Ohne Schirm, aber mit Charme und Melone

Berg und Wasser, 08. bis 29.10.2011

Heute Morgen spazieren wir an der Uferpromenade von Yongfu entlang. Unser Ziel sind die kleinen Nudelschuppen, wo man Suppe, Jiaozi, Baozi, ölige Teilchen, eben das, was man hier so zum Frühstück ist, bekommt. Mir sind nämlich noch die Worte der Hotelangestellten vom letzten Jahr im Ohr, dass sie uns keinesfalls raten würde im Hotelrestaurant zu speisen, das wäre schlecht und teuer.
Shuaige ist diesmal nicht mit von der Partie, der hängt schon mit Kabelbinder befestigt am Gepäckträger meines Rades.

Sieben Langnasen irgendwo im chinesischen Nirgendwo beim Frühstück. Nudelsuppe und Kaffee, wie gewöhnlich. Wir haben die Nudelbude mit den Hockern mit (kniev)erträglicher Höhe gewählt. Man starrt uns an und wir starren zurück. Zwei Männer laufen vorüber und schauen interessiert auf unseren Tisch. „Was trinken die den da?“ fragt der eine „Das ist Kaffee, die trinken Kaffee.“ erklärt der andere „Sieht aus wie Sojasoße“ darauf sein Kumpel.
Auf dem Markt gegenüber decken wir uns noch mit ca. 50 Mandarinen und 16 Bananen ein. Jetzt fühlen wir uns gut versorgt und es kann los gehen.

Der Tag verspricht wieder warm zu werden, noch ist es aber etwas bedeckt und so radelt es sich angenehm durch die schöne Landschaft. Heute ist der Tag der Aubergine. Siggi hat sich schon solange gewünscht, chinesische Auberginen unverarbeitet zu sehen, jetzt endlich ist es soweit. Gleich mehrere mit diesem Gemüse beladene Wagen, rollen uns über den Weg.
Außerdem fahren wir an einigen Melonenfeldern vorbei, wo fleißig geerntet wird. Die Früchte sehen so gut aus, dass wir beschließen eine mitzunehmen. Der Bauer will die Melone uns zuerst nicht zu dem Preis verkaufen, den wir ihm vorschlagen. Er jammert die ganze Zeit, dass seine Frau ihm verboten habe, eine für weniger als 50 Yuan herzugeben. Er ist dann aber doch recht schnell mit unserem Vorschlag einverstanden.
Bananen, Mandarinen, Riesenmelone – „jetzt fehlt nur noch der Bierlaster“ meint Heinz.

Nach einer guten Woche Radtour im touristischen Niemandsland sind wir heute in einer Urlaubs-Hochburg par excellence angekommen – in der AAAA Scenic Area Yangshuo.
Die Ankunft in diesem schillernden Ort wirkt auf uns erstmal wie ein Kulturschock. Das Abendessen in einem Strassenrestaurant, ist zwar nicht wirklich beschaulich, aber doch recht interessant. Uns werden nicht nur alle möglichen Dinge zum Verkauf angeboten, wir werden auch von allen Seiten dauerbeschallt – auf der einen Seite steht der Saxophonist, auf der anderen haucht einer chinesische Popsongs ins Mikro, um nur wenig später von einem Flötisten und noch später von einer Sängerin abgelöst zu werden.

Silke und Andreas haben in einem T-Shirt Laden im übrigen gefakte China-by-bike T-Shirts entdeckt…..


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Ein Kommentar:

  1. Christian leitete Deine E-Mail an uns – wir wünschen Dir noch eine gute Reise – die Tödinger.

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