Boxen-stopp

Land von Fisch und Reis, 01.09. bis 24.09.2012

Quzhou nach Kaihua. 85 km

Die gestrige Etappe saß uns allen noch tief in den Knochen. Da freut man sich, wenn das Höhenprofil doch mal etwas flacher ausfällt. Im Grunde genommen verhält es sich aber meistens so, dass je steiler die Strecke, desto spektakulärer die Aussicht. Zumindest traf die Regel heute zu. Uninteressant war die Etappe nicht. Jedoch nach so einer Aussicht, wie der gestrigen ist man natürlich etwas verwöhnt. Der Höhepunkt für Katherina war vermutlich, als sie endlich eine chinesische Waschschüssel gefunden hatte, die sie seit der allerersten Tour bei CBB an sucht. Insofern also doch eine erfolgreiche Etappe gewesen.

Wir mussten heute auf ein anderes Hotel ausweichen, denn das übliche war ausgebucht von Kadern, die eine Versammlung zur Entwicklung des lokalen Tourismus hatten. Also für uns ging die Entwicklung daher schon mal in eine ganz falsche Richtung. So macht man sich keine Touristen-Freunde. Zum Glück fand ich bei der Einfahrt in die Stadt Jemanden, der uns bereitwillig bis zum neuen Hotel führte und auch noch schnell unterwegs ein lohnenswertes Lokal für das Abendessen empfahl.

Das Hotel hätte ich selber vermutlich nur nach ein paar Mal Vorbeifahren gefunden. Denn es lag ziemlich versteckt in einem Hinterhof. Von außen wirkte es recht heruntergekommen und die Tapeten lösten sich bereits von der Wand. Der erste Eindruck täuschte aber, denn die Zimmer waren überraschend sauber. Dazu bekam jeder von uns noch frisches Obst aufs Zimmer gebracht. Da weiß ja jemand Pluspunkte zu sammeln.

Die Schlaglöcher-Abfahrt von gestern hatte allerdings ihren Tribut gefordert und wir hatten sage und schreibe 3 Speichenbrüche. Der Radladen nebenan hatte allerdings noch nie eine Shimano-Schaltung gesehen und konnte daher nicht mehr machen als mir sein Werkzeug zur Verfügung zu stellen. Hach ja… Die Leiden des jungen Fahrrad-Reiseleiters…

Die Restaurantempfehlung unseres kurzzeitigen lokalen Reiseführers war gut gelungen und wir bekamen sogar wieder unser geliebtes Moosgemüse, dazu Fische in Senfsoße und sonstige lokale Spezialitäten. Unser Hotel verspielte jedoch wieder seine Pluspunkte mit der integrierten Karaoke. Unsere einzige Chance wäre gewesen mitzusingen. Aber bei anstehenden 100 km entschlossen sich alle einstimmig auf frühe Ruhezeit. Doch wenn die Stadt um 21 Uhr ihre Bürgersteige hochklappt, hält auch der lauteste Schreihals mit der schiefen Tenor-Stimme spätestens um 12 Uhr seine Klappe.

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