geplant, deshalb sind viele geblieben – und nun sind wir gerade heute zur rechten Zeit erschienen, um noch alle anzutreffen. Göttliche Fügung! Wir werden eingeladen, zum gemeinsamen Essen dazubleiben. Dankend nahmen wir die Einladung an und kommen so in den Genuss, gemeinsam mit der Gemeinde zu speisen. Wir werden einmal über das Gelände der Kirche geführt, und dann sind die Tische auch schon gedeckt. Bei Tisch ist die Stimmung ist weiterhin sehr herzlich, es werden viele wohlwollende Worte gewechselt und die Pastorin nimmt Segenswünsche für uns mit in das Tischgebet auf. Spannend, diese uns so bekannten Sitten in einem so fremden Kontext zu erleben. Und wirklich rührend, wie freudig und nett wir hier aufgenommen werden.

Nach dem Essen sitzen wir noch einen Moment zusammen und unterhalten uns, dann wird es Zeit für uns, weiter zu fahren. Natürlich gibt es noch eine gemeinsame Fotosession, danach ein herzlicher Abschied mit viel Händeschütteln und Umarmungen. Halleluja! Wir sollen wiederkommen! Auch wenn das nicht ganz realistisch ist – diese schöne Begegnung werden wir sicher lange nicht vergessen.


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