Not Joachim’s Day

Das Blaue China, 16.10. bis 07.11.2016

Fahrt von den Rundhäusern der Hakka nach Nanjing. Strecke ca. 88 km bei bedecktem Himmel und einigen Pannen.

Die Rundhäuser begleiteten uns noch eine Weile auf dem ersten Teil unserer Strecke. Immer wieder kamen wir an Dörfern vorbei, die eines oder mehrere dieser stattlichen Lehmbauten aufwiesen. Im weiteren Verlauf der Radtour wurden sie dann seltener. Dafür radelten wir lange Zeit an einem Verbund von Stauseen entlang. Die Strecke war sehr ruhig, kaum Verkehr und sehr grün. Wir fuhren an den Seen und Flüssen entlang, durch Bambuswälder und gelegentlich mal ein Dorf. Immer wieder passierten wir Staustufen und kleine Wasserkraftwerke.

Da es auf der Strecke keine Möglichkeiten gab einzukehren hatten wir in weiser Voraussicht etwas Obst, Brot und Kekse gekauft und machten auf einer malerischen Brücke Picknick. Kurz bevor wir wieder auf eine belebtere Straße trafen fuhren wir eine längere Abfahrt hinab. Dabei wurden Joachims Felgen so heiß, dass sie den Schlauch zum Explodieren brachten und den Mantel gleich mit. Einen Ersatzschlauch hatte ich ja dabei aber einen Mantel leider nicht. Der war auf einer Länge von rund 15 cm aufgeplatzt. Wir starteten zwar noch einen Reparaturversuch und klebten vom zerfetzten Schlauch ein Stück in den Mantel, doch das war vergebene Liebesmüh.

Glücklicherweise war an der Staustufe, an der wir gerade vorbei gefahren waren, ein Bediensteter. Der rief auf meine Bitte hin einen Bekannten von sich an, der mich in den nächsten Ort fahren würde. Nach wenigen Minuten kam ein Mopedfahrer bei uns an, der mich zusammen mit dem kaputten Reifen die 7 km zum nächsten Ort fuhr. Dort steuerte er eine klitzekleine Motorradwerkstatt an. Etwas anderes gab es in dem Ort nicht. Der Mechaniker betrachtete meinen Reifen und sagte nur, soetwas habe er nicht. Nach einer Gedenkminute fügte er hinzu: „Geht auch ein gebrauchter?“ Ich war heil froh über den gebrauchten Mantel, den er in seinem Müll ausgrub. Er montierte ihn mir und pumpte ihn auf und verlangte dann satte 8 Yuan. Das ist etwa 1 Euro. Für einen Euro würde ich in Deutschland nicht mal einen Kostenvoranschlag bekommen. Glücklich fuhr ich dann die 7 km wieder mit dem freundlichen Mopedfahrer zurück zur Gruppe. Der Fahrer wollten dann ganze 20 Yuan für die 14 km inklusive Warten bei der Werkstatt, also nicht ganz 3 Euro. Das hat sich definitiv gelohnt.

Wir waren noch keine 10 km weiter gefahren, da blieb der arme Joachim wieder liegen. Diesmal war es ein ganz banaler, schnöder Platten. Keine Herausforderung. Der Platten war schnell geflickt und den Rest der Strecke fuhren wir pannenfrei bis nach Nanjing in unser Hotel. Dies ist nicht das berühmte Nanjing am Yangzi, sondern das Nanjing in Fujian. Eine Kleinstadt mit einem erstaunlich luxuriösen Hotel, in dem wir logieren. Aber morgen geht’s ja dann leider schon wieder weiter.


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