Akklimatisieren für Mythos Mekong

Die Oberen Schluchten des Mekong, 12.09. bis 02.10.2019

Anderthalb Tage in Kunming

Endlich, nach einer langen Anreise, mehrmaligem Umsteigen, vielen Gepäckkontrollen und schließlich Abnahme der Fingerabrücke bei der Einreise, sind wir zu fünft in Kunming angekommen. Etwas gerädert finden wir uns in einem Café wieder, und während wir noch auf Emmerich warten, überlegen wir, ob die drei fehlenden Koffer wirklich heute Abend wie versprochen ins Hotel geliefert werden. Das Hotel liegt genau zwischen der West- und der Ostpagode in einer kleinen Fußgängerzone im Süden der Stadt. Bei der Naherkundung sind wir auch schon mitten drin: kleine Garküchen, unzählige Gerichte, viele kleine Läden und überall Elektroroller.

Mit Emmerich waren wir dann einige Stunden später vollständig, zu sechst geht es los. In Kunming, der Provinzhauptstadt Yunnans, sind wir vor allem, um uns zu akklimatisieren. Denn der Anfangsort der langen Reise Mytos Mekong liegt auf etwa 3.300 m Höhe, danach folgen noch einige 4.000er Pässe. Die Stadt des ewigen Frühlings ist ideal zum langsamen Akklimatisieren. Sie liegt auf knapp 2.000 m, ist für eine chinesische Großstadt eher klein und beschaulich, und lädt mit einigen Tempeln, Parks und Fußgängerzonen zum Flanieren ein.

Und zum Essen. Das Abendessen genießen wir im Lao Fangzi, einem der schönen traditionellen Holzhäuser mit gemütlichem Innenhof. Am nächsten Morgen wählen wir die erste Nudelsuppe, viele weitere werden noch folgen. So gestärkt fahren wir mit dem Taxi zum Yuantongtempel. Heute ist Mondfest, schon gestern gab es zu diesemm Anlass Tanz- und Gesangaufführungen auf der großen Bühne im Stadtzentrum. Heute strömt die halbe Stadt zum Tempel, um Räucherstäbchen anzuzünden. So voll habe ich den Tempel noch nicht erlebt. Wir kommen gerade rechtzeitig zur buddhistischen Messe, viele Gläubige beten und singen mit, nicht alle haben in der großen Haupthalle Platz gefunden und draußen auf Gebetshockern Platz genommen. Am Ende wirft ein Mönch noch eingepackte Kekse in die Menge. Mich erinnert das an Karneval, und auch wir bekommen genügend Päckchen ab. „Staubtrocken“, meint Claudia, die sich als Erste an die Kekse wagt. Also brauchen wir Flüssigkeit, am besten Tee. Den finden wir nach einem Rundgang durch den Cuihu-Park in einem ruhigen schattigen Innenhof. Der Cuihu hat sich in ein Lotusmeer  verwandelt, und nach und nach finden sich immer mehr Gruppen ein zum Tanzen, Musizieren oder um chinesische Kampfkunst zu üben. Eine gute Stunde plaudern wir bei vielen kleinen Tässchen Puer-Tee über Gott und die Welt, bevor wir uns auf den Rückweg zum Hotel machen.

„Ihr habt Glück,“ meint Yang Hongyan, die Chefin vom Radladen, der unsere Räder wartet und dem wir einen spontanen Besuch abstatten. „Seid gestern hat es aufgehört zu regnen. Vorher war es total nass und es hat sehr heftige Regengüsse gegeben.“ Jetzt ist es warm, in der Sonne richtig heiß. Hoffentlich bleibt uns der Wettergott, der Klimawandel oder wer auch immer gnädig, so könnte es gut weitergehen. Nach einer guten Portion Jiaozi finden wir uns wieder im Hotel ein. Kurze Pause vor dem Abendessen. Morgen geht es in aller Frühe weiter mit dem Flieger nach Shangrila, und endlich auf die Räder. Die Koffer sind gestern abend übrigens wie versprochen und rechtzeitig bevor uns nach dem langen Tag die Augen zugefallen sind, wohlbehalten angekommen.

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