Die Berge sind hoch und der Kaiser ist weit

Die Drei Schluchten des Yangzi, 10.04. bis 05.05.2013

120 Kilometer und 1.400 Höhenmeter von Pingli nach Zhenping. Sonnig und warm.

山高皇帝远 (shan gao, huangdi yuan), so lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Gemeint ist damit: „Was jucken uns hier die Edikte des Kaisers, der weit entfernt residiert?”. Nun, der Kaiser ist inzwischen durch rote Parteikader abgelöst worden, aber die Berge sind geblieben. Einige haben wir bereits überquert und bis Ankang gehörten alle zum Qin Gebirge, welches China praktisch in Nord und Süd teilt. Nördlich des Qin Gebirges wird Weizen (Nudeln) gegessen, südlich Reis. Nördlich dient der Esel als Lastentier, südlich das Pferd. So jedenfalls pauschalisieren es die Chinesen. Ich würde dem Süden eher den Wasserbüffel zuordnen, aber egal.

Südlich von Ankang ist es leider nicht flacher. Jedenfalls nicht auf unserer Tour. Eher im Gegenteil, denn heute mussten wir richtig hoch hinaus. Und weit sollte es auch werden. Deswegen sind wir schon früh gestartet, saßen bereits um kurz vor acht Uhr auf den Rädern. Die ersten 36 Kilometer rollten noch ganz gut daher, es ging leicht hinauf durch eine landschaftlich sehr ansprechende Gegend. Und das bei so gut wie keinem Autoverkehr.

Aber dann ging es zur Sache. Über 14 Kilometer schraubten wir uns den Pass hinauf. Aber zu unserem Erstaunen (und zu unserer Erleichterung) war dieser besser zu fahren als das Höhenprofil hatte vermuten lassen. Bereits um 12 Uhr waren wir oben, auch hier werden die letzten Höhenmeter wieder durch einen Tunnel abgekürzt. Hindurchgeflutscht und steil wieder nach unten gesaust. Leider war das noch nicht das Ende vom Tagewerk, weitere 44 Kilometer waren noch zurück zu legen und diese wieder überwiegend leicht ansteigend.

Die letzten Etappen haben wir ohne große Mittagsmahlzeit zurück gelegt, unser Fahrer Xiao Yang hatte den Bus morgens mit Wasser, Obst und Keksen vollgeladen und damit haben wir uns verpflegt. Das Begleitfahrzeug war somit unser mobiler Stehimbiss. Heute jedoch mussten mehr Kohlenhydrate her. Die haben die meisten von uns in Form von Instantnudeln an einem Dorfkiosk zu sich genommen. Schließlich wollen wir ja China in all seinen kulinarischen Facetten kennen lernen. Lassen Sie sich sagen, Instantnudeln schmecken nach rund 70 Kilometern und über 1.000 Höhenmetern so schlecht nicht!

Unseren Übernachtungsort Zhenping erreichten wir um 17:30 Uhr. Nicht schlecht! Dabei haben wir keineswegs gehetzt, haben viele Pausen und natürlich auch viele Fotostopps eingelegt. Genau so soll es sein.


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